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Kategorie: > Wissenschaft > Physik / Chemie
Rost im Schwimmbad - HOCl und Cl- als Verursacher?
Stefan Kalle
kallem3yahoo.com
(Mailadresse bestätigt)

  09.02.2007

Servus in dieses Forum,

ich wende mich mit einer rescht spezifischen Frage aus der Wasserchemie an euch.

Ich bin in einem Schwimmbad auf der Suche nach dem Verursacher von Rost an einem rostfreien Stahl, an eine Stelle, die üblicherweise nicht von Wasser besprekelt wird.

Nun bin ich zwar mit Chemie im Allgemeinen vertraut, bin mir aber in manchen meiner Gedankengängen diesbezüglich nicht ganz sicher.

Von Schwimmbadbetreiberseite wird mir berichtet, dass die Wasserqualität im Bad durch Messen von freiem Chlor bestimmt wird. Ich frage mich nun, wo elementares Cl2 auftauchen soll, denn meiner Ansicht nach disproportioniert das eingeblasene Cl2 im Wasser zu hypochloriger Sre. HOCl und H3O+ / Cl- Ionen.
Ich nehme nun sowohl einen hohen Gehalt an HOCl (pH-Wert noch unbekannt) sowie die Cl- Konzentration als Verursacher der Korrosion an. Die genaue Bezeichnung des verwendeten Stahls erhalte ich nächste Woche, vielleicht wurde ein unpassender rostfreier Stahl verwendet.

was meint ihr? Bin ich mit HOCl und Cl- auf der richtigen Spur, oder vernachlässige ich einen anderen wichtigen parameter, der für den Rost verantwortlich sein könnte?

Vielen Dank für euren input!

Stefan
Vielen Dank für euren input,

Stefan



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  11.02.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Stefan Kalle vom 09.02.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Stefan

desinfizierende Wirkung hat auch Hypochlorit (ClO-), allerdings geringere, als bei niedriderem pH vorliegende hypochlorige Säure (ClOH) oder gelöstes Cl2. Der DPD-Nachweis beruht ja gerade auf der oxidativen Wirkung, die gleichzeitig auch Desinfektion bewirkt.  

"Mittels DPD Reagens kommt es wohl zu einer Verfärbung, die dann photometrisch gegen einen Standard bestimmt wird, oder?"

Ja, der Standard kann auch (bei Trinkwasser) eine Farbskala sein. Rücktitration geht auch und ist sehr genau. Oder eben photometrisch mit fest eingestelleter Eichgerade. Kalibration geht, wenn ich mich recht erinnere, mit Kaliumpermanganat.

"...bloß von gasförmigem Cl- oder HOCl habe ich noch nicht gehört."

... aber von gasförmigen Chlor (Cl2) doch schon - oder ;-)


"Kannst du ein Analysesystem DPD / Photometer empfehlen?"

Kann ich nicht und möchte ich auch nicht, weil es auf den Verwendungszweck ankommt, es auch immer neue Entwicklungen gibt, die ich nicht dauernd verfolge - und weil ich keine Werbung machen möchte.

Ich kann aber sagen, daß ich vor etwa 10 Jahren mit Kollegen aus verschiedenen Versorgungsbetrieben einen Vergleichstest für die jeweiligen Messgeräte für Restgehalt an Desinfektionsmittel am Wasserwerksausgang durchgeführt habe und daß alle gut gemessen haben.

Gruß,
Klaus
Stefan Kalle
kallem3yahoo.com
(Mailadresse bestätigt)

  09.02.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Klaus J. Nick vom 09.02.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Klaus,

danke für deine rasche Antwort. Ich nehme an, man misst die Summe dieser drei Cl-Spezies aus pragmatischen Gründen (DPD erfasst wohl alle 3), denn die desinfizierende Wirkung dürfte ja nur von der HOCl ausgehen, wenn ich recht liege.

Mittels DPD Reagens kommt es wohl zu einer Verfärbung, die dann photometrisch gegen einen Standard bestimmt wird, oder?

Nun habe ich herausgefunden, dass es nicht feucht ist, an jener Stelle, es dürfte sich also um eine korrosive Atmosphäere handeln, bloß von gasförmigem Cl- oder HOCl habe ich noch nicht gehört.

Kannst du ein Analysesystem DPD / Photometer empfehlen?

Beste Grüße, Stefan
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  09.02.2007

Hallo Stefan,

das mit der Disproportionierung stimmt natürlich.

Man bezeichnet Cl2, HOCl und OCl- als freies Chlor, weil es mit dem DPD-Reagenz als desinfektionswirksames Agens zusammen erfaßt wird.

Rost (Fe2O3) bildet sich beim Zusammenwirken von Elektrolyt (gelöste Salze) und Luftsauerstoff auf Eisen. Je höher dabei die Leitfähigkeit ist, desto schneller findet die Korrosion statt. Bei feuchter Oberfläche an der Luft rostet Eisen (bzw. Stahl) am schnellsten. Vielleicht kommt an die fragliche Stelle doch immer wieder salzhaltige Feuchtigkeit, die dann verdunstet, was zu Aufkonzentration der Salze und damit hoher el. Leitfähigkeit führt?

Die beim Rosten stattfinden genauen Teilreaktionen sind übrigens nicht vollständig aufgeklärt.

Gruß,
Klaus



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