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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Zuviel Nitrat im Brunnenwasser !
Gast (Klaus Mueller)
(Gast - Daten unbestätigt)

  22.04.2006

Hallo !!

Habe folgendes problem ich habe zuviel Nitrat im
Brunnenwasser die anderen Wasserwerte sind 1a.
Nach der neuen Trinkwasserverordnung muß ich etwas
gagegen tun,ich möchte aber kein Stadtwasser nehmen.
Der Anschluß kostet ca.3000€ das ist mir echt zuviel
Geld.Ich habe bei der Stadt Kreis Gütersloh angerufen
und gefragt ob es ausreichen würde in Küche und Bad
eine kleine Umkehrosmose Anlage zu installieren.
Die konnten mir noch keine eindeutige aussage machen
ob damit der neuen Verornung genüge getan ist.(Scheiß Bürokratie hier in Deutschland!!!)
Wir sind ein zwei Personen Haushalt keine Kinder.
Reicht das aus es geht ja um Zapfstellen im Haus.
Und ob ich mit etwas zuviel Nitrat im Wasser Dusche das
ist doch wohl Wurscht oder ? Hat von euch vieleicht
jemand das gleiche problem,und eventuell das problem
gelöst (Kostengünstig)und weiss jemand ob das mit den zwei Unterisch Anlagen Gesetzeskonform ist.

Vielen Dank im vorraus
MfG Klaus Mueller        




Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 4
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  24.04.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wolfgang vom 23.04.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Wolfgang,

> Es gibt Untersuchungen aus den USA, die ein erhöhtes
> Krebsrisiko schon ab 10 mg Nitrat belegen sollen,
> gibt es.

Das ist ein typischer Dampfplaudersatz.
Es gibt Studien, die alles mögliche belegen sollen - ich könnte Dir auch einen statistisch belgebaren Beweis erbringen, daß die Babies von Störchen gebracht werden (Seit den 50er Jahren korreliert die Storchpopulation in Deutschland mit der Geburtenrate).

Mal ein wenig Hintergrundinfos:
Ein Zusammenhang zwischen Nitraten und Magenkrebs ist biochemisch nicht evident.
Es gibt zwar Vermutungen (die aus Tierversuchen mit horrenden Nitratdosen herrühren), die aber wissenschaftlich überhaupt nicht belegbar sind.
Die Aussagekraft von Studien, wie Du sie zitierst, steht auf äußerst tönernen Füßen. Hier wurden anhand diverser Krebsregister Magenkrebszahlen mit Nitratbelastungen des Trinkwassers abgeglichen und die Magenkrebsrate monokausal auf den Nitratgehalt zurückgeführt - hier wurde ohne eine strigente Kausalität nach einer Korrelation gesucht, so etwas ist wissenschaftlich höchst umstritten (siehe Beispiel Störche/Babies).
Nicht nur, daß diese Studien sich auf einzelne Regionen beziehen und keinesfalls universell gültig sind - sie lassen ceteris paribus alle anderen möglichen karzinogenen Faktoren aussen vor.
Wenn man sich schon auf das Nitrat einschiesst, so müsste (eine Kausalität unterstellt) man vor Salat warnen - dieser enthält um Potenzen mehr Nitrat als belastetes Trinkwasser, daß nicht der TrinkWV enstspricht.
Aber vor Salat darf man natürlich nicht warnen - der ist ja gesund, daß weiss man ja ;-)

Stand der Wissenschaft ist folgender:

Empfehlung des Umweltbundesamtes:
" [] Es ist bis heute aber nicht gelungen und in Zukunft auch nicht zu erwarten, diesen biochemisch gesicherten Hintergrund epidemiologisch ab-zubilden. Trotz steigender Nitratbelastung hat die Häufigkeit von Magenkrebs in den letzten Jahrzehnten in Deutschland sogar abgenommen. Einige Studien behaupten gar zu belegen, Nitrat schütze (vielleicht nur als Anzeiger eines hohen Gemüseverzehrs und damit von Antioxidantien) vor Krebserkrankungen."

WHO-Empfehlungen:

(aus Nitrate and nitrite in Drinking-water / Background document for development of WHO Guidelines for Drinking-water Quality)

"[Tierversuche und Nitrat) ... However, the data from a number of epidemiological studies are at most only suggestive. []
Several reviews of epidemiological studies have been published; most of these studies are geographical correlation studies relating estimated nitrate intake to gastric cancer risk. The US National Research Council found some suggestion of an association between high nitrate intake and gastric and/or oesophageal cancer (NAS, 1981). However, individual exposure data were lacking, and several other plausible causes of  astric cancer were present. In a later WHO review (WHO, 1985b), some of the earlier associations appeared to be weakened following the introduction of individual  exposure data or after adjustment for socioeconomic factors. No convincing evidence was found of an  ssociation between gastric cancer and the consumption of drinking-water in which nitrate concentrations of up to 45 mg/litre were present. No firm evidence was found at higher levels either, but an association could not be excluded because of the inadequacy of the data available. More recent geographical correlation and occupational exposure studies also failed to  demonstrate a clear relationship between nitrate intake and gastric cancer risk, although these studies were well designed."

> Natürlich gibt es auch Gegenstimmen, wie etwa des
> deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Hier
> kritisiert eine Bewertung der Studie etwa, dass eine
> Bevölkerungsgruppe befragt wurde, die ohnehin eine
> erhöhters Risiko hat. Es wird bemängelt, das Frauen
> höheren Alters untersucht worden sind. Ich frage mich
> nur, was daran schlimm sein soll? ISt es nicht
> normal, das Menschen, he länger sie einem Gift
> ausgesetz werden, um so eher erkranken? Ist es dann
> nicht logisch, das gerade Ältere erkranken?

