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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Trübes Wasser nach starkem Regenfall
Gast (Gast)
(Gast - Daten unbestätigt)

  10.08.2007

Hallo,
ich  habe folgendes Problem, nach starkem Regenfall trübt sich das Wasser aus meinem Bohrbrunnen. Nach ein bis zwei Tag ist das Wasser dann wieder klar. Was kann das sein und wie bzw. kann man etwas dagegen unternehmen?
Danke schon mal für die Infos.



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 8
Gast (Klaus J. Nick)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.08.2007

Hallo "Gast",

ich würde es nicht so kompliziert machen: Eine Analyse auf Eisen und Mangan (gesamt), Ammonium, Nitrit und Nitrat, ggf. TOC ist für unter hundert Euro zu haben (wg. Laboradresse s. Beitrag Wulf) und gibt bereits einen zielführenden Hinweis auf die Ursache der Verunreinigungen. Wenn ich dann noch weiß, wie tief der Brunnen ist und in welchem Umfeld der Brunnen liegt, können wir auch hier im Forum weiterhelfen. Bücher zum Thema Wasserhygiene gibt's genug - werde sie zur Vermeidung von Werbung aber hier nicht nennen, kann das aber bei Bedarf per Email nachholen. Wir wollten doch nicht provozieren, die Forumsregeln zu verletzen ;-)

Sonnige Grüße aus Bonn,
Klaus
H2O
(gute Seele des Forums)

  12.08.2007

Hallo Herr Häußler,

können sie die Eintrübung des Wassers näher beschreiben. Leider hat der Spezialist versäumt Sie nach der Farbe der Eintrübung zu fragen.

Gruß
H2O
Gast (Hartmut Schmitt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Gast vom 11.08.2007!  Zum Bezugstext

Sehr geehrter Gast,

es gibt Möglichkeiten, Undichtigkeiten im Wasserbereich z.B. durch sogenannte Färbeversuche mit fluoreszierenden Farbstoffen wie Uranin zu überprüfen. Die Methode ist nicht ganz unproblematisch und wird deshalb in der Regel von Hydrogeologen und Wasserwirtschaftsämtern durchgeführt (genehmigungspflichtig). Man sollte also, wenn man so etwas vorhat, mit der Wasserwirtschaftsverwaltung über die Vorgehensweise sprechen, damit man keine bösen Überraschungen erlebt.

Die Planung und Durchführung solcher Maßnahmen können sehr teuer werden (mehrere Hundert Euro und aufwärts), deshalb sollte man überlegen, ob die geplante Nutzung des Wasservorkommens diesen Aufwand lohnt. Vielleicht kennt Ihr öffentliches Wasserwerk ja auch einen Brunnenbauer in der Nähe, der sich das Ganze einmal anschauen könnte.

Vielleicht können Sie die Nutzung des  Brunnens auch auf Anwendungen beschränken, bei denen zeitweilige Eintrübungen keine große Rolle spielen. Solche Eintrübungen deuten aber immer auch auf die Möglichkeit mikrobiologischer Beeinträchtigungen hin. Deshalb dürfte das Wasser als Trinkwasser oder zur Behandlung von Lebensmitteln ungeeignet sein.

Mit freundlichen Grüßen

Hartmut Schmitt
Gast (Gerd-W. Klaas)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.08.2007

Die Wassertrübung kommt in den allermeisten Fällen daher, dass Oberflächenwasser auf kurzem Weg in das Grundwasser kommt.
Die Brunnen sind dann in der Regel erst nach Aufbereitung als Trinkwasserquelle zu benutzen.
Jedes Gesundheitsamt "freut" sich über solche Kunden.
Wulf
beo.wulfweb.de
(gute Seele des Forums)

  11.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Gast vom 11.08.2007!  Zum Bezugstext

hallo "Gast",

ohne zu wissen, wofür denn nun der Brunnen genutzt wird, würde ich dir ein zugelassenes Trinkwasserlabor empfehlen. Adressen und Ansprechpartner erhälst Du bei deinem Gesundheitsamt, Bereich Trinkwasserüberwachung.

