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Kategorie: > Technik > Wasserverbrauch / Zähler / Rohrbruch
Warmwasserleitung explodiert
Torsten
(Mailadresse bestätigt)

  25.07.2007

An dieser Stelle möchte ich nun meine jüngsten Erfahrungen mit warmem Wasser schildern, in der Hoffung, daß jemand etwas ähnliches erlebt hat und mir Rat erteilen kann.

Folgendes ist passiert. Ich habe mich im Badezimmer waschen wollen. Mit warmem Wasser freilich. Zunächst kam auch warmes Wasser, das mit Hilfe eines Durchlauferhitzers erwärmt wird. Plötzlich entströmte Luft aus dem Hahn und es folgte braunes Wasser, so als man nach einer Rohrwartung das Wasser wieder laufen läßt. Dann aber kam schwarzes, nach PAK (Teer) stinkendes Wasser aus der Leitung. Das kalte Wasser schien in Ordnung zu sein. Bald war das Waschbecken mit einem schwarzen, ölartigen Belag verschmutzt. In meiner Ratlosigkeit schloß ich den Wasserhahn und ging in die Küche, um das Wasser, aus der Batterie an der Spüle zu überprüfen. Soweit kam ich aber nicht, denn das Wasserrohr über dem Durchlauferhitzer explodierte. Zum Glück wußte ich, wo der Haupthahn für die Wasserversorgung unserer Wohnung ist. Zum Glüch kannte der Vermieter, den ich sofort anrief, einen Notdienst (die Telekom konnte mir keinen Notdienst nennen), der auch gleich kam, morgens um 6:30 Uhr. Der war auch ratlos und hatte soetwas noch nie gesehen. Ich vermutete, daß das Wasser aus dem städtischen Netz verschmutzt war und informierte die Stadtwerke (ich untersuche seit 4 Jahren Trinkwasser und kenne mich mit der Trinkwasserversorgung ein wenig aus). Trotz seiner dreißig Dienstjahren war auch der Wasserversorger erstaunt und telefonierte gleich herum, um zu checken, ob das Trinkwasser in Ordnung ist. Eine herbeigeeilte Laborkraft entnahm an der Übergabestelle und in meiner Wohnung Wasserproben. Der Befund der Wasserproben ist insofern erfreulich als daß das Wasser der Trinkwasserverordnung von 2001 entspricht. Ich kann meinen Kindern also wieder Kaltwasser zum trinken geben; das Warmwasser stinkt aber noch immer nach PAK, zwei Tage nach dem Ereignis. Was ist geschehen? Alle, der Installateur, die Wasserwerke, der Vermieter und ich (die Versicherung will sich das alles noch anschauen und sich selbst ein Bild machen, denn es ist doch einiges zu Schaden gekommen) sind nun übereingekommen, daß sich die Membran (aus Gummi) des Abschaltventils im Durchlauferhitzers gelöst hat. Diese ist in der Heizspirale verbrannt, weil sich der Erhitzer nicht abgeschaltet hat. Zuvor ist das Restwasser in der Spirale verdampft. Die beim Verbrennen des Gummis entstandenen Gase haben das Rohr gesprengt.

Hat jemand schon ähnliches erlebt? Ist das Wasser in der Leitung nun schädlich? Kann mir in Zukunft noch einmal der Durchlauferhitzer um die Ohren fliegen, in dieser oder in der nächsten Wohnung (Ironie des Schicksals: wir wollen in drei Wochen aus der Wohnung ausziehen)?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 9
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  22.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 22.08.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Lothar,

es mag ja sein, dass ich "etwas überzeichne" wenn ich den Autor Schmitt lese, der zu seinem Eintritt in dieses Forum zu unseren Ratschlägen meinte,
"sind sicherlich alle gut gemeint, aber in vielen Fällen fachlich falsch oder in schlimmen Fällen für die Trinkwassernutzer/innen sogar schädlich."

Nach so viel arrogantem Überzeichnen erwarte ich nicht nur eine eindeutige Entschuldigung, sondern auch vorbildliche Beiträge. So hätte Herr Schmitt ausdrücklich vorm Nachmachen warnen sollen.

Wer sich, wie wir, seit vielen Jahren so oft um die Schularbeiten und einschlägigen Referate von Kindern kümmerte, der kann einschätzen wie groß unser Besuch von experimentierfreudigen Jugendlichen ist, die da sofort drauf anspringen: "geile Show, so'n Kabel hab ich noch...".

