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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Silberanoden in Großkessel - funktioniert der Keimschutz
Gast (Unbekannt!)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.07.2007

Moin,
bei einem älteren Großkessel ( Malsche ) bin ich auf Silberanoden gestoßen. Dr Behälter war aus Stahl mit einer Korrosionsschutzschicht auf Zementbasis. Die Anoden diehnen in diesem Fall wohl eher dem Keimschutz - als dem KKS. Oder habe ich in der 5. Klasse was verschlafen ??
Gruß
seita



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 12
Gast (Unbekannt!)
(Gast - Daten unbestätigt)

  03.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 03.07.2007!  Zum Bezugstext

Moin H20,
du hast es erfaßt ! Wir sind zu sehr im wasser-korrosionstechnischen Bereich ! Alle beide !!
Die Silberanode im saurebn Mediums eines Fermentierbeckens dieht dazu, den bestehenden Schutzanstrich auf Zementbasis zuschützen - ich denke durch eine PH-Wert Korrektur. Den Effekt des Keimschutzes ist mir zwar klar - aber die Logik fehlt, da ja jedes Fermetierbecken auf der Grundlage von Mikroorganismen arbeitet => würde heißen, dass nur bestimmte Kulturen absterben oder überleben sollen. Wahrscheinlich ist die Lösung der Frage sehr einfach !!
Ich denke jedoch, dass dies den Lösungsweg eingrenzt.
Gruß
seita
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  03.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Unbekannt! vom 03.07.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Werner,

das Verfahren kann nur dadurch funktionieren dass:

1) der Zementschutzanstrich ziemlich dicht ist

2) der Behälter durch den Fremdstrom kathodisch polarisiert wird und daher nicht die anodische Auflösung des Eisens stattfindet.

Zu 2 muß aber angemerkt werden, dass es auch elegantere Methoden mit unlöslichen Anoden gibt. Das Silber muß also aus meiner Sicht wegen der Verkeimung zum Einsatz kommen (zumal relativ teuer).

Das kann solange funktionieren bis mal die Batterie oder der Gleichrichter für die Fremdstromversorgung ausfällt. Dann kehrt sich der Effekt um und der Behälter "opfert" sich ;-), wenn nicht die Zementschicht dies verhindert.

Gruß
H2O
Gast (Unbekannt!)
(Gast - Daten unbestätigt)

  03.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 03.07.2007!  Zum Bezugstext

Moin H20,
ich weiß !! Nicht umsonst habe ich unter meinen Thread geschrieben, dass ich nicht weiß, wie sich diese Silberschicht verhält. Auf jeden Fall gebe ich dir recht, dass dann der kessel die Silberanode schützt und sich auflöst => also kann man sicherlich nicht von Korrosionsschutz sprechen ! Nun bist du aber gefragt, da das Verfahren eindeutig funktioniert - und dies schon länger als gestern !
Gruß aus dem verregneten LUX
seita
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  03.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Unbekannt! vom 02.07.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Werner,

mit der Zementation verfolgst Du die falsche Fährte. Es wird zwar unweigerlich passieren, dass sich Silber durch Zementation auf dem Eisen abscheidet, doch das wirkt stark korrosionsbeschleunigend. Man darf sich zementierte Abscheidungen nicht "dicht" vorstellen. Die Abscheidungen sind meist pulverig und wischbar jedoch metallisch. Nun liegt in diesem Fall metallisches Silber direkt neben Eisen vor. Laut Spannungsreihe der Metalle wird die Oxidation des unedlen Metalls (Eisen)im gebildeten Lokalelement nun stark begünstigt. Zementationserscheinungen von edlen Metallen auf unedlen Metallen sind auch der Grund für die sogenannte Fleißregel, um eben beschleunigte Korrosionsreaktionen zu vermeiden.

Gruß H2O
Gast (Unbekannt!)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 02.07.2007!  Zum Bezugstext

Hallo H20,
man muss nur -zeitlich gesehen- weit genug zurückgehen.
"Auszementieren" ist hierbei das Schlüsselwort und gleichfalls der Einwand von Wilfried, dass er annimmt, es erfolgt ebenso eine desinfektierende Wirkung, brachte mich auf die vermeidlich richtige Fährte.
Reduzierende Substanzen wie zum Beispiel Fe(II) - Salze können z.b. : Silberverbindungen wie Silbersulfat in sauren Lösungen zu metallischem Silber reduzieren. In schwachsauren oder neutralen Lösungen erfolgt bei Zugabe oder Vorhandensein von unedlen Metallen die Silber-Abscheidung durch einen sog. direkten Elektronenübergang.Das Silber-Niederschlag setzt sich dann am unedleren Metall ab. Inwieweit diese Auszementierung dann elektrisch nicht leitend ist -> zum Korrosionsstopp - habe ich noch nicht rausgefunden ! Oder ??
Gruß
seita
Gast (Unbekannt!)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 02.07.2007!  Zum Bezugstext

