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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Pumpe bekommt nicht genug Wasser Regenration?
revilo
(Mailadresse bestätigt)

  05.04.2014

Hallo, hier erst die grundlegenden Infos:
Wir haben einen Bohrbrunnen der jetzt ca. 40 Jahre alt ist und eine Tiefe von 11,80 besitzt. Der Wasserspiegel im Ruhemodus liegt bei 3,10 unter Oberkante Brunnenflansch. Das Saugrohr habe ich noch nicht gezogen, da ich heute keine Teile für eine Wiederinbetriebnahme bekomme. Das Brunnenrohr besitzt einen Außendurchmesser von ca 14 cm. Unsere Pumpe bekommt nicht genug Wasser funktioniert aber noch so leidlich für den normalen Hausgebrauch. Die Pumpe selber wurde komplett überholt. Ein Vakuummeter zeigt bei beim Pumpen am Anfang ca. -0,7 Bar und steigt dann auf ca. -0,9. Das würde auch mit der Messung im Brunnen bei eingeschalteter Pumpe übereinstimmen. Hier fällt der Wasserspiegel dann um fast fünf Meter auf 8,70 Meter unter Oberkante Brunnenflansch. Mein Verdacht ist, das im Brunnen nicht genug Wasser nachläuft.
So nun zu meiner Frage: Kann man den Brunnen reanimieren? Ich habe mit jemanden vom Fach gesprochen, der mir sagte, dass ich warscheinlich neu bohren müste. Das möchte ich aber aus Kostengründen möglichst vermeiden. Über Tips von euch würde ich mich sehr freuen. Eventuell gibt es auch Firmen die hier helfen können. Mit welchen habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Sonst noch einschönes Wochenende. Olli



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 11
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  16.04.2014

Hallo,

es wäre zu überprüfen, ob der Brunnen unten Verschlammt ist, bzw. ob sich Verockerung abgesetzt hat und nicht zu fest ist, dann könntest du es evtl. rein mechanisch selbst beheben.
Bei Verkrustungen muss dann die chem. Keule ran, alle anderen Verfahren wäre vermutlich kostenseitig nicht angemessen.

Überblick über die möglichen Ursachen findest du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Brunnenregenerierung


Punkt A
Erstere kannst du prüfen, indem du einem längeren Metallstab (Gewicht von 30 cm Eisen mit Durchmesser 1 cm reicht) mit einem Seil nach unten lässt, bis Widerstand zu spüren ist. Dann eine Markierung machen und durch ständiges geringfügiges Heben und Senken schauen, ob das Eisen noch tiefer einsinkt. Kommt irgendwann wann dann fester Boden, so hast du Differenz.
Ist die ursprüngliche Tiefe bekannt? ich nehme an, die 11,40 wurden erst jetzt ermittelt.

Punkt B
Wenn du den Saugschlauch ziehst, siehst du, ob Verockerung dran ist - das schöne rotbraune Zeug ist unübersehbar.

Was ist, wenn Punkt A...
Var.1: Du baust dir eine einfache Mammutpumpe (Lufthebeverfahren), nimmst einen Kompressor und pumpst den Schlamm unten weg, ggf. benötigst du noch ausreichend Wasser von woanders her, damit du den Brunnen auffüllen kannst.
Der Wasserspiegel sollte / darf nicht mehr als auf 5 m dabei absinken, sonst funktioniert das Prinzip nicht mehr.
Mammutpumpe:
https://www.google.de/search?q=mammutpumpe&hl=de&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=TdJOU43aIsSRtQaGroG4Aw&sqi=2&ved=0CDkQsAQ&biw=1280&bih=637


Var.2: Du trennst nach deine Pumpe die weitere Installation und schließt dafür einen Schlauch mit einem 1 bis 2 m langen Metallrohr an, das bringst du kurz bis über den Boden in den Brunnen. Dann nimmst du ein T-Stück + 2 Absperrhähne und befestigst da auch noch einmal ein Stück Schlauch an dem seitlichen Abgang des T-Stücks.