Gib mir doch mal bitte ein Link zu dieser Studie.
Es wundert mich doch sehr, daß hier anscheinend mit Befragungen gearbeitet wurde - die erscheint mir wenig sinnvoll.

Auf Deinen Einwand läßt sich eine einfache Antwort geben. Um eine kausale Beweisführung zu erreichen müßen andere möglichen Faktoren ausgeschlossen werden - bei älteren Menschen, bei denen auch aus anderen Gründen Magenkrebs häufiger vorkommt, ist dies wissenschaftlich äußerst schwer. Ein wenig überspitzt könnte ich sagen: Warum sollte der Magenkrebs einer 78jährigen, die ihr Leben lang in einer chemischen Fabrik gearbeitet hat, gerne Alkohol getrunken hat und seit 15 Jahren regelmäßig diverse Medikamente nimmt, ausgerechnet vom Nitrat im Trinkwasser kommen ?
Hier ist die Kausalität der Korrelation wissenschaftlich nicht belegbar !

Beste Grüße

JB
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  24.04.2006

Hallo Herr Mueller,

zur Entfernung von Nitrat gibt es drei gebräuchliche Verfahren:
- bilogische Entfernung
- Umkehrosmose
- Ionentauscher

In Frage kommen für den privaten haushalt nur die beiden letztgenannten verfahren.
Die Aufbereitung muß in allen Fällen zentral für das komplette Trinkwasser erfolgen. (Siehe Beitrag von Wulf und Trinkwasserverordnung)

Für den von Ihnen beschrieben Fall ist am ehesten ein Ionentauscher einsetzbar, vor allem dann wenn es im Rahmen Ihres veranschlagten Budgets liegen soll.

Für die Auslegung eines Tauschers wird die vollständige Wasseranalyse benötigt.
Wenn Sie diese posten. lege ich Ine gerne eine Anlage aus. Mit den Daten können Sie dann gezielt Firmen in Ihrer Umgebung anfragen.

Eine UO ist natürlich auch einsetzbar. jedoch ist der fianzielle Aufwand erheblich.
Neben der UO benötigen Sei einen pH-Wertanhebung mit Aufhärtung (z.B. Dolomit), einen Pufertank, einen UV-Strahler sowei eine Druckerhöhungsanalge.
Dieser Aufwand rechnet sich bei einer solch kleinen Anlage nicht.

Posten Sie daher Ihre Wasseranalyse und wir werden Ihnen eine Auslegung für einen Ionentauscher erstellen.

Gruß aus Bonn

Rainer Kluth  
Gast (Wulf)
(Gast - Daten unbestätigt)

  23.04.2006

hallo Klaus Mueller,

"weiss jemand ob das mit den zwei Untertisch Anlagen Gesetzeskonform ist"?

NEIN! Die Trinkwasserverordnung schreibt eindeutig vor, dass für sämtliche in § 3 definierte Zwecke (Trinken, Kochen, Körperreinigung, Geschirrreinigung, Wäsche waschen) ein Wasser genutzt werden muss, dass den Anforderungen der TrinkwV entsprechen muss. D. h. sämtliche Grenzwerte müssen eingehalten werden.

Wobei Sie natürlich recht haben, dass z. B. zum Duschen ein erhöhter Nitratgehalt völlig unerheblich ist.

Wo haben Sie genau angerufen? Zuständig für diese Frage ist einzig und allein das Gesundheitsamt:
http://www2.kreis-guetersloh.de/gesundheit/sp_auto_128985.cfm?sr=10526&ag=848&size=1&part=screen

Es gibt wohl Gesundheitsämter, die beide Augen zudrücken und Ihre Lösung tolerienen.
Aber wie gesagt, rein formell ist das nicht möglich.

Gruß
Wulf
Wolfgang
(Mailadresse bestätigt)

  23.04.2006

Hallo Hr. Mueller

das Thema ist so oder so eines für Deutschland (und die Welt). Es gibt hierzu auch schon einige Beiträge in den Foren.

Thema: Umkehrosmoseanlage
Lesen Sie bitte mal die FAQs dazu, dann werden Sie sich selbst darüber eine Meinung bilden können.

Werbung sollte hier aber generell nicht gemacht werden. Hier werden Sie sich wohl ehr auf private Mails einstellen müssen.

Das Sie hier aber durchaus etwas tun sollten (im Eigeninteresse und nicht wegen der gesetzlichen Grenzwerte), darin möchte ich Sie aber ermutigen.

Es gibt Untersuchungen aus den USA, die ein erhöhtes Krebsrisiko schon ab 10 mg Nitrat belegen sollen, gibt es. Natürlich gibt es auch Gegenstimmen, wie etwa des deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Hier kritisiert eine Bewertung der Studie etwa, dass eine Bevölkerungsgruppe befragt wurde, die ohnehin eine erhöhters Risiko hat. Es wird bemängelt, das Frauen höheren Alters untersucht worden sind. Ich frage mich nur, was daran schlimm sein soll? ISt es nicht normal, das Menschen, he länger sie einem Gift ausgesetz werden, um so eher erkranken? Ist es dann nicht logisch, das gerade Ältere erkranken?

Na ja, die Wissenschaft und ihre Strömungen!

LG Wolfgang



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