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Kategorie: > Technik > Haus- Wasserversorgung
Organische Kohlenwasserstoffbelastung im Warmwasser
Ingrid Klein
(Mailadresse bestätigt)

  16.10.2006

Guten Tag,
seit einigen Tagen kommt unser warmes Wasser stark sprudelnd aus der Leitung. Außerdem riecht es undefinierbar unangenehm. Die Untersuchung des kalten Wassers durch die Stadtwerke ergab, dass es total sauber ins Haus kommt. Wir gaben Proben beim Chem. Untersuchungsamt ab. Heute erhielten wir ein Zwischenergebnis: Das Warmwasser ist stark mit organischem Kohlenwasserstoff belastet ( über 1000mal mehr als normal).Was hat das zu bedeuten? Woher kann diese Verschmutzung kommen? Ist dadurch unsere Gesundheit gefährdet?
Wer kann uns weiterhelfen?
Vielen Dank und herzliche Grüße
Ingrid Klein



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 14
Gast (Ingrid Klein)
(Gast - Daten unbestätigt)

  29.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Klaus J. Nick vom 17.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Klaus,
wir haben inzwischen den Solarspeicher abgetrennt und nachdem wir das Wasser aus dem anderen WW - Speicher auslaufen ließen, sind der Schaum und der Geruch weg. Das Chem. Untersuchungsamt konnte in seinen Untersuchungen kein Glykol feststellen. Die Substanz, die sie fanden, deutet auf eine Dichtungsmasse hin. Es liegt uns kein sschriftliches Ergebnis vor.
Nun müssen wir einen neuen Speicher kaufen.
Vielen Dank an alle Forumsmitglieder für eure Beiträge zu meinem Problem.
Herzliche Grüße,
Ingrid
Gast (Klaus J. Nick)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von sepp s vom 19.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Sepp,
natürlich, Glykol selber macht nicht diese Geschmacks- und Geruchsbeeinträchtigung, da hast Du schon recht. Schon gar nicht in den geringen Mengen, die durch Haar-Risse eintreten.

Es kann aber als Nährstoffquelle für Bakterien zu erheblichen Verkeimungen führen, insbesondere in warmem Wasser. Es bilden sich dann Biofilme und "Schmier". Außerdem riecht das Wasser dann muffig, weil die Bakterien selber wieder zersetzt werden. Kann auch gefährlich werden, besonders durch Aerosole beim Duschen. Ich hatte vor einigen Wochen genau einen solchen Fall zu bearbeiten.
Das Wasser war wirklich widerlich, bei weniger als 100 Milligramm/Liter Glykol.
Dabei spielt auch keine Rolle, welches Glykol im Wasser ist. Wichtig ist nur, daß es eine lösliche und durch Bakterien abbaubare Kohlenstoffverbindung ist. Zucker würde im Warmwassersystem den gleichen Effekt haben.
Auch aus Dichtungsmaterial oder Kunststoffen können solche Stoffe ins Wasser gelangen.

Im Wein gibts natürlich keine Bakterien, u.A. wg. des Alkohols. (Im Mittelalter, vor allen Dingen in den Städten waren die Menschen gut beraten, durchgegorene Getränke zu trinken, um sich bei den damaligen hygienische Verhältnissen vor wasserbedingten Krankheiten zu schützen, weil die Brunnen oft in der Nähe von Fäkalgruben waren, wo Bakterien UND Nährstoffe ins Grundwasser gelangten. In Köln z.B. gab es erheblichen Weinkonsum, auch die Kinder waren oft reichlich "entspannt". Die Zusammenhänge waren den Menschen natürlich nicht klar.)

Viele Grüße + eine gute Nacht den Diskutanden im Forum.

Klaus
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  19.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von sepp s vom 19.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Sepp,

das mit dem Ethylenglykol ist nicht die Regel, war nur ein Beispiel, dass Glykol nicht gleich Glykol ist. Fachbetriebe verwenden bei Solaranlagen "relativ ungiftige" Glykole, die eigentlich auch vorgeschrieben sind, z.B. Propylenglykol. Inhibierte Zusätze haben dann  u.a. eine Alarmfunktion: das Wasser stinkt nach faulen Eiern, schmeckt ekelhaft, es schäumt, u.a. mehr. Solche Lecks sind bei Solaranlagen auch relativ selten, denn ein Inhibit ist meist Korrosionsschutzmittel. Lecks in Kombispeichern, zwischen konventionellem Heizkreis und Trinkwasser, kommen sicher öfter vor und werden weniger schnell bemerkt.

