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Kategorie: > Technik > Wasseraufbereitung
Probleme im Koiteich da GH KH und pH zu niedrig
dragon
dragon-koit-online.de
(Mailadresse bestätigt)

  06.11.2013

Erst mal ein "Hallo" an alle.
Ich bin neu in diesem Forum und habe zu meinem Problem auch hier noch nichts spezielles gefunden, was mir weiterhelfen würde.
Mein Hobby ist die Haltung von Koi, dem japanischen Farbkarpfen. Mein Gartenteich hat ein Volumen von 30 000 l. Nach vielen Jahren der Koihaltung und großen Verlusten von Tieren, habe ich einen Zusammenhang zwischen schlechten Wasserwerten, Streß und Krankheitsanfälligkeit erkannt.
Der Teich wird mit einer Schwerkraftanlage mit einem Vulumen von 5000 l gefiltert. Ammonium/Ammoniak und Nitrit sind im Teich nicht vorhanden. Wasserwechsel werden mit Leitungswasser (GH = 2, KH = 0, pH = 7,0 bis 7,5) durchgeführt, wöchentlich ca. 1000 l.
Da die Koi auch Calzium und anderes verbrauchen, senkt sich der pH-Wert ohne Zusatzstoffe auf einen Wert von pH von 5,5 bis 6. Dieser Wert bedeutet Streß für die Tiere.
In den letzten Jahren habe ich den pH durch Zugabe von GH+ und KH+ aus dem Koifachmarkt auf 7,5 bis 8,0 halten können, GH bei 8 bis 10 und KH bei 5 bis 6. Eine teure Angelegenheit, ca 400 bis 500 €/Jahr.
Zwecks Kostenreduzierung verwende ich jetzt statt KH+ das weitaus billigere Natriumhydrogencarbonat (25 kg für 25 €).
Über die Meerwasseraquaristik bin ich auf die Balling-Methode aufmerksam geworden, allerdings ist mein Teich Süßwasser. Mit Calziumchlorid und Magnesiumsulfat könnte man den GH erhöhen, habe ich aber noch nicht gemacht.
Wie kann ich den pH stabil halten?
Was darf ich kostengünstigen verwenden, um GH und KH im Koiteich zu erhöhen und was muß ich bei der Anwendung beachten.
Vielen Dank im Voraus!
Christian



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 9
H2O
(gute Seele des Forums)

  13.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 13.11.2013!  Zum Bezugstext

Hallo Dragon,

es gibt zwar leichlösliche Verbindungen mit denen eine Korrektur der Wasserhärte erreicht werden kann, aber dabei werden andere Wasserparameter eventuell ungünstig beeinflußt.

Da Kois eben recht exclusive und teure Fische sind möchte auch niemand riskieren, dass die Fische auf Wasserveränderung unpässlich reagieren.

Ich nehem an, dass Sie die Wasserqualität regelmäßig kontrollieren? Ich schlage deshalb nochmals vor den pH-Wert mit Calcit, Dolomit oder Marmor zu korrigieren.

Eventuell können Sie zunächst einen kleineren? Stein aus genannten Mineralien, dekorativ in den Teich setzten oder diesen auch ganz versenken (aber so dass Sie ihn leicht wieder entfernen können).

Der pH-Wert wird jetzt durch die Oberflächengröße des Steins, durch das Wasservolumen und die Wasserqualität beeinflusst. Führen Sie anfangs gehäuft Analysen durch um die Auswirkungen abschätzen zu können. Steigt der pH-Wert zu stark können Sie den Stein herausnehmen oder die Oberfläche verkleinern. Steigt der pH Wert nicht stark genug müssen Sie den umgekehrten Weg gehen.

Mit dem pH-Wert steigt die Wasserhärte also der Calciumgehalt oder wenn Sie Dolomit nehmen auch der Magnesiumgehalt.

Diese Methode sollte den Kois nicht schaden, weil außer pH-Wert und Härte nichts am Wasser verändert wird. Das entspricht praktisch der Methode die Sie mit den Austernschalen (= Calciumcarbonat) praktizieren, ist aber eben wesentlich billiger.

Genauso kann man das über eine Filter mit Hydrolith realisieren. Wenn man den Filter eben bei erreichtem pH-Wert abstellt und bei Absinken des pH-Werts eben wieder durchströmt. Idealerweise findet man die Wassermenge die man ständig über den Filter schicken kann und die dann eben zum Gleichgewichtszustand führt (für den Fall dass der pH-Wert eben für den Sättigungzustand im zu hoch liegt).

