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Kategorie: > Technik > Brunnen / Quellen / Pumpen
Reservetank Druckerhöhung
InikOfDoom
(Mailadresse bestätigt)

  01.05.2019

Hallo liebe Wasser-Experten.

Ich habe einige Umbauten an meiner Trinkwasserversorgung vor und bräuchte etwsa von Eurem Input. Aktuell habe ich folgende Situation: Das Haus, das ich vor ein paar Jahren gekauft habe bezieht das Wasser aus einer Quelle, die ca. 800m vom Haus entfernt im Wald liegt und etwas mehr als 60m höher als das Haus. Kurz nachdem ich das Haus gekauft habe, wurde die Quelle nach Stand der Technik von der Stadt neu gefasst, wodurch sich die Quellschüttung erheblich erhöht hat. Aktuell fließt das Wasser aus der Quelle in einen 3000l Außentank vor dem Haus (aktuell lassen wir den Tank alle 2 Tage wider volllaufen). Im Haus habe ich einen 1000l Tank, fällt der unter einen gewissen Pegel pumpt eine Pumpe Wasser von außen nach innen (dazwischen befand sich noch eine ClO2 Anlage, die aber nicht mehr in Betrieb ist und bald durch eine UV Anlage ersetzt wird). Dreht jemand im Haus den Wasserhahn auf springt eine Druckerhöhungsanlage an und pumpt Wasser aus dem 1000l Tank ins Haus. Funktioniert erstmal so weit so gut. Das Problem ist nur: Das frisst groteske Mengen Strom - die Druckerhöhungsanlage geht mit 1000W an und benötigt im Dauerbetrieb ca. 600Watt, die Außenpumpe wird ähnlich viel Strom verbrauchen. In einem 4 Personenhaus kommt da extrem viel zusammen (ich habe einen Stromverbrauch von > 5000 kWh/Jahr).

Jetzt ist es natürlich so, dass die Konstruktion ja eigentlich unnötig ist, denn aufgrund des Höhenunterschieds zur Quelle habe ich ja eigentlich schonmal satte 6 bar auf der Leitung - mein Plan ist jetzt den Außentank komplett aus der Gleichung rauszunehmen, den Quellzufluss oberhalb der Druckerhöhungsanlage und an den Tank anzuschließen (Tank wird befüllt, so bald er unter einen gewissen Pegel fällt), so dass die Druckerhöhungsanlage nur dann Wasser aus dem Tank pumpt, wenn der Druck der Quelle nicht reicht. Die Installation würde ich vom Fachmann durchführen lassen (ich bin Informatiker und weiß, was ich nicht kann... ;) ).

Jetzt ein paar Fragen:

* Ich habe die Befürchtung, dass sich ab und an Luft in der Leitung befinden kann (zB wenn der Wasserpegel der Quellfassung unter die Höhe des Anschlussrohrs fällt) - zumindest klingt es manchmal so, wenn ich höre wie der Außentank vollläuft. Gibt es da Möglichkeiten sicherzustellen, dass keine Luft ins Hausnetz gelangt? Gibt es Entlüftungsventile, die das verhindern? Ein Druckminderungsventil werde ich ja eh benötigen nehme ich an. Sollte man sowas direkt einbauen oder erstmal warten, wie sich das entwickelt?

* Wenn mein Plan so aufgeht, dann kommt die Druckerhöhungsanlage nur selten zum Einsatz, was aber wiederum bedeutet, dass das Wasser im Tank (zu) lange steht - wie kann man das lösen? Per Zeitschaltuhr? Wie lange darf das Wasser in einem 1000l Tank denn stehen? Wie würdet hr das lösen? Ganz auf einen Reservetank möchte ich nur ungern verzichten, auch wenn das eigentlich fast reichen sollte.

Danke, Grüße und noch einen schönen Feiertag,
Dominik



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 5
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  02.05.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von InikOfDoom vom 02.05.2019!  Zum Bezugstext

Klassische Entlüfter gibt es, soweit ich weiß, auch nur für Heizungsanlagen. Da sollte es aber keine Probleme geben.
Dieser hier kann zB. 10 Bar und 110°C ab. Da liegst du deutlich drunter.


https://www.pumpendiscounter.de/ReigaGbR-p8828h1271s1297-Caleffi-DISCAL-Mikro.html

Wenn du aber wirklich viel Luft im Wasser hast, empfiehlt sich ein Windkessel mit Luftabscheider. Kostet natürlich wieder...
Der Windkessel fungiert dann gleichzeitig als Druckspeicher/Wasserspeicher und verhindert Druckschläge.


