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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Riesen Ammonia gehalt
Gast (Raivis Lusis)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.12.2007

Hallo,
Wir haben in 60m tiefen Trinkwasser Brunnen Riesen Ammonia Gehalt: NH4 = 6...11mg/l (es schwenkt wehrend des Jahres).
Hat jemand Erfahrung mit so hohen Ammonia gehalt zu handeln und das Ammonia gehalt bis zum Triknwasser Qualitaat runtersetzen?
Zwar ich kenne Oxidation metode mit Luft (mit Sauerstoff)- aber in diesem Fall, mit Sauerstoff, Aufberaitungsanlagen wird viel zu gross.
Giebt es andere Metoden- Hypchlorite, Ozon, UV? Wie gros mus man OxidationsMittel Dosis sein beim anderen Oxidations Metoden? Giebt es irgentwo genaue Information uber Berechnungen?
Ich bedanke mich Voraus,
MfG
Raivis



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 10
Hartmut Schmitt
hartmutschmitthartmutschmitt.de
(Mailadresse bestätigt)

  23.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Raivis Lusis vom 18.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo an alle,

ich kenne mich in den technischen Details leider nicht gut genug aus. In Deutschland wurde und wird zur Oxidation verschiedener Wasserinhaltsstoffe die Ozonung auch bei kleineren Gemeinden eingesetzt. Dabei muss aber regelmäßig, wie schon erwähnt, der Wiederverkeimungsgefahr begegnet werden, da die für Bakterien verwertbaren "Bruchstücke" bei entsprechenden Verweilzeiten im Verteilungsnetz zu hohen Keimzahlen führen können. Da sind dann Aktivkohleanlagen und Desinfektionsmittel erforderlich, die auch noch im Verteilungsnetz wirken (z.B. Chlor oder Chlordioxid).

Kennt sich jemand im Forum technisch so weit aus, dass er sagen könnte, ob solch eine Methode für den geschilderten Fall praktikabel sein könnte?

Schöne Grüße aus dem schon weihnachtlich gestimmten Süden Deutschlands

Hartmut Schmitt
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  18.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Raivis Lusis vom 17.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Raivis

"Permanganatindex 2,2mg/l"

Da scheint nicht mehr viel Kohlenstoff drin zu sein, also kein hohes Wiederverkeimungspotential. Wie hoch ist die Keimzahl?

Leitfähigkeit 800 micrS/cm, pH 7,45...7,5

Eine pH-Anhebung muß nur erfolgen, wenn das Wasser korrosiv ist, was fraglich ist, denn bei dem Salzgehalt vermute ich einen so hohen Ca-gehalt, so daß das Wasser  nur wenig korrosiv ist.

"Meinen Sie daas muss ich etwa ph anheben und wegen hoherer pH wurde das Oxidations Prozess besser erfolgen?"

Dazu müßte ich wissen, welche Oxidation. Durch Luftsauerstoff?

Würde man den pH anheben, liegt ein gewisser, wenn auch geringer Prozentsatz Ammonium als Ammoniak vor, so daß Ammoniak durch Luft ausgetrieben werden kann, was aber keine Oxidation wäre, also auch keine Nitratbildung.

pH 8.......4 % Ammoniak (NH3)
pH 9......25 % Ammoniak

Theoretisch müßte das auch bei pH 8 bereits funktionieren, habe aber, wie gesagt keine praktische Erfahrung damit.

Gruß,
Klaus





Gast (Raivis Lusis)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wilfried vom 17.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Wilfried,
Ja, genau- es liegt in Lettland, ziemlich nah an Weißrußlands Grenze. Offene Filters mit neidriger Filtrierungsgescwindigkeit geht hier leider nicht.
Noch was- pH liegt im bereich 7,45...7,50.
Meinen Sie daas muss ich etwa ph anheben und wegen hoherer pH wurde das Oxidations Prozess besser erfolgen?

MfG
Raivis
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  17.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Raivis Lusis vom 17.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Raivis,

technisch scheint mir das ein kleineres Problem, gravierender werden wohl die wirtschaftlichen Überlegungen sein. Aber da haben wir für diese Wassermenge sicher erfahrene Leute im Forum - hoffen wir mal, dass die nicht schon alle im Weihnachtsurlaub sind ;-))
Zu Deinem Namen vermute ich, dass das Dorf im nördlichen Baltikum liegt, so dass eine offene und biologische Aufbereitung wegen Frost problematisch wird.

Beste Grüße
Wilfried
Gast (Raivis Lusis)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Klaus J. Nick vom 16.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Klaus, Lothar und Wilfried,
Vielen Dank fur Tip’s!
Fur diese kleine Gemeinde es geht um die Wassermenge- 7m3/h (Brunnenleistung).
Oxidierbarkeit als Kalium Permanganat Index gemessen liegt bei- 2,2mg/l.
Saltz-Gehalt gemessen als Leifehigkeit liegt bei- 800micrS/cm.

Ich bedanke mich im voraus!

