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Kategorie: > Umwelt > Wasserverschmutzung
ammonium
Gast (Andreas Ulrich)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.11.2004

hallo! ich habe nächste Woche einen Vortrag über Ammonium. Mir fehlen noch bestimmte angaben dazu. 1.Wie wird Ammonium gemessen? 2.Welche Werte gibt es? 3.Welche Werte sind noch für ein Gewässer in ordnung? 4.Warum wird der Ammonium-Gehalt bei Gewässeranalysen bestimmt? 5. Wie groß ist der Ammonium-Gehalt in ihrem Aquarium? Ich bedanke mich schon mal im vorraus.



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 2
Gast (Lothar Gutjahr)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.11.2004

Hallo Andreas,

sicherlich willst du über Ammoniumverbindungen sprechen?

Meines Wissens und auch meinem angegrauten Römp nach, ist es noch niemanden gelungen die Atomgruppierung NH4 zu isolieren.

Die Verbindungen sind sehr zahlreich. Als besonders giftige sind die Ammoniumfluoride anzusehen, welche früher in der Industrie verbreitet waren.

Was hauptsächlich im Wasser landet sind in erster Linie die als Düngemittel zum Einsatz kommenden A-nitrat und A-phosphat Verbindungen.

Zur modernen Messtechnik warten wir am besten auf den Beitrag eines Abwasserspezialisten. Grundsätzlich lässt sich bei allen A-verbindungen mit starken Laugen NH3 Gas austreiben und mit "Neßlers Reagenz" nachweisen.

Am besten schaust du selbst mal unter Ammoniumverbindungen nach. In meinem Römp sind es 8 Seiten.
Gruss aus GR

Lothar
Gast (Rainer Kluth)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.11.2004



Ammonium
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Ammonium-Ion NH4+ ist die konjugierte Säure zur Base Ammoniak NH3. Ammoniak / Ammonium - Gleichgewicht in angesäuerter Lösung: NH3 + H3O+  NH4+ + H2O

Das Ammonium-Ion ist ein Kation, das chemisch ähnlich reagiert wie Alkalimetall-Ionen und Salze entsprechender Formel bildet, beispielsweie Ammoniumnitrat NH4NO3.

In der Natur, beispielsweise im Boden und in Gewässern entsteht Ammonium-Stickstoff in erster Linie beim Abbau tierischer oder pflanzlicher Eiweiße. Das Ammonium wird im Boden und in Gewässern unter Sauerstoffverbrauch zu Nitrit und weiter zu Nitrat oxidiert. Dies erfolgt durch so genannte nitrifizierende Bakterien. Der Vorgang wird Nitrifikation genannt. Er ist im Boden durchaus erwünscht, denn dadurch wird aus Ammoniumdünger oder Gülle das für Pflanzen als Nährsalz wichtige Nitrat gebildet.

In Gewässern ist die Nitrifikation Teil der Selbstreinigung. Übersteigt die Abwasserfracht die Selbstreinigungsfähigkeit des Gewässers, so entstehen daraus erhebliche ökologische Probleme.

   * Der Vorgang selbst benötigt Sauerstoff. Dadurch kann - insbesondere wenn im Sommer bei höheren Temperaturen die Sauerstoffkonzentration ohnehin sinkt - der Sauerstoffgehalt stark zurückgehen. In Flüssen und Seen führt dies zu einem genannten Sauerstoffdefizit, das heißt Zonen, in denen das Wasser praktisch sauerstofffrei ist. In Seen kann dies zum Umkippen führen. Dabei treten intensive Fäulnisprozesse auf, die zu massiven, negativen Veränderungen des Ökosystems führen.
   * Das entstehende Nitrat führt zu einer Überdüngung (Eutrophierung) und damit zur Massenvermehrung von Algen (Algenblüte). Die Algen erzeugen zwar tagsüber einen Überschuss an Sauerstoff, der an die Atmosphäre abgegeben wird. Nachts aber wird Sauerstoff aus dem Wasser veratmet. Zudem führen absterbende Algen zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch der Destruenten am Gewässerboden.

Ammonium selbst ist relativ harmlos, steht aber im oben dargestellten Gleichgewicht mit Ammoniak, einem starken Gift. Dieses Gleichgewicht zwischen beiden Stoffen hängt maßgeblich vom pH-Wert und der Temperatur des Wassers ab. Der Anteil des Ammoniaks steigt entsprechend steigendem pH-Wert und steigender Temperatur.

Ammoniumgehalte im Wasser von 0,5-1 mg/l werden als bedenklich für Fische eingestuft; Werte über 1 mg/l sind für Fischereizwecke nicht geeignet.


Kurze Ergänzung.
In der Wasserversorgung wird Ammonium gemessen da darüber Rückschlüsse auf einbiologisches Wachstum gezogen werden können.

Bezüglich der Bestimmung von Ammonium muß ich mich schlau machen. Ich weis daber das WTW und Dr. Lange entsprechende Verfahren im Programm haben.
Im Aquariumhandel gibts auch Schnelltests. 50 Messungen kosten dann ca 10 €.


Gruß

Rainer



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