Wasser.de
Lexikon
Shop
Wasser Forum
   mehr als 6300 Themen und 30800 Antworten
Zurück zur Übersicht! Datenschutz FAQ Hilfe Impressum



 

Kategorie: > Verordnungen / Richtlinien / Satzungen
Stadtwerke kündigen Versorgungsleitung
Gast (Frank Gützkow)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.10.2004

Die Stadtwerke haben mir zum 01.01.2005. den Versorgungsvertrag gekündigt.Es gibt für mein Grundstück kein Anschluß-und Benutzerzwang.
Das Grundstück liegt außerhalb.Ich habe nur 3
Möglichkeiten um Trinkwasser zu bekommen.
1.Anschluß an die  - private -  Leitung von meinem Nachbarn,Kosten bis ca. 15.000 Euro.
2.Besteht die Möglichkeit einen ca.70 Jahre alten Schachtbrunnen zu aktivieren.Erkundigungen beim Gesundtheitsamt habe ich bereits eingeholt.
3. Neubohren eines Brunnens -Kosten ca.5.000 Euro.
Das Grundstück liegt im Wald- es ist ein alter großer
Baumbestand vorhanden,erschwerend kommt noch hinzu das
der Schachtbrunnen auf diesem Grundstück in einem Steinbruch eingelassen ist.
Ist das Reaktivieren des alten Schachtbrunnens sinnvoll?
Hat er genügend Wasser auch im Sommer?
Ich habe Angst,daß dieser alte Schachtbrunnen nicht
zuverlässig ist.
Kann mir jemand bei all den Fragen Tipps geben?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.10.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Frank Gützkow vom 09.10.2004!  Zum Bezugstext

Hallo Herr Gützkow,

man rechnet in Deutschland etwa 200 Liter pro Tag und Person als mittleren Wasserbedarf. Bei 4 Personen macht das gerade mal 800 Liter pro Tag.
Nehmen sie das dreifache an, dann macht das gerade mal 10 Prozent ihrer Brunnenleistung aus. Sie haben also einen ganz hervorragenden Brunnen an der Hand.

Wenn sie da unten auch noch eine relativ hohe Wassersäule  haben, dass die Pumpe kurzfristig grössere Mengen liefern kann sparen sie auch noch einen Vorratsbehälter, den man sonst zum Einsatz bringen würde um kurzfristig grössere Entnahmen zu puffern.

Meiner Meinung nach wenn nötig reinigen, dann eine Weile abpumpen und dann eine neutrale Wasseranalyse zur persönlichen Information machen lassen und erst im nächsten Schritt ( wenn überhaupt ) an Gesundheits - Landratsamt in ein Genehmigungsverfahren gehen.

Persönlich meine ich, wenn man sie da so hängen lässt würde ich mich auch nicht darum reissen die eigene Versorgung durch die Mühle der Bürokratie zu kurbeln.

Was die Zuverlässigkeit anbelangt, sollten sie den Grundwasserstand über das Jahr hinweg aufschreiben und nicht unnütz viel Wasser abpumpen.
Wir hatten hier mal eine Linse angebohrt, welche am Anfang 8 Sekundenliter brachte und nach einem halben Jahr inklusive vielen Tests und Pumpversuchen zur Leistungsbeobachtung leer war. Das nachrieselnde Wasser kam dann gerade mal auf weniger als ein Zehntel davon.

Einen schönen Abend nach Deutschland

Lothar Gutjahr
Gast (Frank Gützkow)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.10.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 09.10.2004!  Zum Bezugstext

Sehr geehrter Herr Gutjahr,
genau auf Ihre Antwort habe ich gehofft. Ich habe
schon ein paar mal im Forum wasser.de gestöbert und
dabei Ihre Antworten gelesen.
Der Brunnen ist vor zwei Jahren von mir über einen Zeitraum von 14 Tagen abgepumpt worden.
Die Werte sind etwa 1000 liter in einer Stunde .
Die Werte hatten aber Schwankungen. Und das Wasser im Brunnen lief nicht regelmäßig nach.Das ich den Schachtbrunnen noch vertiefen könnte habe ich auch schon gehört,hatte ich evtl. auch noch vor.Leider habe ich den Brunnen nicht weiter gepumpt,sodaß keine klaren
Werte vorliegen.Gibt es vieleicht Richtwerte womit man sich bei einem 4 personenhaushalt orientieren könnte.
Also Beispiel 1500 l Wasser in der Stunde muß ein Schachtbrunnen pumpen?Und wie kann man dieses errechnen.

