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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Gegrabener Brunnen bei 7 einhalb Meter noch Lehm ... als Zis
dav
(Mailadresse bestätigt)

  17.05.2014

Hallo,

ich wohne in Südchile und es regnet hier sehr viel, weniger im Sommer, aber den ganzen Winter hindurch (bei unangenehmen 2-10 Grad C und hoher Luftfeuchte),
doch es gibt gerade hier oft Probleme mit den Brunnen, dass diese zumindest im Sommer austrocknen.

Habe hier erst vor kurzem ein relativ kleines Grundstück ohne Haus und Brunnen gekauft und fing auf einen Rat von einem anderen Deutschen hin (da es hier sehr lehmig ist) ganz alleine an, mir an einer geeignet erscheinenden Stelle einen Brunnen zu graben - mit der Schaufel, einem 20 l Eimer und einem 3fach-Flaschenzug.

Erst hob ich den Humus von 75 cm in einem D (Durchmesser) von 2 Metern aus. Weiter grub ich einen D von nur noch 1 Meter etwa 2 Meter tief. Da der Lehmboden sehr fest ist und ich bei etwa 4,5 Metern glaubte auf Wasser zu stoßen, erweiterte ich ab diesen 2,75 Meter den Brunnen konisch auf etwa 5 Meter Tiefe und einem D von 1,6 m.
Diese 1,6 m im D trieb ich dann zylindrisch auf 7,5 Meter Tiefe weiter.
Als es dann immer trockener wurde, überlegte ich, wie man mit einer Leiter Marke Eigenbau, die ich schon 3mal verlängern mußte, noch tiefer kommt, ohne dass man seine Gesundheit auf`s Spiel setzt.
Also erweiterte ich die 1,6 m im D ab 5 Meter Tiefe auf einen D von 2,8 Meter. Seitlich versetzt wäre es so möglich wiederum mit einen kleinen Durchmesser von 1-1,2 m auf etwa 10,5 m weiterzugraben.

Zwischenzeitlich (da war ich erst bei 5 m Tiefe) war schon meine Überlegung, was, wenn die Lehmschicht weit unter die 10 Meter reicht? Mit Handbohrer weiter ... und dann?
Die Lösung: Der Lehm läßt kein Wasser durch? OK, dann wird eben gefiltertes Regenwasser eingeleitet.

Was hält ihr davon?

VG aus dem klammen Südchile





Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 11
Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  20.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von dav vom 20.05.2014!  Zum Bezugstext

Hallo dav,

warum fragst du erst, wenn du dann doch wichtige Hinweise ignorierst und es dir schön redest.
Du gefährdest dich wenn du gräbst und später ggf. auch noch andere, wenn das Gebilde irgendwann evtl. einstürzt.

Geologie ist ein komplexes Fach und man darf nie von einem derzeitigen Stand ausgehen, wenn man bereits weiß, das sich die Randbedingungen ändern.
Du hast keinen Brunnen oder Zisterne mit geraden Wänden gegraben, sondern einen Hohlraum / Höhle welche bekanntlich irgendwann einstürzen. Ob der Auslöser dann durch Instabilität aufgrund des Eigengewichtes des hangenden Bereiches, durch Aufweichen des Lehms in dem dann wassererfüllten Bereich oder ggf. durch ein Erdbeben (wie Heinz dir aufzeigte) erfolgt, ist dann irrelevant - die Anzeichen dafür wirst du vermutlich nicht oder zu spät erkennen.

Vielleicht findest du ja doch noch eine bessere und vor allem sichere Lösung.

Gruß
HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  20.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von dav vom 20.05.2014!  Zum Bezugstext

Hallo dav,

ich auch auch die geologischen Verhältnisse dort bei Euch mit einkalkuliert. Erdbeben.

MfG
Heinz


dav
(Mailadresse bestätigt)

  20.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von HeinzM vom 19.05.2014!  Zum Bezugstext

Hallo Heinz,

keine Sorge, so einen gleichbleibend festen Lehm ohne Risse oder größere Einschlüsse (von daher auch die Wasserdichtheit) gibt`s so schnell kein Zweitesmal.
Das ist "fast wie Beton", auch die Wasserdichtheit. Die letzten Tage regnete es sehr viel (es geht ja auf den Winter zu) und die Plane über dem Dreibein wehte es auf eine Seite, es regnete also hinein. Der Lehm wurde glänzig aber saugte kein Wasser auf.