Gruß
H2O

Dieser Beitrag wurde nachträglich editiert!
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  13.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von dragon vom 11.11.2013!  Zum Bezugstext

Hallo Christian,

nachdem sie bei mir per email gegen die Schließung des threads protestiert haben, habe ich diesen wieder geöffnet und hoffe mal daß ihnen von weniger abgehobenen Kräften geholfen wird. Da die Schließung gegen den überheblichen Pseudowasserspezi gerichtet war, habe ich nun dessen Beiträge gelöscht. Manches ist dadurch aus dem Zusammenhang gerissen. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten einen neuen Faden eröffnet.

Leider unter Zeitdruck auf die Schnelle.

LG Lothar
dragon
dragon-koit-online.de
(Mailadresse bestätigt)

  11.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf einen gelöschten Beitrag vom 11.11.2013!  Bezugstext gelöscht

Hallo xxx,

Danke für die ausführlichen Antworten.
Bein lesen deiner Ausführungen fühle ich mich wie damals in der Schule. Deine doch hohe Fachkenntnis würde dich vermutlich eher als Referent der Uni qualifizieren - ich bin zum Thema Wasser absoluter Grundschüler.
Du bereicherst dieses Forum mit deinem Fachwissen und sicherlich hast du hier Spezis, welche dir folgen können und mit dir fachsimpeln - Grund- und Fachwissen vorausgesetzt.
Mein Fehler war wahrscheinlich, dass ich auf eine vermeintlich leichte Frage eine leichte Antwort erwartet habe.
Wasser ist anscheinend doch etwas komplexer als ich gedacht habe.
Mit freundlichen Grüßen
Christian  

Dieser Beitrag wurde nachträglich editiert!


dragon
dragon-koit-online.de
(Mailadresse bestätigt)

  11.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Bernhard Schmitt vom 10.11.2013!  Zum Bezugstext

Hallo Bernhard,

danke für den Tipp von Hydrolit. Habe mit dem Hersteller gesprochen, der rät mir jedoch davon ab, weil das Mittel eine hohe Anfangsalkalität aufweist. Dieser anfangs hohe pH-Wert wäre für die Koi "unter Umständen" schädlich.
Verträgliche pH-Werte für Koi sind 7,0 bis 8,5;
ideal ist 7,5 bis 7,8.
Nochmals vielen Dank.
Christian
Walter
(Mailadresse bestätigt)

  11.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf einen gelöschten Beitrag vom 10.11.2013!  Bezugstext gelöscht

Hallo Christian
Laß dich nicht von xxx verunsichern, Buchstaben sind geduldig!
Trinkwasser wird z. B. auf der Rudolfshütte - im Urgesteinsbereich auf 2000m Seehöhe, mit den von dir erwähnten Kalkstein aufgehärtet. Funktioniert jedoch nur im Zehntel Bereich reicht jedoch aus um die Agresivität zu nehmen und der pH-Wert wird von 6,6 auf 7,2 angehoben.
Es gibt einen Koi - Züchter im Hochschwarzwald in Zollhaus Blumberg der sich mit diesem Problem sicher schon beschäftigt hat, da in dieser Gegend auch nur weiches Wasser vorkommt und er trotzdem vom Verkauf der Fische gut lebt.
Möchte keine Werbung machen aber du findest ihn sicher im Internet.
LG
Walter

Dieser Beitrag wurde nachträglich editiert!
Bernhard Schmitt
berndschmitt1aol.com
(Mailadresse bestätigt)

  10.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf einen gelöschten Beitrag vom 10.11.2013!  Bezugstext gelöscht

Hallo Dragon,
wie ich im ersten Thread bereits andeutete, kannst du GH,KH und den pH Wert über einen Entsäuerungsfilter anheben. Als Filtermaterial würde ich Hydolit Ca einsetzen, damit geht der pH Wert nicht über 8,2, auch dann  nicht, wenn die Anlage stagniert. Welche Werte sich einstellen, kann man berechnen, wenn man die vor Ort gemessene freie Kohlensäure kennt sowie die genauen Werte der GH und der KH. Dann kann man in Abhängigkeit der gewünschten Durchsatzleistung des Filters dessen Größe, Volumen und Standzeit des Filtermaterials und Nachfüllintervalle berechnen.
Gruß Bernhard
Bernhard Schmitt
berndschmitt1aol.com
(Mailadresse bestätigt)

  06.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von dragon vom 06.11.2013!  Zum Bezugstext