Dann beginnst du im Kreis zu pumpen und spülst somit unten das Zeug auf, zwischenzeitlich schließt du das Ventil, öffnest das für den Bypass und pumpst die Dreckbrühe aus dem Bohrloch. Das solange, bis du unten angekommen bist und der Brunnen wieder sauberes Wasser liefert.
Wenn du vor Beginn den Wasserspiegel bis auf ein gewisses Niveau absenkst und die Zeit registrierst die dafür benötigt wird, so sollte bei Erfolg das dann deutlich länger dauern als zu Beginn.
Im Idealfall erreichst du die Absenkung gar nicht mehr, da der Brunnen wieder ausreichend Wasser bringt.
Vorausgesetzt, es war unten ein Teil der Filterstrecke verschlammt.

Nun zu Punkt B:

Verockerung
https://www.google.de/search?q=verockerung&hl=de&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=wNFOU9ToHYnqswbesoC4Ag&sqi=2&ved=0CC0QsAQ&biw=1280&bih=637

Prinzipiell musst du erst einmal durch schnelles vollständiges Auffüllen mit Wasser und anschließendem Abpumpen (auch schnell) den Brunnen hydraulisch belasten. Dadurch wird Wasser durch die Filterstrecke und den umgebenden Filterkies gepresst. Durch den wechselseitigen Über- und Unterdruck, sowie die dadurch entstehende Strömung im Filter wird schon so manches an lockeren Belägen / Verschleimung gelöst. Je mehr, desto besser wird die Durchlässigkeit des Filters wieder. In gewissem Maße lassen sich damit auch leichte Verkrustungen, vor allem im Filterkiesbereich wieder aufbrechen.
Wenn der Brunnen dann wieder einigermaßen funktioniert, ruhig ein paar mal richtig absenken und wieder ansteigen lassen.
Ggf. kann man auch mit der Mammutpumpe da noch einiges ausrichten. Dazu sollte aber die Luftmenge so eingestellt werden, das keine fast kontinuierliche Wassermenge kommt, sonder das es schlagartig herauspritzt, es also zu schlagartigen Entladungen kommt.
Durch die entstehenden Vibrationen bringen den Filterkies in Bewegung und somit werden die Feinbestandteile herausgelöst.
Das passiert auch bei den Membranpumpen die unter anderen als Membropumpen zum Klarpumpen z.Bsp. bei iibähh angeboten werden.
Die Dinger erzeugen so starke Vibrationen, das der Filterkies drum herum ständig in Bewegung ist, das mag vielleicht noch beim ersten groben Entsanden sinnvoll sein, aber danach nicht mehr!
Wenn ein Brunnen klargepumpt wird, so sollte man darauf hinweisen, das ein Brunnen nach der Erstellung entwickelt werden muss.
1. muss das Bohrklein und die ggf. eingesetzten Spülungszusätze beseitigt werden.
2. Dann sollen damit die Feinbestandteile aus dem umliegenden Grundwasserleiter mit entfernt werden
und DANN
3. wird beim Klarpumpen der Filterkies verdichtet, deshalb sollte nie mit voller Leistung klargepumpt werden - man kann sie aber steigern.
Der Filterkies ordnet sich und die Hohlräume zwischen den einzelnen Körnern verringern sich, so das der Filterkies erst dann seine Leistungsfähigkeit erhält.

Wenn ich dann mit so einer Membranpumpe ständig im Brunnen Schwingungen und Impulse erzeuge, fängt selbst ein vorher 1A funktionierender Brunnen ggf. wieder an zu Sanden und schmutziges Wasser zu fördern.

... kleine Ursache -> große Wirkung, die nach hinten losgeht.  
   
Aber zurück zum Thema...
Es ist immer gut, wenn man weiß, bei welcher Fördermenge, über welche Zeit, der Wasserspiegel wie weit abgesunken ist.
Wenn man die Daten von einem neuen Brunnen hat, so kann man später immer mal kontrollieren indem man unter mit der gleichen Fördermenge wieder fördert, inwieweit die Filterleistung zurückgegangen ist.
Ein rechtzeitiges Reinigen mit oben beschrieben Methoden, verhindert schon im Vorfeld böse Überraschungen.

