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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Gasaustritt am Brunnen
Bohrschnecke
(Mailadresse bestätigt)

  31.07.2008

Hallo zusammen,
möchte an dieser Stelle mal ein Problem schildern, was sicher nicht alltäglich ist...
Haben eine Bohrung in mergeligem Ton bis auf 14m gebracht,nach dem spülen habe ich eine Unterwasserpumpe bis auf die Sohle ( 1m im Kies ) abgesenkt um den Wasserstand zu beobachten u. ggf. tiefer zu bohren. Bei 12-13m plötzlich laute Brodelgeräusche, nach anlupfen der Pumpe starker Gegenwind aus dem Bohrloch. - Nein, es ist kein Erdgas



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 11
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  07.09.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bohrschnecke vom 02.09.2008!  Zum Bezugstext

Neee - Kerl...

... Du willst oder musst doch noch eine Weile arbeiten - lass die Finger dran!

Du fragst mich, ob ich etwas Neues zu dem Gasaustritt habe?
Upps - es ist doch Deine Bohrung mit dem Blub - die News kannst eigentlich nur Du liefern.
Wenns nicht so weit wäre, würde ich ja mal einen Blick riskieren. Schon interessant, glaube aber nicht, das man die Ursache per Ferndiagnose finden kann. Was mir zu dem Thema ernsthaftes und spaßiges eingefallen ist, hatte ich eigentlich schon geschrieben.
Mit anderen Worten: Pulver erst einmal verschossen und im Moment nichts neues auf der Pfanne.

Wird die Bohrung zum Spülen verrohrt? Könnte mir vorstellen, das es sonst etwas schwer wird die Bohrung stabil zu halten.

Nun denn - viel Erfolg und lass wieder von Dir hören!

Gruß
Bohrschnecke
(Mailadresse bestätigt)

  02.09.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hydrogeotest vom 05.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Hydrogeotest,
nochmals Danke für dein Interesse an diesem Thema....
Hatte beruflich leider viel um die Ohren, Arbeitsunfall beim Bohren hat mich dann auch nochmal drei Wochen ins abseits gestellt ( Wahrschau drehende Maschinenteile!!!, aber so schnell reißen Finger auch nicht ab, wenn man dicke Arbeitshandschuhe trägt. Hatte die Bohrung ja nach Eintreffen der Gestängeverlängerung weiter abteufen wollen, aber die zugekauften Gestängemeter hat`s im wahrsten Sinne des Wortes zerissen. Zum Glück haben wir die Halbzeuge mit durchgeschweissten Nähten nachgearbeitet, sonst wäre jetzt die ganze Bohrung vergebens. Zum Glück konnte wenigstens das Schneckenbohrgestänge mit den vorderen " Schrottmetern " wieder geborgen werden.Das Phänomen mit dem norddeutschen  " Brubbel " besteht übriges weiterhin, jedoch ist mir beim heutigen Abpumpen meine Unterwasserpumpe verreckt ( zuviel Sand ).
Hast Du schon was neues bezüglich  des Gasaustrittes ??
Bin ngerade dabei dieb Anlage auf Spülbohrbetrieb umzurüsten, da auch ein großes Drehmoment endlich ist...
Bin gespannt auf Deine Nachricht
Gruß Klempi




Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  05.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bohrschnecke vom 05.08.2008!  Zum Bezugstext

Betreff:  Die Bohrung mit dem Blubb
Hallo Bohrschnecke,

ich tippe auf eine Mischung von Variante 1 und 2.
Eigentlich bin ich schon davon ausgegangen, daß das GW gespannt ist.
Gut - oder schlecht der Wasserzutritt oben, sonst könnte man das Druckpotential bestimmen.
Eine permanente starke Nachspeisung des Gases halte ich für nicht gegeben, da ich keine Ursache (Deponie, Moor, Mudde usw.) dafür sehe.
Ausgeschlossen ist das nicht. H2S wäre eine Möglichkeit, aber bei der Menge hättest Du Dich schon beklagt.
Salzstöcke dürften sich in der Tiefe ja noch nicht befinden - sonst...
        ganz schnell Claim abstecken ;-)

