Wasser.de
Lexikon
Shop
Wasser Forum
   mehr als 6400 Themen und 31000 Antworten
Zurück zur Übersicht!
Kategorie verlassen!
Datenschutz FAQ Hilfe Impressum



 

Kategorie: > Wissenschaft > Physik / Chemie
Kjeldahl Stickstoff
stephan Kloth
(Mailadresse bestätigt)

  01.02.2010

Guten Tag werte Freunde des Wassers,

ich komme nun schon wieder in die verlegene Situation sie um Hilfe zu beten. Im Rahmen einer Ausarbeitung zur Wasseranalytik komme ich an folgender Stelle nicht weiter.

die Bestimmung nach Kjeldahl ist mir soweit bekannt, jedoch nicht um was es sich dabei  eigentlich handelt. Bestimmt wird nach meinem Verstaendnis ein Summenparameter ueber den im Wasser enthaltenen Stickstoff (TKN)

Handelt es sich beim Kjeldahlstickstoff gleichzeitig auch um den gesamt Stickstoff (falls nicht laesst sich dieser darueber herleiten)

Teil des Kjeldahlstickstoff sind zumindest der Amonium Stickstoff und die Summe aus Nitrit und Nitrat Stickstoff so viel weiss ich.

Folgende Werte haben wir vom Labor erhalten (zum Ablauf einer Klaeranlage)

Amonium Stickstoff 1.47 mg/l
Nitrit Nitrat 6,37 mg/l
Kjeldahl 4.96 mg/l

Die Summe von Nitrit und Nitrat + Ammonium ergibt eindeutig nicht den Kjeldahl wert,....ich bin verwirrt aber irgendwie haengen sie doch zusammen oder nicht?

Ein weitere Frage waere fuer mich, wie es sein kann, das die Summe aus Nitrit und Nitrat Stickstoff im Ablauf groesser ist als im Zulauf?

Vorab vielen Dank fuer die Unterstuetzung, es wird der Tag kommen an dem auch ich in diesem Forum mein Wissen weiter geben kann.




Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 3
Gast (Walter)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.02.2010

Hallo Stephan
kann mich nur der Ausführung von Tröpfchen anschliesen.
Irgend etwas stimmt mit der Parameterangabe nicht.
Ammonium, Nitrit und Nitrat werden zusätzlich vor der Bestimmung filtriert (im Photometer kann ich keine Partikel brauchen)im gegensatz zum Kjeldahl-N der ja diese auch mitbestimmt.
lg
Walter
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.02.2010

Hallo Stephan Kloth,

habe bezüglich Kjeldahl-N noch einmal nachgesehen. Man kann die Analytik auch so fahren, dass nur Ammonium-N und organ. gebundenes N erfasst werden. Folglich führt ein nettes Gespräch mit der Labormaus am wahrscheinlichsten zum Ziel deiner Frage.

Und zu den kleinen, nicht gewerkschaftlich organisierten Kläranlagenmitarbeitern fiel mir auch noch etwas ein: Es gibt unter diesen auch welche, die mit Vorliebe Ammonium vernaschen und dabei aus diesem bevorzugt NO3 und NO2 machen. Somit ist dies noch eine Erklärungsvariante für eine Nitrat- und/oder Nitritzunahme in der Kläranlage. Leider kannst du in diesem Fall keine netten Gespräche mit den o.g. Mitarbeitern führen. Gleichgültig wie tief und treuherzig du denen auch in die Augen schaust, die sind und bleiben verschwiegen.

Gruß aus der Pfalz
Tröpfchen
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  01.02.2010

Hallo Stephan Kloth,

es sollte zunächst mit dem Labor Folgendes geklärt werden (ein netter Plausch bei einer guten Tasse Kaffee kann da schon Wunder bewirken):
- Beziehen sich die mg/l-Angaben für Nitrat und Nitrit auf die jeweiligen Anionen, also NO3 und NO2 oder ist hier NO3-N und NO2-N gemeint. Im ersteren Fall müsste entsprechend korrigiert werden.
- Wurde vor dem eigentlichen Kjeldahl-Aufschluss die Probe einem Reduktionsverfahren unterzogen. Wenn ja, sollte der Kjeldahl-N den Gesamt-N der Probe (anorgan. + organ.) darstellen. Wenn nein, wurden die NO3- und NO2-Anteile möglicherweise in undefinierter Weise erfasst. Analysenwert dann Hausnummer.

Außerdem muss klar sein, dass mitttels Analytik eines Summenparameters - und das ist die Kjeldahl-Bestimmung - nie ein 100 %-Ergebnis zu erzielen ist. Es gibt immer Verbindungen, die sich der jeweiligen Bestimmungsmethode entziehen. So ist lt. Literatur z. B. der Stickstoff aus Nitrophenol und Benzonitril über Kjeldahl schlecht erfassbar.

Zu der Frage nach höheren NO3-/NO2-Konzentrationen im Kläranlagenablauf als im Zulauf kann ich nur mutmaßen. Könnte es sein, dass die kleinen unbezahlten Kläranlagenmitarbeiter sich über N-haltige Organica des Zulaufwassers hergemacht haben und die Folge dieses lukullischen Gelages N-haltige anorganische Stoffwechselprodukte sind??? Oder ist dieser Gedanke zu abwegig?

Nun grübelt mal schön.
Grüße aus der Pfalz.
Tröpfchen



Werbung (2/3)
Laboruntersuchung für Ihr Trinkwasser


Zurück zu Wasser.de
© 1999 - 2018 by Fa. A.Klaas