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Kategorie: > Sonstiges > Historie
Telefone WK2 194344 Russland Italien Frankreich
Gast (Ernst Clemens)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.01.2011

als Hobbyautor bin ich an einer Geschichte über einen Soldaten im WK2. Dazu habe ich einige Fragen;

- welche Geräte standen in Stabsstellen der Wehrmacht und SS in diesen Ländern?

- welche Ausbildung hatten die Soldaten, die diese Geräte
  a) installierten
  b) bedienten

- hatte ein so ausgebildeter Soldat die Möglichkeit, Leitungen (auf freiem Feld, nicht in der Stabsstelle) anzuzapfen, um z.B. an Informationen zu gelangen, die nicht für ihn bestimmt waren?

Ich bin auf Ihre Antworten gespannt!

Beste Grüße
Ernst



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 11
Endamt51
endamt51my-funhome.de
(Mailadresse bestätigt)

  18.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Detlef Genthe vom 18.01.2011!  Zum Bezugstext

Die Diskussion finde ich so schon in Ordnung. Ich wollte nur mal im Forum,
das sich mit Telefonhistorik beschäftigt, einen Aspekt aufzeigen,
der hinter der Technik stecken kann.

Auch finde ich Deinen Stil nicht zu lässig, ich habe es eig. mit einem leichten Schmunzeln gelesen.

Ich wollte nur Aufzeigen, was zu gewissen Zeiten hinter Strippenziehen sich verbergen kann.

Gruß Klaus
Gast (Ernst Clemens)
(Gast - Daten unbestätigt)

  18.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Detlef Genthe vom 18.01.2011!  Zum Bezugstext

Nochmals vielen Dank - Ihr seid mit Euren Antworten ja schneller, als es die Polizei erlaubt!

zur Beruhigung: Die Geschichte, für die ich gerade recherchiere hat absolut nichts mit KRIEGSVERHERRLICHUNG zu tun.

Ich habe auch nicht vor, all die technischen Details, die ich von Euch erfahre, dort unterzubringen. Aber ich will vermeiden, aus Unkenntnis einen "Schmarrn" (wie wir in Bayern sagen) zu schreiben.

Aber beim Abhören geht es ja nicht um die Trennung der Leitung, sondern nur um "mithören".

Wurden die "Telefonsoldaten" damals umganssprachlich "Strippenzieher" genannt?

Ernst
Detlef Genthe
posttelegenthe.de
(Mailadresse bestätigt)

  18.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Endamt51 vom 18.01.2011!  Zum Bezugstext

danke, hätte ich wohl ein wenig weniger lässig schreiben können. Ich geh´ mal davon aus, daß hier sich niemand Hinweise für einen kriegsverherrlichenden Roman zusammenklaubt. Die Frage nach technischen Details fand ich nicht problematisch. Oder liege ich da falsch?
Endamt51
endamt51my-funhome.de
(Mailadresse bestätigt)

  18.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Detlef Genthe vom 17.01.2011!  Zum Bezugstext

>b) zum abhören kratzt Du einfach die Feldleitung blank. Wenn es ein dickes Kabel ist, mußt Du Dich erstmal durch den Kabelmantel arbeiten und dann zwei verdrillte Drähte vorsichtig rausziehen. Auf keinen Fall trennen.  Ob es da schon druckluftüberwachte Kabel gab, kann ich nicht sagen. Das merkst Du aber beim Öffnen des Kabelmantels,wenn´s zischt - schnell weg.<
In Ansbach hängt noch heute eine Gedenktafel für einen 17j.Schüler, der erwischt wurde, wie er das Kabel zu einer bereits aufgegebenen Stellung gekappt hatte. Wo heute die Tafel hängt, wurde er aufgehängt.

Von ehem. Kollegen weiß ich, dass bei Leitungsunterbrechungen die ganz jungen Nachrichtensoldaten ran mussten um den Fehler zu suchen. In einer Hand die Leitung, in der anderen die Knarre, meist gebückt und dann gerannt wie ein Wiesel, denn für die auf der anderen Seite war das wie Hasenjagt.

Gruß Klaus
Gast (Detlef Genthe)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Detlef Genthe vom 17.01.2011!  Zum Bezugstext

ach ja, alles handvermittelt, es wurde nicht gewählt, sondern gekurbelt. Wenn die Vermittlung sich meldete, wurde der Verbindungswunsch durchgegeben.
Gast (Detlef Genthe)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Ernst Clemens vom 17.01.2011!  Zum Bezugstext

zu a) beim Militär kann das Vorhandensein von Bäumen auch befohlen werden. Aber im Ernst, wie es gerade kam. In Frontnähe getarnt, unter Blättern, Bäume, egal. Für längere Strecken gab es Telegrafenmasten, vielleicht wurde in Siedlungsgebieten auch Standleitungen über die vorhandenen Kabelnetze geschaltet.

b) zum abhören kratzt Du einfach die Feldleitung blank. Wenn es ein dickes Kabel ist, mußt Du Dich erstmal durch den Kabelmantel arbeiten und dann zwei verdrillte Drähte vorsichtig rausziehen. Auf keinen Fall trennen.  Ob es da schon druckluftüberwachte Kabel gab, kann ich nicht sagen. Das merkst Du aber beim Öffnen des Kabelmantels,wenn´s zischt - schnell weg.