Natürlich könnte sich weiter unterhalb noch ein altes Moor bzw. größere organische Massen befinden, die im Zuge der Eiszeiten überschoben wurden.
Wenn die beim Abbau entstandenen Gase sich unterhalb des Geschiebemergels gesammelt haben (auch eine vorhandene Aufwölbung des hangenden wäre ja nicht auszuschließen), dann wäre auch dies eine Lösung.

Und immer wieder grüßt die Frage:
  Welche Zusammensetzung hat das Gas...
Keine Möglichkeit das mal mit einem Vor-Ort-Messgerät oder Drägerröhrchen zu ermitteln.

Fülle doch mal eine Flasche ab, Korken mit Bohrung und Gährröhrchen drauf, dann kann man zumindestens sehen, ob es noch aus dem Wasser direkt ausgast. Oder einfach Deckel drauf mit Loch, dichtendes Gummiseptum dazwischen und ein paar Tage stehen lassen, wenn sich gas sammelt, Flasche umdrehen und mit einer Spritze durch das Septum abziehen. Dann kannst Du es analysieren lassen oder einfach schon mal schauen, ob es brennt.

Übrigens dieser KW-Geysir war auch nur etwas vor sich hinblubberndes, bei der beschriebenen "Sanierung" wurde er richtig verrohrt und begann dann erst richtig auszublasen.
Erst eine Weile Druckaufbau und dann geht's ab...

Das könnte auch bei Dir funktionieren.

!!!Überarbeitungsnachtrag!!!
Natürlich meine ich die Bohrung...


Das Ganze zu erforscheln wäre doch was für eine Uni... dazu ein interessierter Professor und schon würde Studenten mal was nicht alltägliches geboten!

So - werde in den nächsten Tagen vermutlich kaum Zeit / Möglichkeit finden um hier zu lesen, bzw. zu schreiben, da ich "Testen" bin. Stilles Wasser, aber dafür kommt da nur unter 0,01 l/s - die filigraneren Versuche halt.

Warte aber schon gespannt auf Deine Newsletter.

Bis dann - Gruß aus einem südlicherem Endmöränengebiet... MfG

P.S. Schon Festpunkte zur Überwachung der Bodensenkung gesetzt???  ;-)

 
Bohrschnecke
(Mailadresse bestätigt)

  05.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hydrogeotest vom 03.08.2008!  Zum Bezugstext

Hallo Hydrogeotest,
erstmal Danke für dein Interesse an dem Thema, anscheinend ist das Problem mit dem Gasaustritt ja ziemlich selten ( oder das allg. Interesse daran... ).
Spannend ist es ja irgendwie schon, was da unten so abläuft, wenngleich auch etwas deprimierend. Ich habe ja damit gerechnet, dass evtl. keine ausreichend wasserführende Schicht vorhanden ist und die Bohrung trocken endet, die bekannten " bosen Steine " dieser Bohrung ein vorzeitiges Ende bereiten könnten u.ä., aber das Anbohren einer Gasblase hätte ich nie in Erwägung gezogen ( wenn`s wenigstes Erdgas L wäre... )

