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Kategorie: > Technik
Zusammenhang von Gesamthärte und Leitfähigkeit
Ingo
(Mailadresse bestätigt)

  31.08.2007

Hallo,

die Gesamthärte ist die Konzentration von Magnesium und Kalzium-Ionen.
Die Leitfähigkeit dagegen ist die Summe aller im Wasser enthaltenen Ionen.

Besteht da jetzt ein direkter Zusammenhang? Bzw. was gibt es noch alles für Ionen, die nicht für die Gesamthärte relevant sind, aber für die Leitfähigkeit.

Sollte ein Zusammenhang bestehen, verstehe ich nicht den Unterschied zwischen Enthärtungsanlagen und Umkehr-Osmose (entsalzung)



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Rainer Kluth
rainer.kluthgmx.net
(gute Seele des Forums)

  13.09.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 13.09.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Ingo,

wie H2O schon angemerkt hat, kommen von mir noch ein paar kleine Ergänzungen im Bezug auf die UO.

Die UO enthärtet durch den Ionenrückhalt auch. Jedoch ist ein gewisser Schlupf vorhanden so das keine 0 Grad dH erreicht werden.
Bei Anwendung bei denen es auf eine komplette Enthärtung ankommt, ist die UO alleine daher nicht geeignet. In vielen Applikationen wird daher eine Enthärtung vorgeschaltet. Wenn jedoch die Härte nicht das entscheidende Kriterium ist, sondern der Salzrückhalt (Herabsetzung der Leitfähigkeit) ist eine UO das Mittel der Wahl. Hier kann man dann, um Scaling auf der Membrane zu verhindern, ein Antiscaling-Produkt dosieren. Dieses verhindert ein Dbsetzten von Härte auf der Membrane.

Ein Zusammenhang von Härte und Leitfähigkeit gibt es aber nicht, wie H2O schon treffend ausgeführt hat.

Gruß

Rainer
Gast (H2O)
(Gast - Daten unbestätigt)

  13.09.2007

Hallo Ingo,

aus der Leitfähigkeit alleine kann nicht auf die Wasserhärte geschlossen werden. Die Leitfähigkeit als Summenparameter, wird durch alle im Wasser vorhandenen Ionen beeinflußt.
Die Enthärtung dient nicht dem Zweck das Wasser im Ionengehalt zu reduzieren. Es wird dadurch lediglich bezweckt die Ca und eventuell Mg-Ionen gegen Natrium auszutauschen. Die Hydrogencarbonate der Erdalkalimetalle haben die unangenehme Eigenschaft sich durch verschiedene Einflüsse, die auf das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht einwirken, schwerlösliche Carbonate zu bilden. Allgemein wird dann von Verkalkung gesprochen. Wenn durch den Ionentausch Ca und Mg gegen Na ausgetauscht wurde entstehen durch diese Einflüsse keine schwerlöslichen Karbonate, weil Natriumcarbonat recht gut löslich ist. Es wird also ein Verkalken verhindert. Die Leitfähigkeit des Wassers wird durch diese Verfahren nicht erniedrigt sondern sogar geringfügig erhöht. Der Gesamtionengehalt des Wassers bleibt gleich.

Der Zweck einer Umkehrosmose-Anlage ist ein anderer. Hier soll gezielt der Ionengehalt reduziert werden. Bei der UO entsteht ein Wasser das nur sehr geringe Leitfähigkeiten aufweist (ähnlich destilliertem oder entionisiertem Wasser) weil praktisch sämtliche Ionen entfernt werden. Die UO oder RO wird typischerweise nicht zur Enthärtung verwendet. Oft werden UO-Anlagen schon andere enthärtende Verfahren vorgeschaltet um einen besseren Wirkungsgrad zu erreichen. Für UO-Anlagen ist aber Rainer Kluth der Spezialist, der aufgefordert ist zu korrigieren, falls das nicht korrekt ist was ich hier verzapfe.

Typische in fast allen Wässern vorkommende Ionen die neben der Wasserhärte die Leitfähigkiet beeinflussen sind beispielsweise Natrium, Sulfat, Chlorid, Nitrat und andere (Tipp: schau Dir auch mal die Wasseranalyse auf einer Mineralwasser- oder Tafelwasserflasche an).

Gruß
H2O
Gast (Hartmut Schmitt)
(Gast - Daten unbestätigt)

  12.09.2007

Hallo Ingo,

ergänzend zu den Ausführungen von H2O möchte ich noch sagen, dass es für Gebiete mit heterogener geologischer Zusammensetzung für erste Aussagen zur Herkunft und Typisierung des Wassers zwischen der Leitfähigkeit (LF in S/cm bezogen auf 25 C) und dem Mineralstoffgehalt M in mg/L (nicht Gesamthärte) einen Zusammenhang gibt:

Für gering mineralisierte Wässer:
M = 0,58 * LF + 0,001 * LF

Für Carbonat-Wässer:
M = 0,925 * LF

Für Gips-Wässer:
M = 0,95 * LF

Diese Abschätzungen für den Mineralstoffgehalt ersetzen aber keine genauen Härtebestimmungen.

Vielleicht können Sie damit etwas anfangen.

Mit freundlichen Grüßen

Hartmut Schmitt



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