Ich benötige eine zuverlässige Trinkwasserquelle die langfristig mein Grundstück versorgt.
Einen neuen Brunnen bohren ist auch nicht ganz einfach,wie schon erwähnt liegt mein Grundstück
inmitten eines alten Steinbruchs.Die Firma die den Brunnen bohren würde,hat ca. 20 Meter Tiefe angesetzt.
Nähere Info und Kostenplanung bekomme ich erst nächste Woche.
Ich bin absoluter Laie im Thema Brunnen und Behörden.
Kann mir auch nicht so recht vorstellen,das die Stadtwerke mir einfach kündigen können!?Die Kündigung ist am 23.Sep.2004 in meinem Postfach gewesen.
Vielleicht bis bald
F.Gützkow
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  09.10.2004

Hallo Herr Gützkow,

ich habe vor Jahren so einen Schachtbrunnen reaktiviert und dabei folgende Erfahrungen gemacht:

Ausgangslage war die, dass das Grundwasser nur 20cm über der Sohle des Brunnens stand und wenn man das bischen abpumpte dauerte es fast eine Stunde, bis sich das wieder gefüllt hatte.
Wir haben dann etwa einen Meter tiefer gegraben, so mit einem Mann unten der den Eimer füllt und zwei oben die hochziehen und kucken.
Hier gleich vorab die Warnung, nur einen Top-Metalleimer mit geschlossenen stabilen Augen und bei welchem die Ösen des Griffs zugebogen und am besten  noch hartgelötet werden.
Wir haben dem beinahe tödlichen Unfall von oben zugesehen, wie der volle Eimer sich vom Griff löste und 6 Meter nach unten rauschte. Zum Glück 10 cm am Kopf des Arbeiters vorbei.

Nach dem tiefer graben dauert es ebenfalls lange bis sich das mit Wasser füllt, weil die früheren Fliesskanälchen in der wasserführenden Schicht nach jahrzehntelanger Nichtnutzung verstopft sind . Bereits  etwa 2 Wochen nach regelmässigen Entnahmen zum wässern von Pflanzen stieg die Förderdauer signifikant an und nach einem halben Jahr konnte man schon über eine Stunde pumpen, bevor er versiegte.
Durch öfteres zyklisches Pumpen lässt sich dieser Effekt beschleunigen.

Wenn also das freilegen nicht zu viel Arbeit macht, so ist das allemal einen Versuch wert. Ich würde auch mit Analysen des Wassers warten, bis das wieder einigermassen frei fliesst um so eventuelle Verunreinigungen von Kadavern und anderer möglicher Nitratquellen zu beseitigen. Vielleicht haben sie Glück, dass das Einzugsgebiet des Brunnens nicht aus überdüngtem landwirtschaftlichem Gebiet stammt und selbst wenn sie da zu hohe Nitratwerte hätten, wäre die Nutzung als Brauchwasser denkbar und das Trinkwasser für Tee und Kaffee könnte man sich dann mit Kanistern beim Einkaufen mitbringen.

Wir hatten bei unserem Brunnen leider viel zu hohe Nitratwerte und nutzten in nur für den Garten und zum Autowaschen.
Zum fördern des Wassers habe ich damals so ein kleines Hauswasserwerk mit Jetpumpe aus dem Baumarkt genommen.

Ich wünsche viel Glück damit, Gruss aus Griechenland

Lothar Gutjahr



Werbung (2/3)
Laboruntersuchung für Ihr Trinkwasser


Zurück zu Wasser.de
© 1999 - 2018 by Fa. A.Klaas