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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Rohr in Feinsand einplunschen?
phil07
(Mailadresse bestätigt)

  24.07.2014

Hallo,

dies ist mein erster Beitrag hier im Forum, obwohl ich schon seit längerer Zeit gespannter Mitleser bin.

Ich versuche gerade einen Brunnen zu bohren und habe bislang eine Tiefe von 7,5 Metern erreicht. Gebohrt habe ich per Spülbohrverfahren mit ca. 4% Bentonit als Spülzusatz. Die Verrohrung besteht aus 115er Brunnenrohr. Die unteren 2 Meter sind Filterrohre mit einer Schlitzweite von 0,3 mm. Ein Mantelrohr / Bohrrohr habe ich nicht verwendet, da ich leider keine Bohrer habe, die größer als 130mm sind und somit ein Bohrrohr um das Brunnenrohr herum nicht möglich war.

Nun stehe ich seit dem 5. Meter auf Feinsand (Korngröße nicht bekannt, aber auf jeden Fall feiner als gewöhnlicher Spielsand). Grundwasser kam schon bei ca. 4,5 - 4,7 Metern. Bis auf 7,5 Meter habe ich das Rohr nun durch eine abenteuerliche Kombination herunterbekommen: Plunschen mit ca. 160 Kilo Gewicht auf dem Rohr hat so gut wie keinen Vortrieb gebracht, obwohl einiges an Sand herausbefördert wurde. Pro 10 Liter Sand ging es nichtmal einen halben Zentimeter voran. Also habe ich stattdessen erst im Rohr / durch das untere Rohrende gebohrt um die Schichten zu lockern und anschließend das Rohr (Brunnenrohr hält sowas wirklich aus!) in den Bohrer eingespannt und direkt das Rohr "in den Boden gebohrt". Das hat dann den Vortrieb bis auf 7,5 Meter gebracht. Danach habe ich den Sand aus den Rohren wieder herausgeplunscht, da ausspülen mangels zu wenig Wasserdurchsatz nicht möglich war (mein Bohrgestänge ist leider nur 1/2 Zoll groß (Innendurchmesser) und ich habe leider auch nur 2,5 Bar Wasserdruck zur Verfügung, der bis unten zum Bohrer hin noch deutlich abnimmt, da das Gestänge inzwischen einige Undichtigkeiten aufweist - damit wollte der Sand nicht hoch kommen).

Nun ist das Rohr also 7,5 Meter tief drin und innen derzeit leer. Komisch ist nun: Nachwievor geht's mit plunschen nicht voran und wenn ich das Rohr wieder in den Bohrer einspanne, dreht es sich zwar ganz locker und praktisch ohne Motorlast mit, geht aber auch nicht mehr tiefer rein (trotz 160 Kilo Druck nach unten während dem Einbohren).

Leider gehen mir langsam die Ideen aus. Ich kann mit relativer Gewissheit sagen, dass ich nicht auf einem Stein stehe und auch sonst außer Sand nichts da ist, was das Rohr blockieren würde. Möglicherweise bin ich auf einem Altrheinarm gelandet und habe von unten dadurch entsprechend hohen Gegendruck.

Als Plunscher habe ich eine Kiespumpe mit Doppelzylinder verwendet (vom brunnenbauspezi / mhv).
Komischerweise füllt diese sich auch immer nur ca. 30 Zentimeter hoch und muss dann erst entleert werden bevor ich weiter Sand herausfördern kann. Mit einer einfachen Kiesbüchse das gleiche Ergebnis.

Weshalb ich noch tiefer will: In ca. 30 Metern Entfernung wurde ebenfalls ein Brunenn gebohrt - dort aber problemlos ab 6,5 Meter auf Kies. Ich möchte natürlich versuchen die Kiesschicht zu erreichen, damit mein Brunnen nicht ständig versandet.

Einziger anderer Ausweg wäre noch das schon eingebohrte Rohr als Außenrohr zu verwenden, 80er Brunnenrohr reinzulegen und eine künstliche Kiesschüttung zu machen.