MfG
Raivis
Klaus J. Nick
nickwasser-agentur.de
(Mailadresse bestätigt)

  16.12.2007

Hallo an alle,

zunächst:
11 mg/l NH4 geben bei vollständiger Oxidation etwa 40 mg/l NO3. In landwirtschftlich genutzten Gebieten, wo Grundwasser gefördert wird, sind Werte von 35..40 mg/l oder auch höhere keine Seltenheit. Der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung für Nitrat liegt bei 50 mg/l.

Tatsache ist aber auch, daß höhere Ammoniumgehalte auf einen nicht vollständigen Abbau von organischen Stoffen hinweisen. Dem ist nachzugehen, denn es kann sein daß das Wasser auch nach der Entkeimung ein hohes Wiederverkeimungspotential hat.

Theoretisch könnte man Ammonium entfernen, wenn man das Wasser stark basisch macht und dann mit Luft den Ammoniak austreibt. Ich kenne dazu aber keine praktischen Anwendungen. Außerdem müßte das Wasser danach wieder neutralisiert werden.

Daher empfehle ich doch eine Oxidation, ohne jetzt die anderen Wasserkenndaten zu haben, z.B. organischer Kohlenstoff (TOC) oder Oxidierbarkeit und Bakteriologie.
Hypochlorit würde ich nicht nehmen, weil sich Chloramine bilden könnten. Ozon oder Ozon-UV wäre bei einer dezentralen Anlage denkbar. Oder eben eine intensive Anreicherung mit Luftsauerstoff, was aber, wie Raivis schon schrieb, aufgrund der langsamen Oxidation von Ammonium aufwändig ist.
Als wichtigstes Argument erscheint mir hier die Verringerung des Wiederverkeimungspotentials.

Enthält das Wasser noch viel organischen Kohlenstoff, wäre eine gewollte "Nachgärung" (Oxidation) durch Bakterien, z.B in einer Pflanzenkläranlage zumindest mit nachfolgender Aufbereitung denkbar. Dabei würde wahrscheinlich weniger Nitrat gebildet, wie oben berechnet, weil auch Denitrifikation stattfindet. Auch das wäre m.E. zu prüfen.

Viele Grüße
Klaus
Wilfried
wilfried.rosendahlrsdsolar.de
(gute Seele des Forums)

  16.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 15.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Lothar, hallo Raivis,

Denitrifikation, also biologischer Abbau mit aneroben Bakterien ist für Brunnenwasser kaum zu verwirklichen. Gebräuchlicher sind Ionenaustauscher, spezielle Harze. Mein Gebiet sind ja mehr kleinere, dezentrale Aufbereitungen. Um welche Wassermengen geht es denn?

Beste Grüße
Wilfried
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  15.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Raivis Lusis vom 14.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Raivis,

Ich bin nicht der grosse Aufbereitungsspezialist. Aber wenn man bedenkt, dass eine Oxidation eigentlich wegen der Erzeugung zusätzlicher Nitratanteile ausscheiden sollte, müsste man über eine Verstoffwechselung nachdenken.
Vielleicht so wie man bei der Abwasserbehandlung mit bepflanzten Kiesfiltern arbeitet, nur mit der normalen Filtertechnik nachgeschaltet. Ist nur mal so der Anflug einer Idee.

Ich hoffe für dich, dass hier bald einer der Spezialisten die für dich ideale Lösung postet.

Ein schönes Adventswochenende nach Riga !

Lothar
Gast (Raivis Lusis)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.12.2007
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 14.12.2007!  Zum Bezugstext

Hallo Lothar,
Vielen Dank fur Antwort!

Es geht um Brunnen Wasser, als Trinkwasser, fur eine Gemeinde.
Ursachen von diesen NH4 Gehalt sind:
1. vorige 50 Jahre im unserem Gebiet im Landwirtschaft (zugig Güle + Dünger);
2. keine vernünftige Kleranlage fur Abwasser.

Sonst Brunnenwasser Analyse ist im ordnung- Nitrate liegen 0,071…0,254mg/l und Nitrite 0,001…0023mg/l.
Klar- sind auch etwa Fe und Mn, aber damit kann ich gut und einwandfrei umgehen.
Ich habe in meinen Erfahrung NH4 von 2mg/l unter 0,5mg/l (gemäß Trinkwasser Gesetze) runtergesetzt. Aber nun bei 9…11mg/l ist etwa kompliziert.
Das meiste Problem ist nach wie vor NH4…

Schone Grüsse aus Lettland- etwa 3000km direct nach Suden zum menem Lieblings-Sommer-Urlaubs-Land!

MfG
Raivis
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  14.12.2007

Hallo Raivis,

dieser NH4-Gehalt ist ja nicht so furchtbar viel.Das NH4 zu oxidieren würde Nitrate erzeugen, welche weniger verträglich sind und im Körper die Jodaufnahme verhindern würden.
Dann läuft nach einer Weile ohne zusätzliche Jodgaben alles mit einem Kropf ( Struma) durch die Gegend.

Ist dieser Ammoniumgehalt auf die landwirtschaftliche Nutzung zurückzuführen oder handelt es sich um geogenes Ammonium. Im letzteren Falle habe ich schon von bis zu 50 mG pro Liter als noch verträgliche Mengen gelesen.

Hier würde ich dann doch ein mal bei einem relevanten Institut nachfragen.

Grüsse aus Griechenland in das ferne Lettland

Lothar



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