Es gibt Glückliche, die so gute Bedingungen bzgl. Wasser, Mineralisierung usw. haben, das sie nie etwas machen müssen, aber grundsätzlich altert jeder Brunnen und muss mal mit mehr oder weniger Aufwand gereinigt werden. Je eher das gemacht bzw. die Notwendigkeit erkannt wird, um so einfacher.

Ich nehme immer den Vergleich mit einer Kaffeemaschine - ist die erst mal total dicht, dann ist es meist zu spät. Rechtzeitiges Entkalken kann jeder problemlos machen.

Wenn sich erst mal dicke Verockerungspakete im Filter gebildet oder der Brunnen zum größten Teil verschlammt ist, wird es schwierig.
Bei Manganablagerungen oder festen Verockerungskrusten im Filter hilft nur noch die chem. Keule. Aber auch die wirkt besser, wenn vorher schon ein großer Teil der weichen Ablagerungen beseitigt sind.

 
Gruß
pumpe
kolpinpumpenkundendienst.de
(Mailadresse bestätigt)

  08.04.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von revilo vom 06.04.2014!  Zum Bezugstext

Hallo Olli
besorge dir so einen 1000liter tank auf Palette
und mix dir die Zitronensäure auf 75% und dann lasse die Lösung in deinen Brunnen laufen aber dabei darf der Brunnen nicht überlaufen und es darf keine Pumpe eingesetzt werden sonst geht dir der Brunnen Filter kaputt
lass die Mischung einfach reinlaufen wenn der Tank leer ist machste den Brunnen dicht und fährst 2 Tage mit deiner Familie an die See
wenn de dann wiederkommst musst du den Brunnen abpumpen aber nicht zu schnell du solltest einen 40 Meter langen 1/2" schlauch nehmen und ca. 6 stunden kontinuierlich den Brunnen klar- pumpen kann aber auch 74stunden dauern
das heist du hast ca 11/2 Wochen  keine Trinkwasser
aber wie gesagt es gibt nur eine 80%-tige Changs bei 20% der Brunnen funktioniert das nicht
Gruß Pumpe
sepp-s
(Mailadresse bestätigt)

  07.04.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Christoph Weidner vom 07.04.2014!  Zum Bezugstext

Hallo auch Phosphorsäure wäre dazu geeignet hat eine bessere Wirksamkeit eine gesundheitliche Gefahr geht von dieser nicht aus sofern man diese nicht konzertiert trinkt. ( Darf man auch bei Zitronensäure nicht! Viele Getränke haben Phosphorsäure  als   Zusatz .Je nach Art des Brunnens kann es sein dass schon einen Tag  nach der Säurebehandlung kaum noch  Säure  im Brunnen ist.
Auch die Feuerwehr könnte  als Übung mit einen  "Kanalratten "eine Freispülung  versuchen.

mfg  Sepp
Christoph Weidner
(Mailadresse bestätigt)

  07.04.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 06.04.2014!  Zum Bezugstext

So wie es Lothar schreibt, ist es bei uns auch geregelt. Erfordert etwas mehr Kabel und Elektrik, aber nur so funktionierts bei uns auch zufriedenstellend.

Da wir derzeit auch nur ausschließlich Brunnenwasser nutzen können, wird es mit dem geringen Zufluss in den Brunnen bald eng.... (und bei der Trockenheit meint die Gemeinde uns zu ärgern...)
Die Zeit für eine Regeneration haben wir auch nicht, zumal wir Unmengen Säure bräuchten bei fast 3m³ im Schacht ;)

HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  06.04.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von revilo vom 06.04.2014!  Zum Bezugstext

Hallo revilo,

mit einer Einwirkzeit von 10 bis 14 h muss man schon rechnen.
Gruß
Heinz
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  06.04.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von revilo vom 06.04.2014!  Zum Bezugstext

Hallo Olli,

das einzige was dir da bleibt, wäre die Zeit der Erholung, ich meine "Wassersäule wieder oben", zu ermitteln und dann per Zeituhr immer wieder abpumpen.