Und deswegen hab` ich mich entschieden den Brunnen nach unten tropfenförmig auf die Mitte hin einzurunden (max. Tiefe dann: etwa 8,5 m) und ihn als Schluckbrunnen-Zisterne zu verwenden.

Und obwohl nur der untere Teil genutzt wird, können um die 20.000 Liter Wasser (das entspräche 220 Liter/Tag bei 3 Monaten ohne Regen) eingelassen werden.

Später käme eine betonierte, mehr oder weniger oberirdische Zisterne (10.000l?) hinzu, um dieses Wasser bei Bedarf durch eine Wärmepumpe zu schicken und so weit heruntergekühlt wie nur möglich in die Lehmzisterne zwischenzuspeichern, um von dort das ganze Jahr über (insbesondere im Sommer, wenn andere Brunnen längst ausgetrocknet sind) regenweiches, frisches Wasser, auch ohne dem Problem des Sandes, eines hohen Eisengehaltes oder sonstiges, entnehmen zu können.

VG  dav

HeinzM
(Mailadresse bestätigt)

  19.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von dav vom 18.05.2014!  Zum Bezugstext

Hallo dav,
das ist weder eine Zisterne noch ein Brunnen, sondern ein GRAB.

Kann dir nur dringend empfehlen dort nicht mehr hinab zu steigen, bzw. daran weiter zu arbeiten, denn es besteht LEBENSGEFAHR!
MfG
Heinz
dav
(Mailadresse bestätigt)

  18.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hydrogeotest vom 18.05.2014!  Zum Bezugstext

Hallo nochmal Hydrogeotest

Zu dem Nachteil des Baggerns (mit einem Schaufelbagger) beim Durchstoßen der Lehmschicht hinsichtlich entwässernder/drainierender Wirkung käme hinzu, dass man ab etwa 7 Meter ein großes Stück, das nie mehr wieder die durch Aufschwemmung erreichte Dichte erreicht, ausheben muß, um mit dem eingesenkten Bagger auf diese und noch größere Tiefen zu kommen. Außerdem wäre man (ob mit Schaufel- oder Löffelbagger) gezwungen, bis oben hin mit Betonringen auszuschachten. Das macht hier, selbst wenn es sich um keinen Lehmboden handelt, keiner, weil die Kosten die Vorteile gegenüber einen länglich gebaggerten, mit Brettern und dem Erdreich wieder abgedeckten "Brunnen", oder einen gebohrten 60 Meter tiefen Brunnen (der dann aber auch 12.000,- Euro kostet) übersteigen.

Obwohl dieser Lehm mit durchgehend gleichbleibender Zusammensetzung einen meiner Einschätzung nach normalen bis hohen Sandgehalt und relativ geringe Feuchte aufweist, ist er bspw. beim Abstechen von der Wandung erst bröckelnd-fest, zur Mitte geworfen und zertrampelt dann wie Plaste, er glänzt dann richtiggehend (wie äußerst "fetter" Lehm).

Sollte ich wider erwarten doch noch auf Sand und somit auf Wasser stoßen, sollte ich mich beeilen - so wurde gesagt -, nicht der Sorge wegen dass es einen oben hinausschwemmen könnte ;-), sondern um noch tiefer zu kommen. Ein Überdruck, also ein von unten her steigendes Wasser wäre nur zu begrüßen.

Habe mich heute erkundigt, und es wurde mir empfohlen, den Brunnen, so wie es mein Plan vorsah, also ab den jetzigen 7,6 Metern Tiefe einen kleineren Durchmesser von D 1,1-1,25 m bis auf etwa 10,5 Meter weiterzugraben. Da es sich pro Meter um nur noch ein Fünftel bis Sechstel Volumen handelt wie bei einem Durchmesser mit 2,8 Meter, sollte dies um einiges schneller vonstatten gehen.

Werde desweiteren ein Test wie von Herrn Gutjahr (ehemalige Grüße aus Rosenheim an Sie!) empfohlen durchführen, um mich zu vergewissern, dass, ob bei Einleitung von Regenwasser oder bei Durchstoßung der Lehmschicht und einem in diesem Fall voraussichtlich nach nach oben drückendem Grundwasser der Lehm seine Festigkeit auch unter Wasser gesetzt beibehält.

