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Kategorie: > Wissenschaft > Physik / Chemie
Drehrichtung von Wasser?
Gast (Markus Drewling)
(Gast - Daten unbestätigt)

  27.09.2001

Hallo
Vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen.
Ich wollte wissen, ob Wasser, wenn man es z.B. aus der Wanne lässt, eine bestimmte Drehrichtung hat, mit der es von Natur aus immer abfließt. Und wenn wir schon dabei sind: Ob diese Drehrichtung auf der anderen Seite der Erdkugel andersherum ist und wieso?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 13
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  27.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilm T. Klaas vom 27.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Wilm,

daß alle anderen Einflüsse zufällig sind und statistisch letztlich die Corioliskraft siegt, hatte ich mir auch schon überlegt. Wenn das aber 1000 exact gleiche Versuche erfordert, hätte Heiners James Bond schlechte Karten ;-)

Das mit der Länge der Badewanne hatte ich auch nicht verstanden, weil m.E. eine runde Badewanne Vorteile hätte.

Auf jeden Fall muß das Wasser keimfrei gehalten werden, weil sonst der Links- oder Rechstdrall allgegenwärtiger Milchsäurebakterien den gleichen beständigen Einfluß nehmen könnte wie die Corioliskraft.

Aber bleib ganz entspannt, mich interessieren im Moment andere Versuche ;-))

Beste Grüße
Wilfried
Heiner Grimm
(gute Seele des Forums)

  27.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilm T. Klaas vom 26.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Wilm,

" Also meine Schlußfolgerung:
1. Die Energie kommt aus der potentiellen Energie. Siehe Wasserflasche1."

Das sehe ich auch so.

"2. Die Coriolis-Kraft bringt Wasser in Drehung. Siehe Meeresströmungskarte."

Ja, allerdings sind wegen des sehr großen Radius "da draußen" die resultierenden Geschwindigkeiten auch beträchtlich, im Gegensatz zur Badewanne. (Wir haben ja alle keine XXXL-Luxusausführung, oder? ;-) )

"3. Die Ausgangsdrehrichtung entscheidet mageblich über die Drehrichtung des Strudels. Siehe Wasserflasche 2."

Logisch.

"... Aber ich mochte behaupten, wenn jemals jemand ernsthaft versucht hat, dass mit der Strudeldrehrichtung Statistisch nachzuweisen und gescheitert ist, hat er etwas falsch gemacht. Vermutlich nicht lage genug gewartet bis er die Ausläufe geöfnet hat."

Es wurde wohl ernsthaft versucht und (bei sehr sorgfältiger Versuchsdurchführung!) auch der erwartete Effekt gefunden. Siehe:
http://www.wissenschaft-online.de/abo/spektrum/archiv/5296

Zitat daraus:
"Der Einfluss der Erddrehung auf die Strömung ist so gering, dass Störungen infolge von Unsymmetrien der Versuchsanordnung, durch die Restunruhe des Wassers vom Füllen des Behälters, durch eine Öffnungsstörung bei Versuchsbeginn und sogar durch die Ungleichmäßigkeit der Oberflächenspannung oder durch Luftströmungen im Raum ihn mühelos verdecken können. ... Auch der scharfsinnige James Bond könnte in einem Waschbecken am ablaufenden Wasser nicht feststellen, ob er auf die Nord- oder die Südhalbkugel der Erde entführt worden ist."

Grüße Heiner
Wilm T. Klaas
wilmwasser.de
(Administrator)

  27.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 27.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

>Nachweisbar wäre die Corioliskraft erst in einer Badewanne mit 500-fachem Volumen, die also ca. 850 m lang ist.<
Hm, das Volumen müste 500 mal so groß sein, nicht die Länge! Also, müsste Die Wanne ca. 8 mal so lang, acht mal so breit und acht mal so hoch sein.
Auf deutsch gesagt, müsste schon ein Pool reichen! :-)

>Ich selbst meine, daß die Entfernung zum Äquator auch einen bedeutenden Einfluß hat. Ganz dicht am Äquator, oder direkt drauf, kann der Einfluß nicht so groß sein, wie weiter entfernt.<

Ich denke mit dem Äquator dass leuchtet ein, "oben" rechtsherum, "unten" linksherum irgendwo muß da ein Übergang sein.
Interessant auch: http://www-computerlabor.math.uni-kiel.de/~xrendtel/meerstr/stroemung/tex/stroemungli1.html

Um nochmal auf die Badewanne zurückzukommen.
Ich stimme Dir da in soweit zu, als dass die Strudel in nördlichen Badewannen nicht alle im Uhrzeigersinn drehen und viel stärker von andreen Einflüssen abhängig sind, z.B. der Form der Badewanne, der Ausgangsbewegung des Wassers, und auch wie man der Stöpsel zieht. Diese andern Einflüsse sind aber nicht systematisch sondern zufällig und müssen sich, wenn man es richtig anstellt, statistisch aufheben.

