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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Schachtbrunnensanierung kompliziert
Philipp Kawalek
philipp.kawalekgmx.de
(Mailadresse bestätigt)

  22.11.2006

Hallo,

ich versuche gerade die Bausünden meines Vorbesitzers
zu korrigieren, allerdings wären ein paar Tips sehr hilfreich.

Der Bestand ist ein Schachtbrunnen, 11m Teufe,
Wasser bei 7 Meter Tiefe.
Haus und Brunnen stehen in einer Hanglage,
das nächste Oberflächenwasser ist ein Bach in 100 Meter Entfernung, etwa 26 Meter tiefer als OK-Brunnen.
Die Geologie sind die Sprockhöveler Schichten (Namur C), mit etwa 60° in den Berg einfallend.
Der Brunnen durchfährt überwiegend Tonstein, eventuell auch Schluff und steht mit seiner Sohle im Ruhrsandstein, der hier den Aquifer bildet.
Das Gebirge oberhalb des Brunnens bergauf ist durch Altbergbau (Steinkohle) stark verritzt, bergab scheint es bis zum Bach flözleer zu sein, sonst hätte ich kein Wasser da oben.

Der ursprüngliche Brunnen wird wohl aus Sandstein
trockengemauert gewesen sein, wurde leider vom Vorbesitzer mit Betonringen verschlimmbessert.
Das Versetzten von DN1500-Schachtringen blieb dann wohl in 3,5 Teufe stecken (unterster Ring hat Löcher gebohrt!), so daß mit DN1000 ein freistehendes Türmchen in der Mitte des Loches gestapelt wurde.
Weder die großen, noch die kleinen Ringe stehen im Lot,
die großen Ringe sind sogar um einige cm versetzt,
so daß man keine Dichtmanschette umlegen könnte.
Oben wurde zwischen anstehendem Stein und Ringen mit Bauschutt(!) verfüllt, eine erstklassige Drainage für Oberflächenwasser in den Brunnen.
Bis zur Übernahme war der Brunnen mit morschen Brettern abgedeckt. Jetzt liegt eine Metalabdeckung auf,
die aber nicht dichten kann, weil der Flansch(?) der Schachtringe außen sitzt, der Deckel aber innen.
Würde sogar sagen, daß die Schachtringe falsch rum versetzt worden sind.
Der Brunnen ist laut Gesundheitsamt deutlich  mit coliformen belastet, Chlorit-Anlage derzeit notwendig.

Bereits erfolgte Maßnahmen durch mich:
Entfernung des Bauschuttes (mußte mich sichern!),
neu verstürzen mit großen Sandsteinen, Ausbilden einer tragfähigen und sickerdichten Schicht mit Sandsteinen und Tonsteinsplit, und einschlämmen mit Lehm bis OK-Gelände (Mordsarbeit, 3m³ Lehm aufbereiten.)

Folgende Arbeitsschritte sind geplant:
Auffüllen des Zwischenraumes Gebirge-Schachtring DN1000 mit Kies 16/32 bis UK-oberster Ring.
Dann Vlies auflegen, Beton drauf, aber nicht bis oben.
Die verbleibende Rinne soll, falls obere Abdichtungen versagen (Deckel, Lehm, Ringspalte, Viecher),
eventuell eindringendes Wasser auffangen,
das Lenzen ist dann nur noch technische Spielerei.
Metalldeckel klappbar auf die DN1000 Ringe als Unfallschutz.
Fehlt nur noch ein Betondeckel DN1500 mit Revisionsöffnung für oben drauf, wo bekommt man so etwas?

Viel Text, wenig konkrete Fragen, aber Manöverkritik tut not.
Neubau kommt nicht in Frage, Bohrbrunnen halte ich bei der Geologie für nicht machbar.
Ruhrsandstein ist extrem hart, kann aber nicht soviel Wasser liefern wie eine Kiesschicht. Wie tief sollte dann ein Brunnen werden?

Viele Grüße,
Philipp Kawalek





Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 1
Gast (sepp s)
(Gast - Daten unbestätigt)

  22.11.2006

Hallo Philipp
Ob Du einen Betondeckel dieser Größe bekommst ist fraglich da wäre es wohl einfacher einen solchen aus Niro anfertigen zu lassen, allerdings ziemlich teuer. Wir haben einen solchen auf dem Brunnen hat durch die Abkantung die Form einer Mutter und ist dadurch wirklich dicht .An sich ist bei Deinen Brunnen nur die Verseuchung mit coli  Bakterien das Problem, und daher die Frage zu klären woher diese kommen damit Du dagegen außer Chlorung etwas unternehmen kannst!(Sind Güllegruben oder Stallungen oberhalb Deines Brunnens? Auch ein Pumpversuch wäre vom Vorteil damit Du weist wie viel  Wasser zufliest, Es könnte Ja sogar Tage dauern bis der Wasserstand welchen du jetzt hast nach dem leer- pumpen wieder erreicht ist .Bei sehr geringen Zufluss ist auch eine Verkeimung eher möglich  
Mit freundlichen Grüßen Sepp
PS Könnte Dir auch ein Foto des Deckels per Mail senden!
Wen der Wasserstand in Deinen Brunne  4 Meter ist dann braucht dieser nicht tiefergegraben werden!



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