Genial wäre es wohl bei Einleitung von Regenwasser späterhin, dieses erst oben in einem Tank gesammelt und je nach Bedarf durch eine Wärmepumpe zu schicken. Erst dieses gefilterte und heruntergekühlte Wasser (je kälter, umso leichter fällen sich unerwünschte Stoffe, die im Regenwasser eh kaum vorhanden sein dürften, aus) würde dann in diesen mehr oder weniger lehmdichten Brunnen eingeleitet, um dann wieder erst bei Bedarf "verbraucht", der "endgültigen" Bestimmung zugeführt zu werden.

VG  dav

Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  18.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von dav vom 18.05.2014!  Zum Bezugstext

.... wenn ich es richtig verstanden habe, steigt das Wasser an, wenn die wasserführende Schicht angebohrt wird. Würde ja bedeuten, das du gespannte Grundwasserverhältnisse hast.
Je nachdem wie hoch der hydraulische Druckunterschied ist, muss du darauf gefasst sein, das du dein Loch dann auch schnell mal nach oben verlassen musst, mit allem was nicht später mal unten drin liegen soll.
Nicht das das Wasser schneller steigt als du rauskommst.
Zumindest wird es vermutlich an der Übung und Fitness nicht scheitern
Da kannst du ja evtl. von den Erfahrungen anderer profitieren.
Wenn du mit dem Bagger rangehst, so dürfte das eigentlich kein Problem sein, wenn du nur im Lehm baggerst und ab 7,6m (lt. Zeichnung bist du vermutlich schon so tief) dann immer von Hand vorschachtest.
Dem Sandeintrag/ -auftrieb kannst du verhindern, indem du in das Loch (welches dann in den Sand reicht) einen gröberen Sand/ Kies auffüllst.

Wie würdest du die Konsistenz des Lehms bezeichnen? Plastisch oder bröckelt er eher?

Gruß nach Chile - bin gespannt wie weit das chilenische Team bei der WM kommt - gute Spieler haben sie ja.

dav
(Mailadresse bestätigt)

  18.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Hydrogeotest vom 17.05.2014!  Zum Bezugstext

Hallo,

vor Ort waren so einige kritisch, bis sie sich den Brunnen angesehen haben.


Mir fällt gerade deswegen kein Eimer auf den Kopf, da ich ihn selbst von oben aus hochziehe. Auch gibt es dort unten kein Sauerstoffmangel, da ich alleine arbeite, alle Minuten hochsteige und das Luftvolumen unten höchstwahrscheinlich eher für Tage als für Stunden ausreichen würde.
Und wie gesagt handelt es sich um sehr festen Lehm (sonst hätte ich diese Konstruktion nicht gewagt).
Bei Brunnen mit Kies oder in einem Bergwerksschacht hätte ich trotz Absicherung viel größere Bedenken.

Einen Löffelbagger gibts hier nicht und von einem Schaufelbagger einen Brunnen graben zu lassen, wurde mir abgeraten, da ein solcher "Brunnen" das ganze Grundstück entwässern würde.
Also fing ich an (wie es hier üblich ist) per Hand zu graben.
Aufgrund der Lage ging ich von max. 4-6 Metern aus, die zu graben wären. Von daher der kleinere Durchmesser oben, und da ich einen konischen Betonring (Innen-D: 1,2 m/0,6 m) mit Betondeckel als Abschluß aufsetzen wollte und immer noch möchte.
Außerdem ersparte mir der kleinere Durchmesser oben viele Arbeitsstunden.

VG
dav
(Mailadresse bestätigt)

  17.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 17.05.2014!  Zum Bezugstext

Hallo Lothar,

besten Dank für Ihre schnelle Antwort, gerade, da es bei Ihnen ja schon spät ist.

Das mit dem "Kalben" war auch meine große Sorge.
Im normalen, leicht feuchten oder aber auch im trockenen Zustand ist der Lehmüberbau absolut stabil.
Wie er sich im feuchten Zustand verhält ...

Zumindest halten die Brunnen im Umkreis, die auf Sand und damit auf Wasser gestoßen sind. Sicherlich sind diese Zylindrisch bzw. (da es auch rechteckige gibt) senkrecht. Doch diese werden, da es den Sand rausspült, unterspült. Auch drückt es das Wasser hoch, der Lehm steht also das halbe Jahr unter Wasser.

Zudem würde in meinem Fall "nur" der untere Teil des Durchmessers von 2,8 Meter (etwa 12.000 Liter) als Zisterne genutzt, die Wände wären dort also ebenso senkrecht, es käme nicht zu einer Unterspülung aufgrund von Sand- oder anderen grundwasserleitenden Schichten.