Hat vielleicht noch jemand einen Tipp wie ich weiter kommen könnte? Und bevor die Kritik kommt man sollte Rohr nicht direkt einbohren: Ich habe mich zunächst ohne Druckgewicht und in sehr langsamer Geschwindigkeit an die Lastgrenze des Rohrs herangetastet um eine Überlastung zu vermeiden.

Ein Pumptest auf aktueller Tiefe hat ergeben: Wasser fließt in ausreichender Menge nach - leider zieht die Pumpe aber viel zu viel Sand in das Rohr (ist ja auch logisch, da die Kiesschicht nicht erreicht ist und bislang keine Kiesschüttung stattgefunden hat), sodass es nach bereits 200 Litern Wassermenge wieder bis auf 5 Meter versandet ist.

Mein Ziel wären zumindest 10 bis 11 Meter Tiefe. Bei einem Bohrtest in ca. einem Meter Abstand zum Bohrloch habe ich bei ca. 8,5 Metern eine Kiessicht erreicht. Auf diese Tiefe muss das Rohr also noch kommen.


Für Tipps / Ideen wäre ich sehr dankbar,

viele Grüße,

Phil



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 8
phil07
(Mailadresse bestätigt)

  26.07.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Claus vom 26.07.2014!  Zum Bezugstext

Hallo,

heute hat sich der Bohrer unter dem Rohr verkantet und beim Rausziehen ist das Rohr dann geborsten... Unglaublich, dass das stabile Brunnenrohr zerreist - aber so ist's nun passiert. Nach nun mehr als 8 Tagen Arbeit an dem Projekt habe ich die Nase nun voll und geb's auf.

Trotzdem nochmals vielen Dank an alle, die sich Gedanken gemacht haben.

Viele Grüße,

Phil
Claus
(Mailadresse bestätigt)

  26.07.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von phil07 vom 25.07.2014!  Zum Bezugstext

Unter einem nennenswerten Gewicht hatte ich so 400-500KG verstanden ;-). Muss man aber sehr sorgfältig und umsichtig machen, damit nichts passiert.
Gruss
Claus
phil07
(Mailadresse bestätigt)

  25.07.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von sepp-s vom 25.07.2014!  Zum Bezugstext

Also das Bentonit ist inzwischen wieder rausgespült mit Klarwasser. Daran hängts vermutlich nicht. Das Rohr lässt sich auch frei drehen - festgesaugt hat sichs also nicht - natürlich kann man es nicht von Hand drehen aber mit Motor ist es kein Problem.

Habe heute nochmal Plunschen mit 250 Kilogramm versucht. Erneut kommt Sand raus, Rohr will aber nicht weiter rein. Dafür drückt sich der Sand wenn ich einen Tag Pause mache aber bis auf Grundwassertiefe hoch, das heißt ich kann dann erstmal 3 Meter Sand aus dem Rohr rausholen bis ich überhaupt auf Rohrtiefe bin. Ärgerlich aber machbar.

Ich habe auch nochmal probiert im Rohr zu bohren: Bis auf 12 Meter absolut keine Probleme. Weiter habe ich nicht probiert. Das Rohr will trotzdem nicht weiter. Bohrer: 98mm, Rohr: 115mm.

Bei etwa 9,5 Meter kommt so wie sich der Bohrer anhört der Kies. Ton- oder Lehmschicht glaube ich nicht. War bei keinem der Nachbarn der Fall, das noch Ton oder Lehm unter dem Sand war und es hört sich beim Bohrer auch nicht danach an - man kann es nämlich tatsächlich am Bohrgeräusch und den Vibrationen unterscheiden in was man bohrt.

Offensichtlich drückt der Sand sich mit so einer Geschwindigkeit und so einem Druck nach, dass mein Druck von oben aufs Rohr einfach nicht ausreicht.