So könnten nach und nach fast geschlossene Fließkanälchen ihren Querschnitt erweitern und nach und nach wieder größere Wassermengen liefern. An der Vakuumuhr kannst du ja schön ablesen wo der Wasserspiegel gerade ist und so ohne viel Aufwand den Erfolg der Maßnahme beobachten.
Problem eventuell, wo hin mit dem Wasser?

Wenn das nicht zum Erfolg führt gäbe es wenn Platz vorhanden noch die Möglichkeit, so wie bei Felsbohrungen, die nur Sickerwasser liefern, rund um die Uhr per Zeitschaltuhr die Wassersäule abzupumpen und damit ein Reservoir zu füllen, welches tagsüber den Bedarf deckt.
Mehr geht dann halt nicht. Der entsprechend Behälter würde dann übergeordnet per Schwimmerschalter das Pumpen unterbrechen.Mit etwas Glück wäre das auch ein erfolgreiches Training für die zuerst beschriebene Maßnahme, welche man mit der Zeit der Erholung der Wassersäule nachprüft.

Schönen Sonntag !

Lothar
revilo
(Mailadresse bestätigt)

  06.04.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von pumpe vom 06.04.2014!  Zum Bezugstext

Hallo Pumpe, danke für deine Antwort. Ich benötige den Brunnen aber täglich und kann die Wasserversorgung nicht für drei Monate abklemmen um zu meinen Schwiegereltern zu ziehen. Da würde es spätestens nach drei Tagen Tote geben.

Gibt es nicht eine Möglichkeit das ganze über ein langes Wochenende zu machen?

Gruß Olli
pumpe
kolpinpumpenkundendienst.de
(Mailadresse bestätigt)

  06.04.2014

Hallo Revilo
ich habe sehr gute Erfahrungen mit Zitronensäure gemacht
die gibt es in Granulat vorm
du rechnest aus wie viel Wasser im Brunnen vorhanden ist du benötigst 3 Liter Wasser auf ein Kilo Zitronensäure dann füllst du die entsprechende menge in Granulat form ein und verschlisst deinen Brunnen Gasdichte und lässt das Zitronensäure Granulat 3 Monate  einwirken
mit 80 %-tiger Wahrscheinlichkeit hast du damit Erfolg
wenn der Brunnen für Trinkwasser sein soll muss er nach der Prozedur nur noch desinfiziert werden
Gruß Pumpe
sepp-s
(Mailadresse bestätigt)

  05.04.2014

Hallo  revilo"! wie wäre es mit einer Unterwasserpupe mit einer geringen Leistung welche den Brunnen  nicht überfordert    welche auch 10m tief gehängt werden kann.  Ein  Test wie hoch der Zufluss  wäre aber nötig.
mfg  Sepp
revilo
(Mailadresse bestätigt)

  05.04.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von HeinzM vom 05.04.2014!  Zum Bezugstext

Hallo HeinzM,


das Brunnenrohr ist aus Stahl.

Gruß Olli
HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  05.04.2014

Hallo,
also wenn der Wasserspiegel im Brunnen nun so weit sinkt, liegt die Vermutung einer Verockerung oder Versinterung sehr nahe.

Eigentlich sollte eine Regenerierung funktionieren, die du auch selbst bewerkstelligen kannst.
Weiß nun nicht ob ich hier entsprechende Links setzen darf, denn ich werbe nicht gerne für Produkte, wenn es nicht die Meinen sind.:)
Vielleicht kann dir der Admin ja einfach meine Mailadresse übersenden, denn eine direkte Kontaktaufnahme ist hier so nicht möglich.
Der Brunnen, ist dieser aus PVC oder aus Stahlrohr?
MfG
Heinz



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