Was ich jedoch sagen wollte: "Sie ist da, also lässt sie sich auch nachweisen." Jeder Einfluß auf ein sonst nur durch zufällige Kräfte beeinflusstes System lässt sich statistisch nachweisen, wenn man einen ausreichenden Aufwand treibt.

Je kleiner das Testbecken wird, um so mehr Versuchsdurchläufe wird man benötigen um die Kraft nachzuweisen, aber man kann!

Ähnlich wie bei einem gut gezinkten Würfel, mit schlappen 50 mal Würfeln fällt es nicht auf, das die "6" ( ::: ) öfter kommt, und je schwächer er gezinkt ist, desto schwieriger wird es das nachzuweisen, aber mit einem Würfelautomaten ergibt sich irgendwann eine deutliche Abweichung von dem mathematischen Durchschnittswert von 3,5.

Gruß Wilm

Aber um meine Aussage von vor einiger Zeit zu berichtigen, nicht alle Strudel in deutschen Badewannen drehen in eine Richtung, sie tendieren (auch wenn unmerklich) zum Uhrzeigersinn ;-)
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  27.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilm T. Klaas vom 26.07.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Wilm,

Professor John McCalpin von der University of Delaware schätzt den Einfluß der Corioliskraft auf ungefähr 10.000 Mal geringer als den anderer Faktoren. Wie der Stöpsel gezogen wird oder wie das Wasser hin- und her schwappt ist entscheidender für die Drehrichtung des Wirbels über dem Abfluss.
Nachweisbar wäre die Corioliskraft erst in einer Badewanne mit 500-fachem Volumen, die also ca. 850 m lang ist. Wahrscheinlich muß die dann auch noch mit dem Fußende zum Äquator zeigen :-)))))))))
http://www.g-o.de/index.php?cmd=aws_schongewusst&id=162

Ich selbst meine, daß die Entfernung zum Äquator auch einen bedeutenden Einfluß hat. Ganz dicht am Äquator, oder direkt drauf, kann der Einfluß nicht so groß sein, wie weiter entfernt.  

Beste Grüße
Wilfried

Beste Grüße
Wilfried

Wilm T. Klaas
wilmwasser.de
(Administrator)

  26.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Heiner Grimm vom 03.06.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Heiner, Hallo Forum,

... und da der Thread sowieso mal gerade wieder oben ist, nutze ich das Ganze mal um mich nochmals zu der Sache zu Äußern.

Was angeblich gegen die "Coriolis-Kraft" sprechen sollte war doch der Energieerhaltungssatz, oder?
Das Argument habe ich noch nie verstanden... Wie man in München im Deutschen Museum sehr schön beobachten kann, gibt es diese Kraft und sie hat auch einen sichtbaren Einfluss.
Nun wird behauptet, das die "Coriolis-Kraft" viel zu schwach wäre, um Wasser so schnell rotieren zu lassen.
Aber dieses Argument kann ich nicht zulassen, denn eion strudel ist kein geschlossenes System, bei dem man den Energieerhaltungssatz anwenden kann, denn da wurde wohl die potetielle Energie des Wassers vergessen!?
Wie man auf Satelitenaufnahmen sehr schön sehen kann ist die Drehrichtung von Wirbelstürmen nicht zufällig, denn auf der Südhalbkugel drehen diese sich im Urzeigersinn. Die Energie diese Luftmassen zu bewegen, kommt auch nicht aus der Coriolis-Kraft sie wird ebenfalls gespeisst durch potetielle Energie.

Womöglich ist der Einfluß nicht so groß, als dass man ihn in jeder Badewanne erkennen kann, aber jede Kraft, die auf etwas statistisch ausgeworenes (wie den Zufall) einwirkt, erzeigt eine Beeinflussung der Ergebnisse.

Das aber die Karft ausreicht, um ganze Ozeane in Bewegung zu verstzen sollte eigentlich eine Karte der Meeresströmungen zeigen:
http://www.m-forkel.de/klima/meeresstroemungen.html

1. Beobachtung aus der DIY-Physik: Man versetze das Wasser in einer auf den Kopf stehenden Flasche in ganz leichte Rotation. Öffnet man Flasche, nimmt die Ritationsgeschwindigkeit zu, die Zunahme der Rotationsgeschwindigkeit steht also im Zusammenhang mit dem Abfluß des Wassers...
2. Beobachtung aus der DIY-Physik: Die Drehrichtung des strudels ist abhängig von der Anfangsdrehrichtung.

Also meine Schlußfolgerung:
1. Die Energie kommt aus der potentiellen Energie. Siehe Wasserflasche1.
2. Die Coriolis-Kraft bringt Wasser in Drehung. Siehe Meeresströmungskarte.
3. Die Ausgangsdrehrichtung entscheidet mageblich über die Drehrichtung des Strudels. Siehe Wasserflasche 2.