Ich werde jetzt mal versuchen mit Starkwasserpumpen von der Feuerwehr weiter zu kommen (Wasser mit hohem Druck und Durchsatz rein und während dessen das Rohr runter drücken). Mal sehen ob das was bringt.

Wirklich seltsam das ganze - aber vielleicht habe ich ja wirklich nur eine sehr ungünstige Stelle erwischt, bei der der Bodendruck dazu führt, das der Sand sich sofort nachdrückt und das Rohr deshalb nicht weiter will.

Der Bohrer geht übrigens sowohl trocken als auch mit Wasser ganz leicht rein. Raus geht er allerdings nur mit Wasser - sonst saugt er sich wie in einem starken Vakuum am Boden fest.

Zum Thema nochmal 30 cm raus ziehen und wieder rein plunschen: Habe ich versucht. Blöderweise will das Rohr jetzt noch nichtmal die 30 cm wieder rein. Es ist echt zum verrückt werden. Das heißt es kommt jetzt nichtmal mehr auf seine 7,5m sondern nur noch auf 7,2m.
sepp-s
(Mailadresse bestätigt)

  25.07.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Claus vom 25.07.2014!  Zum Bezugstext

Hallo kann  es nicht sein dass  sich das Rohr im Feinsand so eingeschlämmt hat so das sich nichts mehr zu bewegen  ist.   Bentonit sol eigentlich das Bohrloch stabilisieren  wie gut so etwas bei Feinsand funktioniert ? kann Nicht sein dass  Bentonit das Rohr  außen zupappt
mfg   Sepp
Claus
(Mailadresse bestätigt)

  25.07.2014

Hallo,
schliesse mich meinem Vorredner an, aber leg doch mal ein nennenswertes Gewicht auf, dann sollte es auch abwärts gehen.
Gruss
Claus
HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  25.07.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von phil07 vom 25.07.2014!  Zum Bezugstext

Hallo,
das Rohr ca. um 30 cm ziehen und dann weiter plunschen.
Bleibst du an der gleichen Stelle hängen, vermute ich einen Stein oder das Rohr sitzt auf einer Lehm oder auch Tonscicht auf.
phil07
(Mailadresse bestätigt)

  25.07.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 24.07.2014!  Zum Bezugstext

Danke für die erste Antwort!

Das Rohr habe ich während dem Plunschen wie gesagt mit 160 Kilogramm belastet. Das ich später das Rohr unten mit Tonpellets etc. verschließen muss ist mir klar, zum Probepumpen muss es aber nunmal ohne Verschluss gehen, da ich danach ja noch weiter bohren wollte.

Beim Plunschen habe ich dafür gesorgt, dass das Wasser bis ganz oben steht - sprich ständig neues Wasser rein wenn es ein bisschen abgesackt ist. Trotzdem bewegt sich das Rohr keinen Millimeter weiter. Ich habe das Gefühl ich sauge einfach nur neuen Sand von unten an und er drückt so schnell und stark nach, dass das Rohr sich gar nicht senken kann. Die Frage ist nur: Was kann man überhaupt dagegen tun, wenn die Wassersäule allein und das 160 Kilogramm-Gewicht auf dem Rohr als Gegendruck nicht ausreicht?
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  24.07.2014

Ich bin zwar kein Freund vom direktem "einplunschen", aber hier ein paar Tips:

Du musst beim plunschen mit Wasserauflast arbeiten. Also das Wasser im Rohr muss immer höher stehen als der Grundwasserspiegel. Bevor du den Ventilbohrer hochziehst muss deshalb Wasser zugegeben werden.
Das ist natürlich nicht so einfach da du ja einen Filter unten dran hast. Zur Not kannst du auch Bohrspülung anstatt Klarwasser nutzen. Diese sollte nicht so schnell versickern. 4% Bentonit sind in Ordnung.

Während des Plunschens muss das Rohr belastet werden.

Bevor du anfängst zu pumpen muss natürlich das Rohr unten verschlossen werden. Dir fehlt ja die Bodenkappe.



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