Beste Grüße
Wilfried
Gast (sepp s)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 19.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo  Wilfried
Eigentlich bin ich etwas verwundert das mann überhaupt das giftige Ethylenglykol  verwenden darf schließlich kann der Druck bei einer Solarheizung auch grösser sein als der Druck im Warmwaserspeicher,und dadurch bei einem Def. Ethylenglykol ins Warmwasser  (Trinkwasser) gelangen oder?  MfG Sepp
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  19.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von sepp s vom 19.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Sepp,

im Frostschutzmittel wird normal Ethylenglykol verwendet, welches absolut giftig ist, wo aber auch noch einige andere Stoffe beigefügt werden, die auch nicht unbedingt lecker sind. Die Weinpanscher verwendeten Diglycol.

Beste Grüße
Wilfried
Gast (sepp s)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ingrid Klein vom 19.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Ingrid  
Glykol  dürfte nicht am unangenehmen Geschmack des Wassers Schuld sein  schließlich wurde dieses zur "Qualitäts-Verbesserung" des  Weines verwendet.Was zum Weinskandal führte. Herber Wein wurde süsser.Hätte man Zucker dazu verwendet dann wäre es zu einer Nachgärung gekommen.Irgendwie habe ich in Errinnerung dass Ärzte Glykol  bei Alkoholvergiftung verabreichen.(Wird sicher jemand besser wissen.
Mfg Sepp
Gast (Ingrid Klein)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Klaus J. Nick vom 17.10.2006!  Zum Bezugstext

Liebe Forumsteilnehmer,
vielen herzlichen Dank für eure Antworten. Ich bin froh, dass dieses Problem auch schon anderweitig aufgetaucht ist.
Vom Untersuchungsamt gibt es noch keine schr. Ergrbnisse. Sie fanden noch heraus, dass die Verunreinigung auf eine Dichtungsmasse zurückzuführen sei. Außerdem wollten sie noch nach Glykol schauen, was bisher noch nicht gemacht wurde. Unser Installateur wird nun den Solarspeicher abtrennen und ich hoffe, dass sich das WW dann wieder erholt.
So weit der aktuelle Stand.
Herzliche Grüße, Ingrid Klein
Gast (Klaus J. Nick)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.10.2006

Hallo Ingrid,
das klingt alles sehr nach einem Haar-Riss im Primärkreislauf der solarthermischen Anlage, wie Walter bereits schrieb. Allerdings muß das nicht am Druck erkennbar sein, denn das Glykol (Frostschutzmittel) im Primärkreislauf reicht bereits in geringen Mengen aus, um das Wasser im Kessel stark verkeimen zu lassen. Das Wasser riechtdann muffig und schäumt.
Glykol ist ein prima Nährboden für Keime. Keinesfalls trinken, beim Duschen können Aerosole eingeatmet werden!
Wie ist die genaue Bezeichnung des Parameters bei der chemischen Untersuchung? TOC, DOC oder Kohlenwasserstoffe (KW)? Wieviel mg/l wurden gefunden?
Ich hatte solche Fälle bereits als Gutachter.

Gruß,
Klaus
Gast (walter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.10.2006

Hallo Ingrid

Habe schon so einen ähnlichen fall gehabt, ursache war ein haarriß im wärmetauscher. glykollösung ist in den warmwasserboiler beim aufdrehen durch den druckunterschied eingedrungen und hat beim brausen einen schmierigen film hinterlassen.
am besten druckmanometer der hausleitung mit dem der solaranlage vergleichen ob ein unterschied ist oder nicht. speziell bei sonneneinstrahlung die anlage ausschalten und den druckanstieg beobachten.
gruß
walter
Gast (walter wied)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ingrid Klein vom 17.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Ingrid!

Ich nehme an, dass beide WW-Bereiter auf nur ein WW-System arbeiten. Üblicherweise übernimmt dann Solar die Grundlast und die Erdgastherme den Restbedarf. Ihr habt damit die Möglichkeit, bereits ohne Kenntnis der genauen Analysedaten schrittweise nach der Kontaminationsquelle zu suchen.

Ohne die Details zu kennen, würde ich dem Solar-WW-Bereiter das für euer Problem höhere Risiko zuordnen. Wenn es möglich ist, nehmt doch den Solarteil außer Betrieb und hängt ihn auch wasserseitig ab, d. h. zumindestens abschiebern. Dann sollte man einige Tage die WW-Qualität beobachten (Geruch ...) und dann gegebenenfalls den WW-Bereiter wechseln (Solar ein, Gas aus, aber immer wasserseitig trennen). Abhängig von der Wetter-/Sonnenscheinprognose kann man logischerweise auch umgekehrt vorgehen. Möglicherweise ist man nach diesem Test bereits schlauer.

