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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Kupferrohre - Innensanierung - LSE
Gast (Regina)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.12.2004

Hallo!

Seit ca. 10 Jahren haben wir in unserem Reihenhaus alle Leitungen ausgetauscht und durch Kupferrohre ersetzt. Die alten Rohre waren nach ca. 16 Jahren durch das stark kalkhaltige Wasser einfach "fällig" weil sie stellenweise starke Ablagerungen hatten.

Zeitgleich mit den Kupferrohren haben wir damals eine neue Zentralheizung eingebaut (zuvor Kachenofenheizung) und um das Kalkproblem in den Griff zu bekommen, eine Wasserenthärtungsanlage.(Lindsay). Das System arbeitet mit Salztabletten und reduziert die Wasserhärte auf 4 - 8 Grad.

Nun zu unserem Problem: in den letzten 1 1/2 Jahren hatten wir schon 3 kleine Lecks in den Wasserleitungen. Glücklicherweise an Stellen, wo wir das schnell gemerkt haben und die auch gut zugängig waren. Auf der Suche nach Informationen und Lösungsmöglichkeiten sind wir auf dieses Forum gestoßen (Danke! und auch auf ein Verfahren: LSE - Rohrinnensanierung. Eine Methode, die wohl aus der Schweiz kommt, dort patentiert ist, aber wohl seit gut 15 Jahren auch in Deutschland angewandt wird.

Gibt es hier jemanden der das kennt und uns hierzu Infos geben kann?
Vielleicht hat ja jemand auch so ein Problem und hat schon die geniale Lösung gefunden? Als ich mich hier umgeschaut habe, hab ich gelesen, dass wir wohl nicht die Einzigen sind, die von diesem Lochfraß oder der Korrosion von Kupferleitungen betroffen sind.

Wir würden uns über jeden Beitrag freuen!!

Vielen Dank im Voraus und Euch allen einen schönen Tag

Regina



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 7
Gast (Andreas Zippan)
(Gast - Daten unbestätigt)

  25.08.2005

Hallo Regina,

ich habe ein ähnliches Problem und bin auf die Produkte von "gelöscht" gestossen. (Flüssigdichter)  Infos unter "gelöscht.com"

Vielleicht kann Euch hiermit geholfen werden

Gruß

Bitte keine direkte Werbung!

Dieser Beitrag wurde nachträglich editiert!
Gast (Regina)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.12.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Rainer Kluth vom 01.12.2004!  Zum Bezugstext

Hallo Rainer

vielen Dank. Das Thema ist so vielschichtig - je mehr man darüber liest, je mehr orientiert man sich nach allen Richtungen.

Enthärtungsanlage: Du schreibst über diese Steuerköpfe und dass da vielleicht der "Hund begraben" sein könnte.
Vor ca. 8 Wochen hatten wir einen Servicetechniker von Lindsay da. Er überprüfte das ganze Ding, maß den Härtegrad vor und nach der Anlage und meinte, sie sei so richtig eingestellt. Er tauschte ein paar Dichtungen aus und beruhigte uns dahingehend, dass unser "gutes altes Schätzchen" noch ein paar Jahre locker laufen könnte. (nachdem ein Kollege von ihm ein schon vor 5 Jahren empfahl, alles raus und alles neu rein....)
Meinst Du, das Problem, dass das Sole ziehen könnte, kann davon unbemerkt trotzdem auftreten, d.h. er merkt das gar nicht beim Messen?


Ratlose Grüße
Regina
Gast (Rainer Kluth)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.12.2004

Hallo Regina,

den Ionentauscher kannst Du wie folgt überprüfen.
1. Härtemessung
-> Härte im Zulauf messen
-> Härte im Ablauf messen
Hier muß Du im Ablauf die eingestellte Verschneidung messen.
Sind diese Werte oK funktioniert die Enthärtung

2. Leitwert messen
Leitwert vor und nach der Enthärtung messen.
Ist der Leitwert im Ablauf höher als im Zulauf sugt die Enthärtung im Betrieb Sole (Ventil im Steuerkopf undicht) Dadurch erhöht sich der Chloridwert im Wasser -> als Folge entsteht Korrosion.
Bei einigen billigen Steuerköpfen tritt diese Problem auf.
Abhilfe -> Anlage von einer Fachfirma (möglichst Wassertechnikfirma) prüfen lassen. Der Überprüfung beiwohnen und einPrüfprotokoll erstellen lassen.

Wenn Du im Bekanntenkreis einen Aquariumfan hast, frag ihn nach einen Leitwertmeßgerät. Härtemeßstäbchen oder Härtetropfen gibts im Aquariumhandel.

