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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Wie bohrt man einen Brunnen
Gast (Nik Anastas)
(Gast - Daten unbestätigt)

  15.05.2004

Hallo,
suche nach Literatur und anwendbaren praktischen Informationen: Ziel ist es einen ca. 100m tiefen Brunnen (Durchmesser ca. 100mm) zu bohren (Südeuropa). In dieser Tiefe ist Wasser vorhanden (anscheinend unter Druck, fließt auch ohne Pumpen). Welche Maschinen, Verfahren gibt es dazu, was muss man beachten, welche Werkstoffe verwenden...
Ich werde mich auf Ihre Hinweise freuen (info@gelis-gallery.de)
Danke
Nik



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 6
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.01.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Heinz Kraus vom 12.01.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Heinz,

die Pumpe sitzt in so einem Falle immer ganz unten und ist eine Druckpumpe ( mehrstufige Kreiselpumpe oder so ähnlich ) das Wasserrohr wird daran geschraubt und alle 6m verlängert, bis es nach oben / unten reicht. Das Kabel mit Kabelbindern so alle 2 m am Rohr fixiert usw.
Man kann maximal knapp 10 m saugen, dann reisst die Wassersäule ab und du bildest ein Vakuum, daher kommt nur eine Druckpumpe in Frage!

Gruss vom Golf Alkionides aus

Lothar
Gast (Heinz Kraus)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.01.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 08.01.2005!  Zum Bezugstext

Hallo,

ich möchte mich zunächst einmal für die schnelle und kompetente Antwort bedanken. Für mich ist es eine Horrorvostellung, wenn ich in meinem Haus Urlaub machen will und die Wasserversorgung geht nicht. Wir sind zunächst nämlich nur 3-4 mal im Jahr in der Argolis. Kann man den konstruktiv, im Sinne von vorbeugenden Maßnahmen, etwas unternehmen? Die Sedimente sind mir leider nicht bekannt, muß nochmal die Bohrfirma in Kranidi fragen. Er sagte nur , dass er so um die 100m tief runter muss. Also wenn Ihnen/Dir noch eine Idee kommt, bin ich dankbar. Mal eine Frage als Laie: An welcher Stelle kann den die Pumpe angebracht werden? Gibt es hier Alternativen??

Vielen Dank und einen schönen GRuß

Heinz Kraus
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  08.01.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Heinz Kraus vom 08.01.2005!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Kraus,

dieses Problem gibt es immer, wenn nicht ganz regelmässig gepumpt wird.
Das hängt natürlich ganz von der Zusammensetzung der wasserführenden Schicht ab und wenn es wie bei uns 80m Tiefe sind, muss man schon Vorsorge treffen, das ganze Rohrsystem mit Pumpe heben zu können. Das nützt natürlich nur, wenn ihr Wasserspiegel darüber hoch genug ist. Im schlimmsten Fall muss das ganze Gestänge samt Pumpe gezogen werden und mit einer Kiespumpe das Sediment gehoben werden.
Wir haben ein zusätzliches Drahtseil ( Angstseil ) angebracht um dem Fall eines ausreissenden Rohrgewindes vorzubeugen und haben eine Motorwinde mit Dreibein um das ganze Ding heben zu können. Die Bohrung ist in der Zufahrt und mit einem 80cm Kanaldeckel verschlossen und somit gut zugänglich. ( zur Not auch mal mit einem Kranwagen )

Wichtig ist das Pumpen in den ersten Monaten. Wenn man Glück hat lässt der Zufluss von feinen Sedimenten bald nach. Bei uns leider nicht der Fall.

Gruss aus GR

Lothar
Gast (Heinz Kraus)
(Gast - Daten unbestätigt)

  08.01.2005
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 15.05.2004!  Zum Bezugstext

Hallo,

folgende Frage: WElches Risiko besteht, wenn eine solche Wasserbohrung nur zeitweise in Betrieb genommen wird (z. B. weil es sich um ein Ferienhaus handelt). Besteht die Gefahr, dass sich die Bohrung zusetzt?
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  15.05.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 15.05.2004!  Zum Bezugstext

Hallo Nik da bin ich nochmal.

Habe gerade mal geschaut was das jeweils gekostet hat.
Die Verrohrung auf 104 m 21 cm hat 2160,-Euro gekostet.

Die Anfahrt von Argos nach Strava (Golf Alkionides ) 200 Euro. Für den gebohrten Meter musst du von 38 bis 45 Euro pro lfd.m je nach Anbieter rechnen.

kalo wrasi Lothar
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  15.05.2004

Hallo Nik,

wenn du sicher bist, dass Wasser da ist brauchst du jemand mit einer Bohrmaschine. Für diese Tiefe empfiehlt es sich aber auf 20 bis 30 cm Bohrlochdurchmesser zu gehen. Hier haben wir bis 100 m 30cm verwendet und für die nächsten 80 m auf 18cm reduziert. Hier in Griechenland gibt es mehrere Firmen mit solchem Gerät und die meisten sind in und um Argos auf dem Pelopones angesiedelt.
Deinem Namen nach ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass du hier bei uns irgendwo bohren willst ???

Sollte das der Fall sein, kann ich dir die Handy Nummer von Janis meinem Brunnenbohrer geben.

Nun deine Frage präzise zu beantworten:

Nach Auftragserteilung kommt ein Riesen LKW mit Bohrgerät huckepack. Ein weiterer LKW mit den zusätzlichen Bohrgestängen und den Rohren für den Bohrungsausbau. Das Fahrzeug wird am Bohrort aufgebockt und dann der Bohrturm hydraulisch auf und ausgerichtet. Dann bohrt man mit einem grossen Durchmesser ca. 40 cm etwa 1 bis 3m tief und setzt ein Rohr dieses Durchmessers ein sozusagen der Bohrlochmund.
Dann kommt der Bohrer mit dem gewählten Durchmesser zum Einsatz. Neben dem Bohrturm wird ein Spülwasserzulauf gebraucht. Das Spülwasser wird mit Flüssigseife versetzt und mittels Pressluft durch das hohle Gestänge zur Bohrkrone gedrückt. Mit dieser schäumenden Spülung wird erstens das Gestänge geschmiert und zweitens das etwa mit 6mm Korngrösse vorliegend Gestein hochgespült und aus dem Bohrlochmund gedrückt. Gibt bei 100m ganz schön viel Zeug.
Sobald man auf Wasser stösst, verändert sich die Konsistenz des geförderten Materials auf flüssiger bis sehr wässrig.

Ist die gewünschte Tiefe erreicht, wird das Gestänge zurückgezogen und die Bohrung mit den Rohren, welche die ersten Meter geschlitzt sind ausgebaut. das sind 6 Meterstücke, welche aneinandergeschweisst werden. Auf diese Verrohrung kann nur dann verzichtet werden, wenn bekannt ist, dass geologisch keine Versätze oder bröseliges Gestein längs der Bohrung vorliegen.

Dann kommt üblicherweise eine Tauchpumpe zum Einsatz, welche mit wiederum den üblichen 6m Rohrstücken verlängert hinabgelassen wird. das Kabel muss gut am Rohr angebunden werden so alle drei Meter.

So das sollte für das erste genügen.

Grüsse aus dem mit 23 Grad viel zu kalten Griechenland.

Lothar



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