Moin H20,
werde einmal Definitiferes zum Großkessel, Inhalt und detailiertere Informationen anfordern.
So langsam interesiert mich die Sache, da mir der prognostizierte Ansatz ebenfalls fehlt.
Im Bereich des klassischen Korrosionsschutz mittels Mg-Anoden und der daraus weiterführenden Einsatzbereiche weiß ich ein bischen Bescheid. Aber Silber ??
Ich poste auf jeden Fall News, wenn diese verfügbar sind.
Gruß
seita
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 02.07.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,

das ist schon richtig, aber genau das ist der korrosionsbeschleunigende Faktor. Wenn Du mal den link zu wikipedia aufmachst den ich im letzten post eingefügt habe und ganz nach unten scrollst, ist da ein Beispiel mit Kupfer und Eisen angeführt. Das Kupfer kanns Du Dir auch durch Silber ersetzt denken (beides edle Metalle die analog agieren).  

Gruß
H2O
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Unbekannt! vom 02.07.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Werner,

sowas ist mir noch nicht untergekommen. Bei der üblichen Anwendung von Opferanoden, wird immer ein unedlerer Werkstoff gewählt als das zu schützende Metall. Grund das unedlere Metall (Anode) opfert sich zugunsten des edleren Metalls (im beschriebenen Fall und ohne Fremdstrom, müsste sich daher der Kessel zugunsten des Silbers opfern). Dem zu schützenden Material bleibt dadurch oft Zeit z.B. Korrosionsschutzschichten auszubilden. Typische Werkstoffe für Opferanoden sind daher so unedle Metalle wie Magnesium, Aluminium und Zink. Fragt man sich warum nicht einer dieser Werkstoffe gewählt wurde wenn es tatsächlich nur um Korrosionschutz dreht.

Bei der Anwendung mit Fremdstrom ist nun tatsächlich auch die Verwendung edlerer Werkstoffe (als das zu schützende Metall) möglich. Nur so kann diese edlere Metall ja zur Anode werden und der zu schützende Werkstoff kathodisch geschützt werden. Trotzdem habe ich bei der Anwendung von Silber und Eisen starke Bedenken weil sich Silber ja kathodisch auf dem Eisen niederschlagen würde und korrosionsbegünstigende Lokalelemente entstehen würden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Korrosionsschutz

naja wenns funktioniert, mann lernt nie aus.

Gruß
H2O
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  02.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Unbekannt! vom 02.07.2007!  Zum Bezugstext

Hallo H2O, hallo Seita,

diese galvanischen Vorgänge verwirren mich immer wieder. Wandert nicht das edlere Element zum Unedleren und würden dann nicht bei offenen Schutzflächen das Eisen versilbert?

Beste Grüße
Wilfried
Gast (Unbekannt!)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.07.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 02.07.2007!  Zum Bezugstext

Hall Wilfried
hallo H2O.

@Wilfried
Anoden lösen sich komplett auf. Dauer ca. 4-6. Jahre.

@H2O
Bin deiner Meinung, wenn die Anoden mit der Behälterwandung elektrisch verbunden wäre. Dann würde sich der Kessel auflösen, um die Anode zu schützen. Da es aber (lt. Aussage der Techniker) eindeutig um Korrosionsschutzanoden handelt, kann ich mir nur denken, dass die Anoden fremdstrombeaufschlagt sind => dann würde eine Fehlstelle der Beschichtung durch die kath. Kalkausfällung mit Kalk überdeckt werden. Der Kessel wird mit normalem Wasser gefahren.
Der Begriff Kessel ist irreführend. T ~ max. 50°C
Es handelt sich  um Kessel im Brauhandwerk !

Gruß
seita
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.07.2007

Hallo Werner und Wilfried,

Korrosionsschutz schließe ich hier mal aus, weil die Abscheidung von edlem Silber auf Eisen genau zum Gegenteil, nämlich der Korrosionsbeschleunigung führen würde (siehe auch Fließregel).

Sehr ungewöhlich!! schließe daraus, dass der Kessel mit vollentsalztem Wasser betrieben wurde, weil wegen der Wasserinhaltsstoffe von Leitungswasser schwerlösliche Silberverbindungen möglich sind (Belag- und Sedimentbildung).

Die keimtötende Wirkung von Silber ist zwar gut jedoch gibt es auch Keime die sich von Silber nicht abtöten lassen.

Gruß
H2O
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  01.07.2007

Hallo Seita,

ich denke beides war gewollt. Korrosionsschutz kommt sicher auch zustande, denn Silberionen wandern galvanisch zum Eisen. Wenn der Kessel schon länger in Betrieb war müsste man das an den Anoden sehen können.

Beste Grüße
Wilfried



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