Übrigens ein netter Link nit dem KW-Geysir, den hab`ich allerdings schon länger, nur ich muss keine Eruptionszyklen abwarten. Einfach die Lanze ins Bohrloch stellen, Kugelhahn auf, und 10 bar Pressluft befördern Wasser und Tonschlämme aus der Bohrung...
Die Kamera war übrigens nur vom Berufskollegen geliehen, Bohrgerät und Bediener sind absolut brauchbar, wobei mir bei letzterem immer öfter der Gedanke an Don Quichote durch die Rübe geht...
Gebohrt wird übrigens im Raum Lübeck, über die oberflächennahe Geologie ist folgendes bekannt:
Bohrung im Ausläuferbereich einer Endmoräne, Grundwasser in ca. 10 mNN zu erwarten, Ton /mergeliger Ton ab bca. 2m bis-???  300m weiter und ca. 5-6m tiefer gelegen Wasser in ca. 6m Tiefe ( Sandschicht ), ne alte Deponie ist hier mit <sicherheit nicht gewesen.
Aber was hält`s Du von folgenden Theorien:
1. - Unter der durchbohrten dicken Tonschicht ist Inertgas im Kies eingeschlossen,das in der gleichen Kiesschicht vorhandene Wasser ist gespannt und presst das Gas bei entsprechenden Druckverhältnissen im Bohrloch raus !?
2. - Die unter 1. beschriebene, wesserführende Sandschicht läuft unten durch, die aufgelagerte Endmoräne mit der undurchlässigen Tonschicht sammelt unter sich wie eine Glocke die irgendwann mal entstandenen Gase an !?
Bin mal auf Deine Antwort gespannt...
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  03.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bohrschnecke vom 03.08.2008!  Zum Bezugstext

Spannend... !!!

Da könnte man sich fast seinen eigenen Geysir basteln. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wallender_Born

Das wär's - einen eigenen Kaltwassergeysir im Garten - wer hat das schon?

Wenn Packer vorhanden, kannst Du ja mal Abpackern und ein  Rohr nach oben führen, wenn allerdings der Wasserzutritt nur oben und gering wird es wohl nicht funktionieren.
Kamerabefahrung ist ja sehr hilfreich - bist ja gut ausgerüstet.
Was sagt die regionale Geologie?
In welcher Ecke dieser Welt perforierst Du den Boden?
Wäre wirklich mal interessant die Zusammensetzung des Gases zu wissen. Eine alte Deponie war da aber nicht - oder?

So - das war es erst einmal...

Gruß und noch einen schönen restlichen Sonntag

Bohrschnecke
(Mailadresse bestätigt)

  03.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hydrogeotest vom 02.08.2008!  Zum Bezugstext

Also, wir haben jetzt nochmals mit der Tiefbrunnenpumpe ( mit prov. Filter als Sandschutz ) langsam mit ca.12 l/min abgesenkt bis die Pumpe durch den Gasaustritt nichts mehr fördert.
Schlammbüchse ein paarmal reingelassen, es kamen dabei einige Tonklumpen und Kies zutage, Büchse nur noch ca. 40 cm hoch gefüllt. Anschließend Rohrkamera rein, der Wasserspiegel in 11,30m brodelt, als würde man in einen Topf mit kochendem Wasser sehen. Die Intensität hat augenscheinlich etwas nachgelassen, aber dafür fehlen ja nun auch über 2m Tiefe !?! - es wurde ja bis 14m gebohrt.
Von weiter oberhalb ( c. 4-5m Tiefe )sickert etwas Wasser ein, wenn auch sehr wenig, so scheint es aber die Hauptursache dafür zu sein, dass sich das Loch überhaupt wieder mit Wasser füllt, wenn auch sehr langsam.
Ich denke, wenn in den nächsten Tagen Zeit ist sollten
wir nochmal bis auf max. Schneckenlänge von 15,5m bohren ( weitere Bohrschnecken mit SW 41 sechskant sind schwer zu finden ), vielleicht ist damit der ganze Spuk dann auch vorbei.
Drucksonde u. Datenlogger sind eine gute Idee, stehen aber leider nicht zur Verfügung.
Beim letzten Pumpversuch sind mir übrigens 1-2mm große Kohlekörner am provisorischen Pumpenfilter aufgefallen, wahrscheinlich nur Zufall, oder?
MfG
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  02.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bohrschnecke vom 02.08.2008!  Zum Bezugstext