Hallo Christian,

normalerweise müsste sich bei diesem Wasser der Gleichgewichts pH Wert einstellen, der bei weichen Wässern über 8 liegt. Wenn der pH Wert sinkt, heißt das, das Wasser nimmt aus der Umgebung Kohlensäure auf. Da fast keine Härtebildner vorhanden sind, ist das freie Kohlensäure, die den pH Wert senkt. Durch die Zugabe von GH+ und KH+ wird diese Kohlensäure zu gebundener Kohlensäure, die dafür sorgt, dass die Härte in Lösung bleibt, es stellt sich wiederum der Gleichgewichts pH Werr ein, der aber bei härteren Wässern niedriger ist als bei weicheren. Du kannst die Kohlensäure auch durch Zugabe von Natronlauge abbinden, dadurch wird auch die KH erhöht, die GH aber nicht. Du kannst auch über einen Entsäuerungsfilter fahren und so die GH und KH zusätzlich zum pH Wert anheben. Lass doch mal vor Ort die freie Kohlensäure bestimmen.
dragon
dragon-koit-online.de
(Mailadresse bestätigt)

  06.11.2013
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von H2O vom 06.11.2013!  Zum Bezugstext

Hallo H2O,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Mein Thema ist bekanntlich sehr speziell. Trinkwasser eignet sich selten als Fischwasser. Mein Problem ist, wie mache ich aus eigentlich sehr guten Trink- bzw. Leitungswasser gutes Fischwasser für Koi.
Ich wohne im Bayerischen Wald und habe die folgende Wasserwerte im Leitungswasser: GH 2, KH 0, PH 7 - 7,5 (meistens). Im Koiteich reduziert sich der PH auf 6,0. Der ideale PH-Wert für Koi liegt bei 7,5 bis 7,8.
Nach meinem Wissen bleibt der pH nur bei einem GH von 8 bis 12 und einem KH von 5 bis 7 relativ stabil bei 7,5.
Als natürliches Mittel zu Aufhärten der KH gibt man der Filteranlage Austernschalen zu, bei 30 m³ benötigt man jährlich 30 kg Austernschalen. Auch nicht besonders billig, zudem nur für den KH-Wert relevant, wenn der pH unter 7 sinkt. Eine von dir beschriebene Gefahr der Aufsalzung dürfte nicht bestehen, da dem Koiteich in der Regel Salz in Form von Viehsalz zugegeben wird, 100 bis 500 Gramm je m³. Dies verringert den Keimdruck von schädlichen Krankheitserregern und Parasiten. Ich kann kein Viehsalz verwenden, da dieses ebenfalls den PH senkt.
Eine Filterung über Gestein wäre das gleiche wie die Filterung über Muschel/Austernschalen. Man verhindert zwar wahrscheinlich einen PH-Sturz unter 6,5, aber eine stabile ph-Pufferung auf 7,5 bis 7,8 wird dadurch auch nicht erreicht.
Die im Koifachhandel angebotenen KH+-Mittelchen bestehen nur oder größtenteils aus Natriumhydrogencarbonat und/oder schwer löslichen Calziumcarbonat. Die Zusammensetzung der GH+-Mittelchen kenne ich nicht genauer, müßte aber eigentlich Calciumchlorid und Magnesiumsulfat sein.
Gibt es denn die Möglichkeit den PH stabil bei 7,5 bis 7,8 zu halten, ohne GH und KH erhöhen zu müssen, und wie stelle ich das an?
"Fischwasserspezialisten" gibt es leider nicht, deswegen fordere ich die "Trinkwasserspezis" auf, Lösungsvorschläge zu finden.
MfG
Christian        
H2O
(gute Seele des Forums)

  06.11.2013

Traumhaft weiches Trinkwasser ist anscheinend auch nicht für alle Anwendungen gut.

Eventuell werden die Spezialisten für Wasserbehandlung ja noch auf den thread aufmerksam. Ich hätte Bedenken die erforderliche Härte durch Zudosierung von Natriumhydrogencarbonat , Calcium oder Magnesiumsalzen einszustellen. Das führt zu einer Erhöhung der Leitfähigkeit und mit der Zeit (wenn Verdunstungsverluste ergänzt werden müssen) zu einer Ausalzung der Gesamtwassermenge. Keine Ahnung ob die Kois das mögen?

Es gibt aber eine Methode die z.B. zur Trinkwasserentsäuerung angewandt wird. Man filtriert das Wasser über Calcit oder Dolomit. Das hat den Vorteil, dass das Wasser entsäuert wird, Vorsicht kann auch in den alkalischen Bereich gehen(um pH 9), keine Fremdionen reinkommen die zu einer Aufsalzung führen und gleichzeitig eine Aufhärtung erreicht wird.

Um die Auslegung und die Verfahrensweise muss sich ein Spezialist für Wasserbehandlung kümmern.

Gruß
H2O  



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