Gruß

Rainer
Gast (Fred)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.12.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Regina vom 01.12.2004!  Zum Bezugstext

Hallo,

ein Labor kann zB. beim örtlichen Wasserversorgungsunternehmen erfragt werden.
Gast (Regina)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.12.2004
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 01.12.2004!  Zum Bezugstext

Danke!

@H2O:
die Wasserenthäartungsanlage ist auch seit 10 Jahren drin - nur die Probleme sind ca 1 1/2 Jahre alt.

Wir werden uns wohl mal umhören, wo es hier ein umweltbiologisches Labor gibt, in das wir Wasserproben bringen könnten, um es dort untersuchen zu lassen.

Viele Grüße

Regina

Gast (Michael Schmidt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.12.2004

Hallo Regina,
was die Ausführungen von H2O zur Korrosionsproblematik anbelangt stimme ich grundsätzlich zu. Man sollte hier vielleicht zusätzlich, wenn die Überprüfung der Ionenaustauscheranlage nichts konkretes bringt, auch mal den ein oder anderen Schaden näher auf die möglichen Schadensursachen hin untersuchen. Vielleicht (Installateure weiter unten weiter lesen) liegts ja mal wieder an der Verarbeitung. ;-)

Was die Sanierung durch Epoxidharzbeschichtung anbelangt, will ich versuchen, den mir bekannten, derzeitigen Stand (den ich bereits zu einem anderen Beitrag in ähnlicher Form hier im Forum schon mal mitgeteilt habe) wieder zu geben.

Epoxidharzbeschichtungen werden in Trinkwasser-Installationen zur Sanierung, d.h. Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft seit ca. 15 Jahren eingesetzt und in den letzten Jahren verstärkt beworben. Das LSE-Verfahren gibt es wohl schon an die 16 Jahre, es gehört mit zu den ältesten bzw. längsten am Markt (auch in D) angebotenen Systemen.

Diese Verfahren, auch wenn sie patentiert sind, sind allerdings auch schon lange stark umstritten. Die Firmen, die derartige Verfahren anbieten, werben häufig mit der Aussage, dass die Epoxidharzbeschichtungen schon seit Jahrzehnten bekannt sind und mit großem Erfolg in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Das ist grundsätzlich richtig, allerdings verschweigen die Firmen dabei gerne, dass es sich bei diesen Verfahren dort um sogenannte “heißaushärtende” Systeme handelt, die fabrikmäßig aufgebracht werden. Die im Bereich der Hausinstallation eingesetzten System sind “kaltaushärtend”, d.h. sie werden allenfalls bei etwas erhöhten Temperaturen (30 - 50°C) über mehrere Stunden bis Tage getrocknet und sie weisen von der Zusammensetzung (Rezeptur) her doch einige grundlegende Unterschiede auf.

Die in der Vergangenheit ebenfalls zur Werbung eingesetzten KTW-Zeugnisse verschiedener Prüfinstitute sind nicht mehr gültig, da es seit Mitte 2003 vom Umweltbundesamt eine “Leitlinie zur hygienischen Beurteilung von Epoxidharzbeschichtungen im Kontakt mit Trinkwasser” gibt. Diese ist bindend und kann unter
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/leitlinie-epoxid.htm
eingesehen bzw. heruntergeladen werden.
Zugegeben, diese Ausführung sind für Laien vielleicht nicht ganz leicht verständlich, aber trotz allem doch ganz hilfreich.

In Anlage 4 dieser Leitlinie werden Epoxidharzsysteme aufgeführt, die bisher den Anforderungen entsprechen. Dabei handelt es sich mit einer Ausnahme um Systeme, die nur im Kaltwasser eingesetzt werden können und auch nur für größere Rohrabmessungen im Bereich der Verteilungsleitungen oder im Behälterbau. Für den Einsatzbereich Trinkwasser-Hausinstallationen (Vorort-Beschichtung) gibt es bis heute kein Epoxidharzsystem, welches den Anforderungen der Leitlinie entspricht und diesbezüglich einen Nachweis besitzt.

Insofern gibt es natürlich zumindest derzeit auch kein Epoxidharzsystem mit einer DVGW-Zulassung, da dafür die Erfüllung der Anforderungen der Leitllinie nachzuweisen wäre. Ein entsprechendes DVGW-Regelwerk wurde mittlerweile zwar erstellt, wird aber meines Wissens nach noch nicht angewandt.