Die Warnung "NICHT NACHMACHEN!" kam dann erst von H2O

Sonnige Grüße
Wilfried
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  22.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 21.08.2007!  Zum Bezugstext

Hallo,

nicht alles gleich überzeichnen. Herr Schmitt schrieb ja, dass er in jungen Jahren und so weiter. . . .
Möchte nicht wissen, was bei uns zusammenkäme, wenn jeder  seine Jugendsünden beichtet.
Falls bei euch nichts rauskäme, langen meine für alle,smile.

LG aus GR

Lothar


Gast (Hartmut Schmitt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  22.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wulf vom 21.08.2007!  Zum Bezugstext

Sehr geehrter Wulf,

jeder, der ein physikalisches, chemisches oder anderes Experiment durchführt, muss geeignete Sicherheitsvorkehrungen treffen, damit niemand zu Schaden kommt. Das lernt man eigentlich schon in der Schule. Auch ich habe deshalb damals trotz meines jugendlichen Alters entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, auch wenn ich diese nicht geschildert habe. Es hat bisher aber auch niemand danach gefragt. Ich hoffe nicht, dass man jetzt von Versuchserfahrungen nicht mehr berichten darf, weil dies evtl. jemand lesen und nachahmen könnte, der sich keinerlei Gedanken um Sicherheitsvorkehrungen macht. Dann wäre das Internet als Medium für den technisch-wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch ungeeignet oder Kinder und Jugendliche dürften keinen Internetzugang mehr haben.

Aus dem Versuch damals habe ich aber auch etwas gelernt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass bei dem bewußt herbeigeführten "Kurzschluss" die Sicherung der Steckdose herausspringt. Offensichtlich war der Stromfluss in dem ionenhaltigen Wasser aber nicht groß genug, um die Sicherung ansprechen zu lassen, aber groß genug, um die Knallgasbildung zu ermöglichen. Vielleicht sollten die Konstrukteure von elektischen Geräten oder Anlagen im Wasserbereich, sofern noch nicht geschehen, die Möglichkeit einer Knallgasbildung berücksichtigen, auch  wenn dies wahrscheinlich nur sehr selten vorkommt. Und die Verbraucher, die ähnliche Beobachtungen machen, wie die geschilderten, sollten neben dem Wasser vielleicht auch an fehlerhaft arbeitende Geräte denken.

Mit freundlichen Grüßen

Hartmut Schmitt
Wulf
beo.wulfweb.de
(gute Seele des Forums)

  21.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 21.08.2007!  Zum Bezugstext

... daher besser gelöscht werden sollte?
JA!

mit kopfschüttelnden Grüßen
Wulf
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  21.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 20.08.2007!  Zum Bezugstext

Hallo H2O,

auch wenn der angeblich so verantwortungsbewußte Herr Schmitt es schreibt: "Dazu habe ich ein Stromversorgungskabel eines Kassettenrekorders in ein Wasserglas mit relativ weichem Wasser und in eine normale Wandsteckdose gesteckt."
frage ich mal in die Runde, ob dieser Wahnwitz einige nicht doch zur Nachahmung reizt und daher besser gelöscht werden sollte?

Kanarische Grüße
Wilfried
H2O
(gute Seele des Forums)

  20.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hartmut Schmitt vom 15.08.2007!  Zum Bezugstext

Tja,

bleibt die Empfehlung solche gefährliche Experimente nicht zu Hause nachzumachen, liebe Kinder. Zur Wasserzersetzung verwendet man vorteilhaft eine Gleichstromquelle. Die Methode mit dem Kassttenrekorderkabel kann dabei eher der Überprüfung einer intakten Elektroinstallaton dienlich sein. Mir kommt dazu ein post in Erinnerung bei dem der Stromfluß mit Waschpulver reguliert wurde :-)

Also wie gesagt nicht nachmachen

Gruß
H2O
Gast (Jeanette Baumann-Siegert)
(Gast - Daten unbestätigt)