Die Coriolis-Kraft bewirkt jedoch nur eine Drehung von maximal 360° im Idealfall.
Das es da nicht viel braucht um den Anfangsdrehimpuls zu beeinflussen ist denke ich schon klar. Aber ich mochte behaupten, wenn jemals jemand ernsthaft versucht hat, dass mit der Strudeldrehrichtung Statistisch nachzuweisen und gescheitert ist, hat er etwas falsch gemacht. Vermutlich nicht lage genug gewartet bis er die Ausläufe geöfnet hat. :-)

Gruß Wilm
Gast (Marion Krowlowsky)
(Gast - Daten unbestätigt)

  26.07.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Michael Lorenz vom 30.09.2001!  Zum Bezugstext

stimmt net!! es kommt nur auf die beckenform an :)
Heiner Grimm
(gute Seele des Forums)

  03.06.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Harry Guelker vom 25.05.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Harry,

ich würde nicht alles glauben, was mir Souvenirbudenbesitzer so vorführen. Diese Leute sind ziemlich gut darin, Touristen zu vera...en, nicht unbedingt nur, wenn es dabei ein paar Dollars zu verdienen gibt.

In meiner Badewanne, die nun wirklich nicht in Äquatornähe steht, läuft das Wasser mal rechtsrum, mal linksrum ab. Das zeigt zumindest, dass zufällige Unregelmäßigkeiten mehr Einfluss haben als die Corioliskraft.

Grüße Heiner


http://www.wissenschaft-technik-ethik.de
Gast (Anonym)
(Gast - Daten unbestätigt)

  03.06.2005

Auf der Nordhalbkugel dreht sich Wasser immer gegen den Uhrzeigersinn und umgekéhrt glaub ich :)
Gast (Harry Guelker)
(Gast - Daten unbestätigt)

  25.05.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Michael Lorenz vom 30.09.2001!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen.

Der letzten Antwort moechte ich aber widersprechen.

Ich wohne in Kenia also direkt am Aequator.
Ich wollte das Geruecht der unterschiedlichen Drehrichtung des Wassers je nach Erdkugelhaelfte auch nie glauben.....!
Als ich allerdings vor etwa 2 Jahren den Aequator ueberquert habe hat mir ein Kenianer dieses durch ein simples Expriment verdeutlicht (Am Aequator sind immer jede Menge Souvenierbuden aufgebaut):

Ein Eimer mit untem einem Loch in der Mitte (Welches mit dem Finger zugehalten wurde) wurde mit Wasser gefuellt und wir sind etwa 50 m nach Norden gelaufen. Nachdem sich das Wasser im Eimer beruhigt hatte, wurde der Finger vom Loch genommen und das Wasser floss ab. Durch einen kurzen Grashalm im Wasser wurde die Drehrichtung angezeigt. (Habe alerdings vergessen in welche das nun war). Das Ganze haben wir nun 50m suedlich des Aequators wiederholt und siehe da..... die Drehrichtung war andersherum. Das Experiment haben wir dann genau auf dem Aequator wiederholt und dort floss das Wasser fast ohne festgelegte Drehrichtung ab (Mal ein bisschen linksherun, mal ein bisschen rechtsherum, meist aber ganz gerade).

Viele Gruesse aus Nairobi
Harry
Gast (Tobias K.)
(Gast - Daten unbestätigt)

  24.05.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Michael Lorenz vom 30.09.2001!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen!

Die Drehrichtung des Strudels ist hauptsächlich von der Oberfläche des Gefäßes (z.B. Badewanne) abhängig. Wie Michael schon angemerkt hat, ist die fälschlicherweise oft damit in Zusammenhang gebrachte "Coriolis-Kraft" viel zu gering, um hier Einfluß zu nehmen.
Siehe "Wirbel in der Badewanne"
http://www.wissenschaft-online.de/abo/spektrum/archiv/5296

Gruß,
Tobi
Gast (Daniel Egger)
(Gast - Daten unbestätigt)

  04.11.2001

Hallo Markus
ich habe hier einen guten link zu deiner Frage gefunden. http://www.xcell.de/~biedermann/1999-strudel.pdf
Gruss Daniel
Gast (Wilm T. Klaas)
(Gast - Daten unbestätigt)

  30.09.2001
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Michael Lorenz vom 30.09.2001!  Zum Bezugstext

Sehr geehrter Herr Lorenz,

warum aber drehen sich die Strudel in den mir bekannten Abläufen alle im Uhrzeigersinn?
Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses mit der Erddrehung zusammenhängt. Die wirkende Kraft ist zwar sehr klein, aber die Wirkungen sind in einem sonst unbeinflussten System, meines Erachtens, eindeutig zu sehen.

Mit freundlichen Grüßen
Wilm T. Klaas
Gast (Michael Lorenz)
(Gast - Daten unbestätigt)

  30.09.2001

Hallo Markus,
die Drehrichtung im Ausfluß ist rein zufällig bedingt und ändert sich auch nicht auf der anderen Seite der Erdkugel. Die sog. Coriolis-Kraft aus der Physik hat da keinen Einfluß, auch wenn das imemr wieder behauptet wird.

Grüße
Michael



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