Ein entscheidender Punkt des ganzen Verfahrens ist der, dass die Maßnahme zwangsläufig vor Ort und damit unter Baustellenbedingungen erfolgen muss. Problematisch ist dabei bereits die Tatsache, dass eine einwandfreie Oberfläche durch Sandstrahlen (bleiben wir ruhig mal bei diesem Begriff, der vereinfachend ausdrückt was gemacht wird), wie sie für eine ausreichende Haftung notwendig wäre (nämlich metallisch blank!), wahrscheinlich nicht immer und überall in der meistens ja sehr komplex aufgebauten Installation erreicht werden kann. Problematisch sind dabei erwartungsgemäß die Verbindungsstellen (Rohr-Fitting, Abzweige, Ventile etc.).

Eine vernünftige und ausreichende Kontrolle ist mit der vorgesehene Endoskopie nicht erreichbar. Ventile und andere Einbauten müssen eigentlich vor der Beschichtung ausgebaut werden und da dies oftmals nicht möglich ist, zumindest nach der Beschichtung nachbearbeitet werden, um einen ordnungsgemäßen Dichtsitz oder Funktion zu gewährleisten. In waagrechten Rohrleitungsabschnitten kann es durch das Zusammenlaufen der Harzmischung im Bereich der unteren Rohrhälfte zur Ansammlung von Harz kommen, bis hin zum vollständigen Verschluß des Rohrquerschnittes.

Insgesamt sind auch nicht die gleichmäßigen, dünnen Schichten zu erreichen, wie sie gerne in den Hochglanzprospekten dieser Firmen gezeigt werden.

Nach dem Trocknen der Beschichtung kann (muß nicht unbedingt) es zu geruchlichen und geschmacklichen Problemen im Trinkwasser kommen (ein Problem, das gerade bei Kunststoffleitungen auch immer mal wieder auftritt). Über den Umfang von nach Abschluss der Beschichtung ins Wasser übertretenden Ausgangsstoffen des Epoxidharzes (Rezepturabhängig, z.B. Epichlorhydrin, Bisphenol A etc.) liegen noch relativ wenig Informationen vor. Einige dieser Stoffe stehen zumindest im Verdacht, krebserregend zu sein, zumindest kann man dies verschiedenen Produktbeschreibungen oder Sicherheitsdatenblättern entnehmen.

Aus Sicht der Fachleute werden die Beschichtungen im Warmwasserbereich generell als nicht dauerhaft beständig angesehen, da durch Wasserdampfdiffusion die Beschichtung hinterwandert wird und mit deren Ablösung gerechnet werden muss. Ausgespülte Beschichtungsteilchen wären die Folge und freigelegte metallische Bereiche wären damit erneut der Korrosion ausgesetzt und innerhalb kurzer Zeit könnten erneut Beeinträchtigungen der Wasserqualität auftreten bis hin zum Rohrdurchbruch.

Eine Empfehlung zur Sanierung durch Epoxidharzbeschichtung kann man daher zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht aussprechen. Ich bin skeptisch, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Ich weiß von Sanierungen, bei denen durch die zuständigen Gesundheitsämter Nutzungsbeschränkungen für die Trinkwasserinstallation ausgesprochen wurden, d.h. das Wasser durfte nicht mehr zu Trinkwasserzwecken genutzt werden und war nur noch als Brauchwasser nutzbar. Selbst von der Schließung sanierter Anlagen durch mikrobiologische Probleme des Trinkwassers habe ich gehört. Das gibt doch zu denken und bestätigt meine Auffassung dazu.

Vielleicht konnte ich ja auch etwas zur Klärung beitragen.
Viele Grüße
Michael
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.12.2004

Hallo Regina,

Lochkorrosion an Kupferrohren tritt in der großen Mehrzahl der Fälle innerhalb eines Zeitraums von 1-3 Jahren nach der Installation auf. Da Sie schreiben, dass die Neuinstallation der Kupferrohre schon teilweise 10 Jahre alt ist, weckt das bei mir den Verdacht, dass etwas mit der Einstellung Ihreres Ionentauschers (Einbau vor ca. 1 1/2 jahren passt wieder) nicht richtig ist.
Sie sollten überprüfen ob Ihr Ca-Na-Tauscher tatsächlich auch eine Wasserhärte von > 4° abliefert. Für Kupferrohre wird oft eine Wasserresthärte um 4-8° empfohlen weil sonst Korrosionsgefahr besteht, da sich entweder keine wirksame Korrosionsschutzschicht aus Malachit ausbilden kann, oder diese sogar zurückgelöst wird. Auch eine Analyse des Kupfergehaltes im Stagnationswasser kann Auskunft darüber liefern ob sie eventuell mit Ihrer IAT-Anlage besonders aggressive Wasserzusammensetzung erzeugen.

mfG
H2O




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