Wasser.de
Lexikon
Shop
Wasser Forum
   mehr als 6300 Themen und 30900 Antworten
Zurück zur Übersicht!
Kategorie verlassen!
Datenschutz FAQ Hilfe Impressum



 

Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Speise- Kesselwasser für Dampfkessel
Speisewasserbeauftragter
(Mailadresse bestätigt)

  02.03.2010

Hallo,
ich möchte hier gern eine Diskussion schaffen, um verschiedene Verfahren zur Dosierung von Dampfkesseln zu ermitteln, deren Vor- und Nachteile gegenüber zu stellen, aber vielleicht auch bestimmte chemische Prozesse näher zu beleuchten.
Es geht dabei um die Wasseraufbereitung als Verwendung für Speisewasser für Dampferzeuger. Dabei sind hier Hochdruck Dampfkessel gemeint.
Folgende Verfahren sind bekannt, zum Teil nur namentlich:
Externe Verfahre:

Kalk-Soda Verfahren mit nachträglicher Alkalisierung
Verfahren nach Budenheim mit nachträglicher Alkalisierung
Das Verfahren mittels UmkehrOsmose und nachträglicher Alkalisierung
Das Vollentsalzungsverfahren mittels Kationen und Anionentauscher und nachträgliche Alkalisierung.

Innere Verfahren:
Das Soda/Bikarbonat Verfahren
Phosphatkombinationsmittel

Ich würde nun gern einmal, weil dies in meiner Literatur recht kurz kommt, genaueres über das Verfahren nach Budenheim erfahren.
Das Kalk-Soda Verfahren ist mir bekannt, hier wären aber chemische Formeln der einzelnen Enthärter Stationen recht interessant, damit ich diese mal sauber dokumentieren kann.

Beim Inneren Verfahren ist das Soda/Bikarbonat Verfahren recht häufig bei Museumsbahnen in Gebrauch. Hier würdne mich Erfahrungen und natürlcih auch Bedenken und Nachteile interessieren.
Bei allen inneren Verfahren werden zur Enthärtung auch meist Kolloidbildner benutzt, die den ausfällenden Schlamm verflüssigen und über Abschlammventile am Kesselboden im Betrieb austragbar gestalten sollen. Zudem enthalten diese Stoffe dann auch Antischaumzusätze, um ein Schäumen durch die oft hohe Salzfracht der benutzten Speisewässer in den Griff zu bekommen.

Wie bekommt man Silikate in den Griff?
Welche Erfahrungen gibt es mit den Zuschlagstoffen?
Welche Probleme können wo auftreten?
Welche Produkte kommen nicht nur mit stationären Anlagen zu Recht, sondern würden sich auch in Mobilen Dampfkesseln, wie bewegliche Dampferzeuger, Schiff- und Lokomotiv/Lokomobilkessel gut einsetzen lassen?

Grundlegend klar ist, daß man die Steibildner, meist Ca- und Mg Anteile des Wasser ausfällt und diese vom Wasser abtrennt.
Bei den externen Verfahren setzt sich so der Schlamm an Filtersystemen ab und kann abgezogen werden, bei den inneren Verfahren setzt sich der Schlamm am Boden des Dampferzeugers ab und sollte dort über Abschlammventile abgezogen werden.
Bei VE und Osmosesystemen bildet sich kein Schlamm, da hier neben dem Reinwasser entweder die Stoffe in den Austauschern zurück gehalten wird, oder aber mit dem Volumenstrom von der semipermablen Membran abgespült und ausgetragen wird.

Ich würde diese Sache zu Speise/Kesselwasser gern ein wenig vertiefen und diskutieren...
Auch das Warum, wieso, weshalb...



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 1
Gast (tröpfchen)
(Gast - Daten unbestätigt)

  02.03.2010

Hallo Speisewasserbeauftragter,

wenn es dir tatsächlich um Hochdruck-Dampferzeuger geht, so werden die nur mit vollentsalztem (VE-) Wasser gespeist. Dazu gibt es mehrere technische Regelwerke. Für die VE-Wasser-Erzeugung die "VGB-M 407 G" (Grundlagen für die Planung, die Bestellung und den Gewährleistungsnachweis von Anlagen zur Wasserentsalzung mit Ionenaustauschern), für den Dampferzeugerbetrieb beispielsweise "TRD 611" (Technische Regel für Dampfkessel) und "VGB-R 450 L" (VGB-Richtlinie für Kesselspeisewasser, Kesselwasser und Dampf von Dampferzeugern über 68 bar zulässigem Betriebsüberdruck). Der Betrieb von Niederdruckanlagen ist in der "VdTÜV-Richtlinie für Speisewasser, Kesselwasser und Dampf von Dampferzeugern bis 68 bar zulässigem Betriebsüberdruck" geregelt.

Der Betrieb von Hochdruckdampferzeugern mit nicht vollentsalztem Wasser entspricht nicht dem Stand der Technik und führt zu gravierenden Problemen (Ablagerungen, Korrosion ...). Die von dir genannten Aufbereitungsverfahren sind zum Teil Vorkriegsstandard und werden heute gegebenenfalls nur bei Klein(st)anlagen eingesetzt.

Gruß aus der Pfalz
Tröpfchen



Werbung (3/3)
Laboruntersuchung für Ihr Brunnenwasser


Zurück zu Wasser.de
© 1999 - 2018 by Fa. A.Klaas