Gruß und viel Erfolg
Walter  
Gast (Ingrid Klein)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von walter wied vom 17.10.2006!  Zum Bezugstext

Guten Morgen Walter,
herzlichen Dank für deinen Beitrag.Ich versuche, deine Fragen so genau wie ich kann zu beantworten:
1. WW-Erzeugung: Wir haben zwei Kessel, die im Abstand von ca. 5 Jahren eingebaut wurden.Einer wird über eine Gastherme (Erdgas)betrieben und ist 16 Jahre alt. Der andere wird durch eine Solaranlage gespeist und ist ca. 10 Jahre alt. Ein Kessel ist m. W. innen mit Kunststoff, der andere mit Emaille bemantelt.
2. Die letzte Reperatur liegt ungefähr ein Jahr zurück.
3. Uns liegt noch kein schr. Ergebnis der Wasseruntersuchung vor.Das telefonische "Zwischenergebnis" habe ich in meiner obigen Anfage geschrieben. Magnesium und Ammonium sei nicht feststellbar, außerdem seien weder coliforme noch e.coli Bakterien (?) drin. So habe ich es mir notiert, weiß aber nicht, ob ich es richtig verstand.
Herzlichst Ingrid
Gast (Ingrid Klein)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.10.2006
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JayBee vom 16.10.2006!  Zum Bezugstext

Hallo Jay Bee,
danke für deine Antwort. Wir haben tatsächlich eine Gasheizung. Ob das etwas zu bedeuten hat? Unser Wasserversorger (Stadt)kann nichts tun, weil er nur für das kalte Wasser zuständig ist. Die Stadtwerke verwiesen uns an das Chem. Untersuchungsamt, zu dem wir dann auch die Wasserproben brachten. Doch dort braucht man noch bis MIttwoch Zeit. Gruß Ingrid
Gast (walter wied)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.10.2006

Guten Tag Ingrid!

Wenn das Trinkwasser am Hauseingang in Ordnung, euer Warmwasser aber organ. belastet ist, muss die Quelle im Haus sitzen. Einen Einfluss des Heizmediums - wie es JayBee angedeutet hat - halte ich zunächst einmal für unwahrscheinlich. Üblicherweise ist bei einer direkt befeuerten WW-Erzeugung auf der Wasserseite ein höherer Druck als auf der Brennerseite. Also wird eher Wasser austreten, als Gas bzw. Heizöl ein.

Wenn es im Warmwasserbereiter ganz kleine Anrisse (Haarrisse) gibt, können allerdings auch Gas- oder Ölspuren durch Diffusion in das Warmwasser gelangen. Das sind aber erfahrungsgemäß sehr geringe Mengen.

Eine andere Situation ergibt sich allerdings bei WW-Erzeugung über Solar oder über Fernwärme. Hier sehe ich schon mögliche Kontaminationsquellen.

Um zu klären, was bei euch los ist, müsste man daher mehr wissen, wie beispielsweise:
Wie genau wird das Warmwasser erzeugt?
Gab es in jüngster Zeit Reparaturen am WW-System?
Was genau wurde auf dem Analysenformular bezüglich der Organica angegeben?

Gruß Walter  
JayBee
aquagmx.eu
(gute Seele des Forums)

  16.10.2006

Hallo Ingrid,

was ist mit organische Kohlenwasserstoffe gemeint? Kohlenwasserstoffe sind immer organisch und die Trinkwasserverordnung gibt hier eigentlich keinen Grenzwert vor. Sind vielleicht die PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe)gemeint?

PAK enstehen bei der unvollständigen Verbrennuung von organischem Material. Bei der Warmwassererzeugung käme hier "theoretisch" auch (v.a. durch die Blasen) ein Leck in der (Gas-)Heizung in Frage. Erdgas ist z.B. ein Kohlenwasserstoffgemisch. Auch könnte ein mit Teer ausgekleidetes Rohr Ursache sein.
Auch wenn die Überschreitung um ein Tausendfaches zunächst dramatisch klingt, so ist dies nicht akut gefährlich. Da der Mensch unter 1% der PAK über das Trinkwasser (bei 2Liter pro Tag) aufnimmt ist bei einer kurzzeitigen Überschreitung keine akute Gefahr gegeben. Langfristig kann diese Überschreitung jedoch karzinogen sein. Daher muss! dagegen etwas unternommen werden.

Du solltest Dich auf jeden Fall mit dem Wasserversorger und dem Gesundheitsamt zusammensetzen.

Gruss

JB



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