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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Wassergewinnung aus Doggersandstein
Gast (Erich Viehbacher)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.09.2004

In unserer Gemeinde will man den derzeitigen hohen Nitratgehalt im Trinkwasser (bis zu 57 mg/l)über eine Erschließung von Doggerbrunnen (Null Nitrat)durch Mischen auf einen mittleren Wert von 35 mg/l Nitrat entgegen treten. Liegen zu der Wassergewinnung und Mischung aus den sogenannten Doggerbrunnen vor? Die aus diesen Brunnen gewonnenen Wässer sind eisenhaltig und sauerstoff arm. Welche Nachteile sind zu erwarten.



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Gast (Gerd-W. Klaas)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.09.2004

Sehr geehrter Herr Viehbacher
Schauen Sie bitte im Lexikon unter Mischwasser nach. Der DVGW hat dazu ein neues Arbeitsblatt herausgebracht (siehe auch Nachrichten).
Sofern die einzelnen Parameter der Wässer bekannt sind, kann aufgrund des Arbeitsblattes ermittelt werden ob die Wässer gemischt werden können.
In einigen Gegenden Deutschlands ist der Nitratgehalt des Wassers so hoch, dass es nicht als Trinkwasser abgegeben werden darf. Die Entfernung von Nitrat aus dem Wasser ist möglich, aber so teuer, dass das kaum einer bezahlen kann. In der DDR gab es nach der Trinkwassernorm einen Grenzwert der überschritten werden durfte, wenn das Nitrat eindeutig nicht fäkalen Ursprungs war. In Abhängigkeit vom Vorhandensein anderer organischer Stickstofferbindungnen durften bis 150 mg/l Nitrat im Trinkwasser enthalten sein.
Nach WHO sind die geltenden Werte von 50 mg/l Nitrat und 3mg/l Nitrit noch als ausreichend um Säuglinge vor negativen Folgen des Nitrates und Nitrites im Trinkwasser zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Gerd-W. Klaas
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.09.2004

Hallo Herr Viehbacher,

vom Dogger her nehme ich an, dass sie sich im "fränkischen" befinden und möchte Ihnen da ein Ing.-Büro in Bamberg empfehlen. Sie können schon mal deren sehr schön gemachte Internetpräsenz www.geologie-franken.de studieren und dort finden sie im Impressum auch die Adresse.
Wie Herr Schmidt schon vermutete ist das Hauptproblem die hohe Eisenhaltigkeit dieses Grundwassers, was aber durchaus genutzt wird.
Beste Grüsse aus Griechenland

Lothar Gutjahr
Gast (Michael Schmidt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.09.2004

Hallo Herr Viehbacher,

ohne genaue Kenntnis der entsprechenden Wasseranalysen und der vorliegenden Verhältnisse kann man selbstverständlich nur allgemeine Aussagen dazu machen. Ich frage mich zum Beispiel, wenn man offensichtlich schon einen neuen Brunnen mit 0 Nitrat hat und erschließt, wieso nutzt man den nicht gleich komplett zur Versorgung, sondern mischt das stark nitrathaltige Wasser. Gibt es hier Mengen- oder sonstige Nutzungseinschränkungen? Nitrat stammt oft aus landwirtschaftlicher Nutzung und ist im Trinkwasser überhaupt nicht erforderlich.

Das Wasser aus dem Brunnen (ich gehe mal davon aus, dass er tiefer ist als nur ein paar Meter) ist bei dem Untergrund zwangsläufig stark eisenhaltig, da es gleichzeitig sauerstoffarm bzw. -frei ist (reduzierende Bedingungen). Wahrscheinlich enthält es auch noch etwas Mangan und unter Umständen stinkt es auch noch nach Schwefelwasserstoff (Geruch nach faulen Eiern). Das kommt bei Grundwässern je nach Untergrund häufiger vor.

Eine Aufbereitung zur Enteisenung/Entmangung durch (Druck-)Oxidation und Filtration ist normalerweise problemlos möglich und alltägliche Wasserwerkspraxis. Dabei steigt auch der Sauerstoffgehalt meist in den Bereich der Sättigung (zwischen 10 und 12 mg O2/L). Falls man tatsächlich die Wässer dann noch mischen will, muss man dabei u.a. das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht beachten und vor der Verteilung evtl. entsprechende Aufbereitungsschritte durchführen.

Aber wie schon erwähnt, dazu braucht man die Analysenergebnisse um dann damit rechnen zu können und um eine Beurteilung vornehmen zu können. Neben den chemisch-physikalischen Parameter, die laut Trinkwasserverordnung eingehalten werden müssen, gibt es ja auch noch die mikrobiologischen Werte.

Falls es sich hier um eine öffentliche Wasserversorgung handeln sollte, dann können Sie eigentlich ziemlich sicher sein, dass die verantwortlichen Leute wissen, wie sie hier vorzugehen haben bzw. wo sie entsprechende Hilfe finden können. Gegen die Aufbereitung und Verwendung als Trinkwasser spricht bei Einhaltung der Anforderungen grundsätzlich nichts.

Viele Grüße
Michael Schmidt



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