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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Gleichgewichts-pH-Wert
Martin Maurer
(Mailadresse bestätigt)

  22.01.2009

Hallo,
ich soll für einen Kunden ein Enthärtungsanlage installieren.
Nach Einsicht der letzten Wasseranalyse der Stadtwerke bin ich mir nicht mehr sicher, ob eine Enthärtung wirklich Sinn macht.
Ausgangsbedingungen 30 Gesamthärte, pH-Wert 7,57, Sulfat 364 mg/l, Natrium 9 mg/l, Calcium 158 mg/l Magnesium 34 mg/l.
Wie wirkt sich eine Enthärtung durch Ionenaustausch nun auf die Schutzschicht im Kupferrohr aus?
Wie berechne ich diesen Gleichgewichts-pH-Wert, was sagen die angegebenen Werte Säurekapazität von 3,34mmol/l und Cacitiösekapazität von -14,1 mg/l aus?
(Muss ich als Klempner Chemie studieren?)
Gruss Martin Maurer



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 6
Peter Habrecht
(Mailadresse bestätigt)

  25.05.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 23.01.2009!  Zum Bezugstext

Ich habe mich auch mal mit ph-Werten auseinandergesetzt. Ich halt mich an die Daten dieser Seite (www.wasserbrunnen.net), um einen guten durchschnittlichen Ph Wert festzumachen. Die Angabe war Glaub ich unter Brunnenwasser.
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.01.2010
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Wasserspaß vom 20.01.2010!  Zum Bezugstext

Hallo Wasserspaß,

fülle einen Teelöffel Marmorpulver oder Marmorkörner in eine gut verschließbare Flasche, dann fülle die Buddel mit dem zu testenden Wasser vollständig auf. Verschließe die Flasche, schüttele sie und lasse das Ganze min. 30 Minuten stehen (mehrere Stunden schaden auch nicht). Dann messe den pH-Wert. Und schon hast du den Gleichgewichts-pH-Wert des zuvor eingefüllten Wassers.

Die Beschreibung hört sich zwar nach Kochrezept an, ist aber leicht und ohne großen Aufwand "nachzubacken".

Gruß aus der Pfalz
Tröpfchen
Gast (Wasserspaß)
(Gast - Daten unbestätigt)

  20.01.2010
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 26.01.2009!  Zum Bezugstext

Hallo,

muss den Sättigungsindex eines Grundwassers bestimmen. PH-Wert habe ich. Wie kann ich den Gleichgewichts-PH-Wert ermitteln.
H2O
(gute Seele des Forums)

  26.01.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Martin Maurer vom 24.01.2009!  Zum Bezugstext

Hallo Martin,

zunächst zur Beantwortung deiner Fragen, dann einige Berechnungen mit deinen Angaben:

Die Karbonathärte berechnet sich wie folgt:

Säurekapazität * 2,8 = Karbonathärte (gilt dann, wenn für die Karbonathärte ein gleicher oder geringerer Wert rauskommt als die Gesamthärte beträgt. Sollte bei der Berechnung ein höherer Wert für die Karbonathärte rauskommen als die Gesamthärte beträgt dann gilt: Karbonathärte ist gleich der Gesamthärte)

Zitat:"Bei meinem negativen Calcitiösewert kann ich also davon ausgehen, dass die Schutzschicht im Rohr nach der Enthärtung nicht aufgelöst wird?"

Nein so kann man das nicht sagen. Durch die Enthärtung veränderst du ja das Abscheideverhalten, das ist ja Sinn und Zweck des ganzen Unterfangens. Im Prinzip ist es durch die Wasserbehandlung auch möglich das Wasser in der Aggresivität deutlich zu steigern. Deshalb wird das Wasser auch verschnitten um nicht die Korrosion im Leitungssystem zu begünstigen.
Das bedeutet was aus der Enthärtungsanlage raus kommt ist vollständig enthärtet 0 dH. Dieses Wasser wird nun mit dem normalen Wasser (30 dH) gemischt und zwar so, dass das Mischwasser ca. 7-8 dH hat. Dieses Wasser kann man dann ohne Bedenken bezüglich Schutzschichtauflösung verwenden. In deinem Fall also 3 Teile enthärtetes Wasser + 1 Teil Leitungswasser ergibt ca. 7,5dH.

Mit deinen Angben habe ich einige Berechnungen zum Wasser angestellt. Das Programm liefert diese Ergebnisse:

Das Wasser ist bei 14,5C mäßig steinabscheidend
Kupferquotient 0,9  (Soll möglischst >2)

Gesamthärte: 29,9 dH
Karbonathärte: 9,4 dH
Gleichgewichts pH-Wert: 7,31
Kalkabscheidung bei 14,5C:  8mg/l
Kalkabscheidung bei 60:    49 mg/l
Leitfähigkeit erwartet: 934 S/cm

Gruß
H2O
Martin Maurer
(Mailadresse bestätigt)

  24.01.2009
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 23.01.2009!  Zum Bezugstext

Vielen Dank für Deine Antwort,
neine es ist keine Eigenwasserversorgung, sondern das Wasser der Stadt Blomberg in Lippe. Wasseranalysentemperatur war 14,5C.
Wie errechne ich Dich Karbonathärte?
Sulfat ist geogen bedingt. Warum sagen dann die Stadtwerke nicht, dass Trinkwasserinstallationen in Kupfer nicht geeignet sind?
Bei meinem negativen Calcitiösewert kann ich also davon ausgehen, dass die Schutzschicht im Rohr nach der Enthärtung nicht aufgelöst wird?
Gruss MM
H2O
(gute Seele des Forums)

  23.01.2009

Hallo Martin,

die Rechenoperationen zur Einschätzung sind wirklich nicht einfach, oft bedient man sich daher entsprechender Software auf dem PC, die die benötigten Werte ausspuckt.
Die Calcitlösekapazität zeigt an, ob das Wasser sich kalkabscheidend oder kalkauflösend verhält. Negative Werte zeigen eine Abscheidung an. Der Wert also 14,1 mg/l Kalkabscheidung gilt für die Temperatur bei dem der pH-Wert gemessen wurde. Diese Temperatur ist wichtig und fehlt bei deiner Auflistung der gemessenen Parameter. Ohne Angabe der Temperatur kann weder der Gleichgewichts pH-Wert korrekt erechnet werden noch abgeschätzt werden wie sich die Kalkabscheidung bei Erwärmung erhöht.

Aus dem Wert für die Säurekapazität kann der  Hydrogencarbonatgehalt des Wassers berechnet werden. Zusammen mit den Angaben zur Ca und Mg-Konzentration ist die Berechnung der Karbonathärte des Wassers möglich.

Zum Kupfer: Für die Schutzschichtbildung bei Kupfer sollte eine Karbonathärte von > 2-4 dH vorliegen. Bei Enthärtungsanlagen wird meist durch Verschneiden eine Wasserhärte von 7-8 dH eingestellt. Das ist dann für Kupfer kein Problem. Außerdem muß beachtet werden, dass der Trinkwassergrenzwert für den Na-Gehalt durch die Enthärtung nicht überschritten wird.
Ein anderer Wert bei Deiner Wasseranalyse, nämlich der Sulfatwert ist für Kupfer problematisch. Wenn Kupfer verwendet wird sollte der Sulfatwert nicht größer als 200 mg/l sein. Kupfer als Installationsmaterial ist daher nicht zu empfehlen. Die Trinkwasserverordnung begrenzt normalerweise den Sulfatwert bei 240 mg/l (Ausnahmen möglich). Ist das ein Wasser aus Eigenversorgung?

Gruß
H2O



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