So ein Druckminderer ist relativ teuer. Gleich einen einzubauen, obwohl die Quelle vielleicht nur 4 Bar bringt, ist unnötig. Der Monteur kann das Teil ja mitbringen und bei Bedarf zwischen setzen.

Je nach Keimbelastung wird Wasser relativ schnell schlecht. Das kann schon nach zwei Tagen passieren. Keimfreies Wasser hält sich verdammt lange. Sieht man ja an Wasserflaschen aus dem Supermarkt.
Das Thema ist unheimlich schwierig. Du lässt das Wasser im Außentank ja aktuell auch relativ lange stehen, bisher anscheinend ohne Probleme.


InikOfDoom
(Mailadresse bestätigt)

  02.05.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 02.05.2019!  Zum Bezugstext

Hallo Meister,

hast Du mir einen Tipp, nach was ich da in Sachen Entlüftungsventil suchen muss? Alles was ich finde scheint für Heizungen oder Großindustrieanlagen bestimmt zu sein.

In Sachen Druckreduzierung - hat das einen bestimmten Grund? Ich möchte nur ungern meinen Handwerker 2mal anrücken lassen.

Und zuletzt: Hast Du noch eine gute Idee in Sachen stehendes Wasser im Tank? Wie lang darf das Wasser denn maximal stehen, bevor es getauscht werden muss?  

Nochmal danke und Grüße
Dominik
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  02.05.2019

OK. Ich verstehe dein Anliegen.

Ja es gibt solche Entlüfter. Einen Druckminderer würde ich erst dann installieren, wenn der Druck nach dem Umbauen tatsächlich über 5 Bar liegt.

Das mit dem stehenden Wasser im Innentank ist schon ein Problem. Da muss man sich was überlegen, wie das Wasser regelmäßig ausgetauscht wird.
InikOfDoom
(Mailadresse bestätigt)

  01.05.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Brunnenbaumeister vom 01.05.2019!  Zum Bezugstext

Hallo Brunnenbauer.

Naja, also, es ist schon deutlich mehr - es sind 2 Paarhaushalte und es hängt auch noch ein Pferd, ein großer Garten etc. dran. Abgesehen davon habe ich ja schon eine Art Druckspeicher, und das ist die Quelle selbst - daher ja der Plan. Dass die Pumpen falsch dimensioniert sind liegt natürlich voll im Bereich des Möglichen - meine Vorbesitzer haben sich da glaube ich den einen oder anderen Quatsch aufschwatzen lassen (wie zB die ClO2 Anlage).

Aber wie dem auch sei, ein paar Ventile und Leitungen sind sicher günstiger als neue Pumpen. Ich habe heute mal nachgemessen:

- Innerhalb von 30Minuten, war das, was die letzten beiden Tage aus dem Tank genommen wurde wieder drin (Tank voll). Am Überlauf liefen dann noch ca. weitere 30 Minuten ca. 50-60l/Minute aus dem Überlauf, bis der Druck dann merklich nachließ (Ich nehme an, dann läuft das Rohr leer...). Wenn also im Frühjahr die Quelle ordentlich sprudelt ist da schon Saft drauf - daher die Annahme, dass die Druckerhöhung nie anspringt und das Wasser im Tank steht, was auch wieder doof ist.

Grüße
Dominik  
Brunnenbaumeister
(Mailadresse bestätigt)

  01.05.2019

Du hast doch im Prinzip nur zwei Pumpen, die die Wassermenge pumpen müssen die verbraucht werden. Also bei einem 4 Personen-Haushalt sind das normalerweise keine 500l am Tag. Um 500l auf zB. 5 Bar zu bringen braucht man vielleicht 0,3kWh. Das wären im Jahr bei zwei Pumpen 220kWh. Und das ist übertrieben gerechnet. Vermutlich langen auch um die 150kWh.

Ich würde mal schauen, ob die Pumpen richtig dimensioniert sind und ob sie unnötig lange laufen durch zu kleine Leitungen, etc.

Wenn die Druckerhöhung sofort beim Öffnen des Wasserhahnes anspringt und mit volldampf läuft, trotz geringer Wasserabnahme, kostet das natürlich Strom. Hier macht ein Druckspeicher oder eine Drehzahlregelung Sinn.



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