Gruß
Wulf
Gast (Gast)
(Gast - Daten unbestätigt)

  11.08.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hartmut Schmitt vom 10.08.2007!  Zum Bezugstext

Hallo,
vielen Dank für die zahlreichen Infos.
Jetzt habe ich noch ein paar weitere Fragen.
Ich werde eine Laboranalyse machen lassen. Wie finde ich ein gutes Labor?
Ein Gewässer ist nicht in der Nähe, das kann ich schon mal ausschließen. Sonst weiß ich leider auch keine genauen Details über den Brunnen, bin quasi noch Brunnenneuling. Welche Informationen könnten weiter helfen?
Ich habe mal ein Glas Wasser einen Tag stehen lassen, es setzt sich nichts ab, das Wasser bleibt unverändert. Auch nach dem abkochen sieht es nicht anderes aus.
Ich habe jetzt verstanden das wahrscheinlich entweder Eisen oder Mangan im Wasser ist oder "Erde" eingeschwemmt wird. Ist das richtig? Wenn irgendwo irgendwas undicht ist, ist das dann im Brunnen, kann man das feststellen und dann "abdichten"?
Wie man schon merkt habe ich keine Ahnung davon wie ein Brunnen genauer aussieht. Gibt es gute Bücher zu dem Thema? Betrieb, Wartung, Pflege? ... eines Brunnens?Ich würde gerne darüber etwas genauer Bescheid wissen.
Noch mal Danke für die schnellen Antworten!
Gast (Hartmut Schmitt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  10.08.2007

Sehr geehrter Gast,

wenn das Wasser nicht oberflächlich in den Brunnen eingeströmt ist, könnte das daran liegen, dass die Strömungsgeschwindigkeit des Grundwassers für die Bodenverhältnisse zu groß geworden ist und Partikel eingeschwemmt werden. Eine weitere aber viel seltenere Möglichkeit ist es, dass Ihr Wasser normalerweise sehr sauerstoffarm ist und u.a. viel gelöstes Eisen enthält. Wenn dann Luftsauerstoff oder sauerstoffhaltiges Wasser (z.B. Regenwasser) in dieses Wasser hineinströmt, kann es das gelöste Eisen oxidieren und rostartige Flocken bilden. Am besten wäre eine Untersuchung des Wassers unter normalen Bedingungen und bei Eintrübung durch Niederschlagswasser. Auf jeden Fall sollte Sauerstoff, Eisen und Mangan mituntersucht werden. Wird das Wasser zum Trinken oder zur Beregnung von Lebensmitteln benutzt, ist auch eine mikrobiologische Untersuchung sinnvoll. Wenn es geht, sollten die Trübstoffe aufgefangen und mikroskopisch untersucht werden, ggf. sogar auf seine elementaren Bestandteile.

Befindet sich in der Nähe ein Oberflächengewässer, dessen Wasserstand bei Niederschlägen ansteigt, kann das Wasser aus diesem Gewässer möglicherweise in Ihr Grundwasser einfliessen.

Diese Hinweise und die hier genannten möglichen Ursachen sollten Sie dem Labor mitteilen, wenn es sich nicht selbst ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten macht. Dann kann dieses gezielt auf die betreffenden Parameter untersuchen. Lassen Sie sich aber vorher ein Angebot machen, da solche Untersuchungen ggf. mehrere Hundert Euro kosten können.

Wenn das Wasser als Trinkwasser genutzt wird, ist bei Eintrübungen stets mit der Überschreitung von Trinkwassergrenzwerten zu rechnen, was gemäß § 16 der Trinkwasserverordnung die unverzügliche Information des Gesundheitsamtes erforderlich macht. Ob eine Filter- oder andere Anlage zur Problemlösung verwendet wird, sollte von den Untersuchungsergebnissen abhängig gemacht werden.

Wenn Ihnen diese Vorschläge noch nicht reichen sollten, wäre es schön, wenn Sie dem Forum noch etwas mehr Informationen zu Ihren örtlichen Gegebenheiten machen könnten. Dann können auch geziehltere Empfehlungen abgegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hartmut Schmitt
Wulf
beo.wulfweb.de
(gute Seele des Forums)

  10.08.2007

hallo "Gast",

du hast einen Eintrag von Oberflächenwasser in deinem Brunnen. Möglicherweise ist irgendwo irgendwas undicht.

Sollte der Brunnen zu Trinkwasserzwecken genutzt werden, so würde ich Dir empfehlen, dass Wasser nur noch abgekocht zum Trinken bzw. zur Lebensmittelzubereitung zu nehmen.
Des Weiteren würde ich umgehend eine mikrobiologische Untersuchung des geförderten Wassers beauftragen.
Nach § 16 Trinkwasserverordnung must du dieses auch dem Gesundheitsamt anzeigen.

Wird der Brunnen nur zur Gartenbewässerung genutzt wär mir die Trübung egal.
Also wofür wird der Brunnen genutzt?

Gruß
Wulf




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