Lies noch einmal den vorherigen Beitrag - war gerade noch bei der Überarbeitung...
Bohrschnecke
(Mailadresse bestätigt)

  02.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hydrogeotest vom 02.08.2008!  Zum Bezugstext

Das ganze ist reproduzierbar, Wasserspiegel im Bohrloch absenken und bei geschätzten 2-3m WS über der Sohle geht das Spiel von vorne los.
Vielleicht sollte ich einfach nochmal tiefer bohren ?
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  02.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bohrschnecke vom 01.08.2008!  Zum Bezugstext

Nun - ich vermute es H≤S.
Schätze, Du hast mit einem Multi-Warn o.ä. gemessen.
Die Frage ist, ist der Gasaustritt ständig oder war es einmalig? Wurde die Aktion noch einmal wiederholt? ... und hast Du die selben Beobachtungen machen können?
GWL ist anscheinend gespannt.

Andere Möglichkeit, Du hast irgendwo zwischendurch einen stärkeren Zufluss, welcher beim Absenken freigelegt wird, das kein ein ganzes Stück oberhalb sein und wenn der Wasserspiegel abgesenkt ist, nimmst Du das als "Brodelgeräusche" war. Deshalb auch das Hinterfragen im vorhergehendem Beitrag nach dem Verhalten bei Absenkung und Wiederanstieg.

An einen Gasausbruch glaube ich nicht so richtig...

Senke noch einmal mit konstanter sehr geringer  Förderrate ab, dokumentiere alles was Du beobachtest.

Absenkung, fängt das Lichtlot zwischenzeitlich an zu flackern und der Wasserspiegel ist aber schon tiefer usw...
Beim Wiederanstieg interessiert hier nicht der Ruhewasserstand, sondern - verändert / verlangsamt sich der Wiederanstieg ab irgendeinem Punkt schlagartig. Wenn Du hast. baue eine Drucksonde mit Datenlogger ein, messen in kurzen Intervallen, allerdings sollte das Teil möglicht einen Messbereich nicht größer als ein bar haben.

Mfg
Bohrschnecke
(Mailadresse bestätigt)

  01.08.2008
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hydrogeotest vom 01.08.2008!  Zum Bezugstext

Das Gas riecht leicht schwefelig und enthält gut 15% Kohlendioxid,null Sauerstoff, die restliche Zusammensetzung ist unbekannt, da das Messgerät nicht mehr hergibt. Brennbare Bestandteile sind nicht enthalten.Der Ton beginnt in ca.2m Tiefe und endet bei ca. 13-14m, hier beginnt eine Kiesschicht. Derzeit ist bei 14m Schluss, da erstmal weitere Schneckem her müssen.
Der Wasserspiegel steigt nach dem Abpumpen in 24h wieder bis auf knapp 4m an und ist dann auch ruhig. Leider ist die Bohrung nicht lotrecht( gr. Stein in 8m ), deshalb muss gelotet werden.
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  01.08.2008

...ebenfalls Hallo zusammen...

1. Richt das Gas?
2. von wo bis wo geht der Ton, was kommt genau darunter, wo genau befindet sich der Filter?
3. bei welcher Absenkung beginnt es zu brodeln?
4. nach Abschalten der Pumpe, wann (Wasserstand) ist was zu beobacheten - wann Geräusche / Gasaustritt weg, wann Wasserspiegel ruhig?
5. ist der Wasserstand ruhig (glatte Oberfläche) oder tritt ständig auch so Gas aus? Wenn Du den Wasserspiegel nicht so sehen kannst, nimm einen kleinen (Taschen-) Spiegel und lenke das Licht nach unten, wenn es einigermaßen lotrecht ist, funktioniert es. Alternativ im Dunkeln mit Stirnlampe.

6. befindest Du Dich in einem Gebiet mit Mineralwasservorkommen?

MfG



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