Auch wäre es späterhin möglich, diese Zisterne in Kombination mit einer Wärmepumpe zu nutzen.
Man kühlt das gesammelte und gefilterte Regenwasser auf niedrige Temperaturen und leitet es dann oder wieder in die Zisterne /zurück.
Dieses Wasser wäre (da selbst schon kühl, in kühler, dunkler und beruhigter Umgebung) selbst als Trinkwasser bestens geeignet; man schlüge damit zwei Fliegen mit einer Klappe.

VG

P.S.: den Lehm-Wasser-Test werde ich machen.







Hydrogeotest
hydrogeotestgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  17.05.2014

Hallo,

Zitat: "...ganz alleine..." + "Was hält ihr davon?"

Ganz ehrlich??? -> grob fahrlässig!

Es gab schon mal jemanden, der bei solch einer Aktion den Eimer von oben abbekommen hatte und dann seinen Brunnen vergessen konnte, da er anschließend im Rollstuhl saß - so hatte dieser aber immerhin bergmännische Kenntnisse und im Festgestein, auch hatte den Schacht gesichert. Sein Fehler war die Alleinarbeit und seine doch nicht voll durchdachte Eimer-Entleeren-Konstruktion.
Auch im Lehm kann es horizontale und vertikale Klüfte und Schichtgrenzen geben, da genügt ein wenig Wasser und Bereiche können ins Gleiten kommen, so wie es auch bei einem ganz normalen Erdrutsch passiert.
Mal abgesehen davon, das du verschüttet werden könntest, kann auch später nach erfolgreicher Fertigstellung das ganze zusammenrutschen bzw. einbrechen. Mit Sicherheit hat deine Konstruktion nichts zu tun. So etwas ist in massiven Fels möglich, aber nicht in Lehm. Die Frage ist sowieso, ist es Lehm oder Ton. Ist es sandhaltig? Ein Lehm oder Ton kann, aber muss nicht wasserundurchlässig sein.
Es wäre also besser, oben großräumig zu arbeiten und nach unten zu verjüngen.
Wäre es nicht einfacher und sicherer mit einem Bagger eine entsprechend große Zisterne auszuheben und diese dann oben abzudecken?

Gruß
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  17.05.2014
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Lothar Gutjahr vom 17.05.2014!  Zum Bezugstext

Beinahe hätte ich es vergessen, bei der Tiefe kann es schon mal mit dem Luftsauerstoff knapp werden. Eine kleine Belüftung würde also nicht schaden.

Auch der Eimer sollte kontrolliert werden, ob da kein Aufbiegen der Griffösen möglich ist. Das kann sonst zur tödlichen Falle werden, wenn der sich beim Hochziehen verselbständigt.
Lothar Gutjahr
erfinderleint-online.de
(gute Seele des Forums)

  17.05.2014

Hallo nach Chile,

da erwischst du wie man so schön sagt hier jeden auf dem linken Fuß.
Die Nutzung als Zisterne ist zwar verlockend, zumal man ja den Durchmesser noch etwas steigern könnte um noch mehr Wasser speichern zu können.

ABER ohne das insgesamt auszumauern wird das eine wackelige Geschichte. Der trockene Lehm wird im Laufe der Zeit genug von dem Wasser aufnehmen und dann wie ein Pudding zu kalben beginnen.Das stürtzt dann sozusagen "scheibchenweise" ein und kann gefährliche Ausmaße annehmen. Dazu auf alle Fälle unmittelbar einen Langzeitversuch starten, indem man ein großes Stück des trockenen Lehms in einem Gefäß mit Wasser einlagert und nass hält. Wenn da nach mehreren Wochen oder besser Monaten kaum merkliche Eindringtiefe des Wassers zu verzeichnen wäre, könnte man auch ohne Ausmauerung klar kommen. Das sollte sich aber ein Geologe vor Ort mit ansehen. Aus der Ferne kann man eigentlich nur abraten.
Soweit erweitern, daß entsprechend große Betonringe eingebracht werden könnten, wäre noch eine Alternative.

Falls es vor Ort bekannt ist, daß es da wasserführende Schichten unter dem Lehm gibt, wäre ein Bohrbrunnen angesagt. Nur das sprengt vermutlich den Eigenbaurahmen.

Liebe Grüße aus Südostbayern (Teisendorf)

Lothar



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