  19.08.2007

Hallo!
Nach folgendem Erlebnis beim Duschen vor drei Tagen, bin ich auf der Suche nach einer Erklärung: Zuerst kam normales, warmes Wasser aus der Handbrause. Dann "hustete" Luft heraus, es folgte braunes und danach schwärzliches, nach verbranntem Teer (?) oder anderem, verkokeltem Kunststoff stinkendes Wasser. Das Wasser in der Wanne war voller schwarzer Krümel und hat es hat im ganzen Haus gestunken. Wir haben sofort die Sicherungen rausgenommen und nach dem Durchlauferhitzer gesehen. Äußerlich ist nichts festzustellen. Wir haben die Stromzufuhr weiterhin unterbrochen und sämtliche Warmwasserhähne aufgedreht, bis nur noch "normales" Wasser ohne Teilchen und Gestank kamen. Ein Anruf beim Wasserversorger hat uns erstmal nicht weitergeholfen - es könnte sein, dass die Leitungen gespült worden sind, allerdings kann ich das erst nach dem Wochenende nochmal telefonisch hinterfragen. Und nun zum Durchlauferhitzer selbst: Er läuft noch, aber nur auf einer niedrigen Stufe, obwohl die höchste eingestellt ist. Geduscht haben wir natürlich in der Zwischenzeit auch, obwohl mir nun, da ich deinen Bericht gelesen habe, doch etwas mulmig wird... Sollte es doch am Gerät liegen und nicht am Wasser? Ich hoffe, dass wir morgen beim Fachmann Hilfe bekommen und würde mich freuen, wenn ich erfahren könnte, um welches Gerät es sich bei deinem DE handelte!
Gast (Hartmut Schmitt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  15.08.2007

Hallo Torsten,

Du hast einen ziemlich ungewöhnlichen Fall. Ob ich Dir helfen kann, weiß ich nicht, aber ich versuche es einmal. In ungewöhnlichen Fällen arbeite ich nach dem Motto, wenn das Mögliche nicht zu einer Erklärung oder Lösung führt, wird es Zeit, an das "Unmögliche" zu denken.

Ich habe einmal in jüngeren Jahren demonstrieren wollen, welchen Einfluss Salze auf die Leitfähigkeit eines Trinkwassers haben. Dazu habe ich ein Stromversorgungskabel eines Kassettenrekorders in ein Wasserglas mit relativ weichem Wasser und in eine normale Wandsteckdose gesteckt. Zunächst passierte, soweit ich mich erinnere nichts. Dann streute ich einige Kochsalzkristalle in das Glas. Das Wasser begann schlagartig, Blasen zu bilden, die immer größer wurden. Dann zuckten kleine Stichflammen durch das Wasser und das Glas zerbrach, glücklicherweise ist sonst nichts passiert.

Einige Jahre später wurde ich zu einem Fall gerufen, in dem ein Hauseigentümer einem  Wasserversorgungsunternehmen vorwarf, es liefere ekelerregendes Wasser, denn es hatte einen intensiven Brandgeruch (vielleicht mit dem von Ihnen geschilderten PAK-Geruch vergleichbar). Zudem kamen verschmorte Partikel aus dem Wasserhahn. Bei dem Ortstermin war auch der Sachverständige der Versicherung anwesend. Ich erinnere mich, damals den Vorschlag gemacht zu haben, zu prüfen, ob es nicht evtl. durch einen Kurzschluss innerhalb der Leitung zu einem Elektolysevorgang mit Knallgasbildung und anschliessender Entzündung kam. Was letztlich tatsächlich passiert war, kann ich nicht beurteilen. Die Vorwürfe gegen das Wasserversorgungsunternehmen wurden kurz darauf fallen gelassen und ich musste nicht mehr tätig werden.

Ob eine Elektrolyse mit Knallgasbildung in Deinem Fall in Frage kommt, kann ich nicht beurteilen. Das müsste geprüft werden. Da Du aber nach ähnlichen Erlebnissen wie das Deine gefragt hast, habe ich mich entschlossen, darüber zu berichten.

Vielleicht konnte ich Dir eine Anregung für weitere Recherchen geben.

Mit freundlichen Grüßen

Hartmut Schmitt


Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  25.07.2007

Hallo Torsten,

ich würde da eher auf eine sogenannte Kesselsteinexplosion tippen. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kesselsteinexplosion

eventuell war die Heizspirale stark verkalkt und durch Ablösen eine Kalkschicht kommt dann eventuell dieser beschriebene Effekt zustande. Allerdings muß dann ja irgendwas organisches mitverbrannt sein, weil sonst nicht der PAK-Geruch erklärbar ist

Gruß
H2O



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