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Kategorie: > Technik > Wasserverbrauch / Zähler / Rohrbruch
Netzspülungen
Gast (Felix Stein)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.01.2002

Netzspülungen  

Streit über Sinn und Unsinn des Wassersparens
BERLIN (EPD) Die Bundesbürger haben gelernt, sparsam mit Wasser umzugehen, haben ihre Klospülungen mit Spartasten ausgestattet und belegen mit 130 Litern Verbrauch pro Tag den dritten Platz unter Europas Wassersparern.

Doch die Gewissheit, dadurch der Umwelt einen Dienst zu tun, wird nun in Frage gestellt. Wasserwerke pumpen vielerorts die Wassermengen, die die Bürger „oben" nicht brauchen, „unten" durch die Rohre. Damit beugen sie beim Trinkwasser der Gefahr vor, dass die Leitungen zu „stehenden Gewässern" werden, in denen sich krankheitserregende Keime bilden können.

Bei den Abwasserrohren verhindert das künstliche Durchfluten Geruchsbelästigungen der Anwohner durch Faulgas. In extremen Fällen kann es ohne Durchspülen zu Explosionen des leicht entzündbaren Methangases in der Kanalisation kommen.

Bislang haben die Wasserwerke das künstliche Durchspülen ihrer Rohre nicht an die große Glocke gehängt. Doch nun kündigt sich ein Umdenken an. Dieter Bongert, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Gas- und Wasserwirtschaft, plädiert dafür, „Wasser nicht mehr zu sparen". In der Bundesrepublik gebe es ausreichende Vorräte des natürlichen Lebensmittels, die nur zu geringen Anteilen als Trinkwasser genutzt würden, sagt er. In dem Moment, wo der Durchfluss zu gering sei, können sich Keime in den Rohren bilden, gegen die Wasserwerke mit Desinfektionsmitteln wie Chlor oder künstlichem Spülen vorgehen. Der erhoffte Umweltentlastende Effekt des Wassersparens würde so ins Gegenteil verkehrt.

Diese Aussage stößt bei Umweltverbänden und Wissenschaftlern auf ein geteiltes Echo. Michael Bender, der Sprecher des Netzwerkes „Unser Wasser", das rund 15 Umweltverbände umfasst, sieht in Bongerts Appell den Versuch, „mehr Wasser zu verkaufen". Wasserwerke würden im Zuge des vermehrten Wettbewerbs und der Privatisierung in ihrer Branche von der Spardevise abrücken, „um mehr Umsatz zu machen".

Gleichwohl leugnet der Umweltschützer nicht die Probleme, die der zurückgehende Verbrauch für die Leitungsnetze mit sich bringt. Er plädiert für eine Anpassung der Rohre an die geringeren Durchflussmengen.

„Manch guter Ansatz kann daneben gehen, wenn die Infrastruktur es nicht hergibt", kommentiert Dietrich Stein die Debatte. Der Leitungsbauexperte an der Uni Bochum hält das Problem für hausgemacht. In den siebziger Jahren wären die Wasserwerke von einem Wasserverbrauch von 200 Liter pro Kopf ausgegangen und hätten entsprechend große Rohre verlegt. Die Systeme seien unflexibel und könnten sich nicht an geringere Durchflussmengen anpassen.

IKT: Diese Pressemeldung bestätigt unsere ständigen Warnungen vor überzogenen, weit überhöht angesetzten Planungen (siehe hierzu auch Infodienst 44 – Der geplante Irrtum... ). Die ach so sichere zentrale Versorgung hat Probleme mit den Wassermengen. Diese hat sie nicht nur mit der Qualität, sondern auch mit dem weniger verkauften Wasser und damit mit den Umsätzen. Bedauerlich ist nur, dass die Zeche einmal mehr von den Bürgern bezahlt werden muss, wenn die Versorger - wie gottlob vorgeschlagen - ihre Netze dem geringeren Verbrauch anpassen müssen. Eine Lösung in der Verbrauchserhöhung oder verstärkter Leitungsspülung pervertiert die gesamte Wasserwirtschaft.





Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 1
Gast (Gerd-Wilhelm Klaas)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.01.2002

Netzspülungen
In ländlichen Gegenden mit Industrie- oder Gewerbegebieten wird die Dimmension der Trinkwasserleitungen nicht nur durch das zu "verkaufende" Wasser sondern durch die Feuerlöschreserve bestimmt. Das es in vielen Fällen zu Verkeimungen kommen würde und deshalb gepült werden muß ist bekannt. Durch die Konzessionverträge mit den Kommunen werden die Wasserversorger zu solch einen Unsinn gezwungen. Der Wasserpreis, oder besser Abwasserpreis, wird auch in den nächsten Jahren erheblich steigen. 5 Euro pro Kubikmeter Wasser und Abwasser ist keine Seltenheit mehr. Pro Person somit 400 DM oder ca. 200 Euro pro Jahr ist für die Belastung des Bürgers genug. Deshalb spart der Bürger Wasser. Bestes Beispiel sind die neuen Bundesländer, vor der Wende wurden locker zwischen 250- 400 l Wasser pro Person und Tag verbraucht. Nach der Wende sind es in einigen Bezirken nur noch zwischen 80 und 90 l pro Tag und Person.
In diese Abzockmentalität passt es gut, dass in Berlin vom neuen Senat 75 Pf pro Kubikmeter an Konzessionsabgabe zu bezahlen sind.
Dieser These vom Wassersparen von einigen Wasserverbänden vertreten stimmen die meisten Stadtwerker sowieso nicht zu. Planungen für Wasserleitungen werden langfristig getroffen. Die kurzfristigen politischen und verbandsmäßigen Aussagen spielen dabei keine Rolle.
   



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