Also so eine einfache Feldleitung (also zwei verdrallte Drähte) ist das beste für die Story. Hochohmigen Hörer bein Funker klauen, notfalls geht auch ein einzelner Telefonhörer oder ein Feldtelefon. Hochohmige Hörer sind praktisch nicht zu bemerken. Bei niederohmigen oder Feldtelefon ist eine gewisse Dämpfung da. Das heisst, Leute die über die Strecke öfter sprechen könnten merken, daß Sprache oder Klingeln leiser sind.

Ob die Gegenstelle überhaupt dran war, oder auch mehrere Telefone, daß merkte man mit etwas Erfahrung daran, wie leicht oder schwer die Kurbel sich drehte.

Bei hochohmigen Hörer  merkt man gar nichts. Ständig lauschen ist auch nicht nötig, am Anfang und am Ende jedes Gesprächs wurde kräftig die Kurbel gedreht, damit es am anderen Apparat klingelt, das sollte man als Vibrieren in der Hosentasche  mitkriegen.
Gast (Ernst Clemens)
(Gast - Daten unbestätigt)

  17.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von wolfgang z vom 16.01.2011!  Zum Bezugstext

hallo,
zuerst mal an alle: herzlichen Dank für Eure Antworten.

Da ich allerdings kein Technik-Freak bin, habe ich Schwierigkeiten, alles richtig einzuordnen. Ich versuche mal eine Zusammenfassung:

1)einfache Soldaten haben die Systeme installiert und gewartet. Nannte man die in der Umgangssprache "Strippenzieher"?

2) eingesetzt wurde relativ einfache Technik, wobei es offenbar stationäre Apparate gab (z.B. im Stabs-Standort stationiert) und tragbare Feldtelefone. (Die Typenbezeichnungen sind für mich irrelevant)

3) Abhören war für einen so ausgebildeten einfachen Soldaten problemlos möglich (einfacher Kopfhörer; keine Verschlüsselungen der Telefonate).

So weit so gut...... aber es ergeben sich daraus neue Fragen:

a) wie wurde die Drahtverbindung z.B. vom Stab an die Front verlegt? Von Baum zu Baum? was, wenn keine Bäume da waren? Wer verlegte sie? Wurden die Leitungen von irgend jemandem geschützt?

b) zum Abhören: wie genau wurde angezapft? Konnten die Telefonierenden hören, ob die Leitung abgehört wurde, oder nicht?

Sorry, für Euch Spezialisten sind das alles dumme Fragen. Vielleicht ist eine Kommunikation über e-Mail besser. Wer Lust hat, kann mich gerne anschreiben unter clemensern@t-online.de

Herzliche Grüße
Ernst
Gast (wolfgang z)
(Gast - Daten unbestätigt)

  16.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Detlef Genthe vom 15.01.2011!  Zum Bezugstext

Hallo,
also das konnte auch ein Klappenschrank gewesen sein, der stand auf einem Tisch, soviel weiß ich noch, aber mehr weiß ich auch nicht, jedenfalls hat mich das ding soooo fasziniert, das ich wohl jetzt Nostalgiker geworden bin
wolfgang
Detlef Genthe
posttelegenthe.de
(Mailadresse bestätigt)

  15.01.2011

Ach ja, Abhören.  Das ging, mir wäre keine verschlüsselte Fernsprechtechnik bekannt. Fernschreiben konnte man sehr wohl verschlüsseln.
Fürs Buch: abhören ist auf einfachen OB-Leitungen ohne großen Aufwand möglich. Dazu reicht ein hochohmiger Kopfhörer, z.B. von einem (aus damaliger Sicht schon) alten Detektorempfänger. Der hätte praktisch keine dämpfende Wirkung. Ein Knacken bein Aufschalten gab es auch fast nicht, nicht mal mit niederohmigen Hörern oder einfach einem Feldtelefon. Das liegt daran, daß die Leitung gleichspannungsfrei war. Aber Vorsicht, nicht die Taste im Hörer drücken.

Bei Verbindungsleitungen zwischen Staabsstellen wir es schwieriger. Da wurden zur besseren Leitungsausnutzung  Trägerfrequenzverfahren verwendet, also mehrere Gespräche über die selbe Leitung geführt. Das ist mit einfachen Mitteln nicht mehr abzuhören, dazu müsste man im Prinzip einen Rundfunkempfänger modifizieren.
Deshalb die Abhörgeschichte möglichst zwischen Front/kleiner Dienststelle und dem nächsten Staab ansiedeln, da ist die Wahrscheinlichkeit am geringsten mit Mehrfachausnutzung von Leitungen in Berührung zu kommen.  
Detlef Genthe
posttelegenthe.de
(Mailadresse bestätigt)

  15.01.2011
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von wolfgang z vom 14.01.2011!  Zum Bezugstext

Mit den Glühlampenschränken wäre ich vorsichtig, meist waren es Klappenschränke. Typisch war der Feldklappenschrank mit 10 oder 30Ltg, ich glaube ab 42 gab es den Feldklappenschrank neuer Art mit 20 Ltg. Das erklärt sich daraus, das Feldfernsprecher meist als OB-Apparate betrieben wurden, es ist einfach die robusteste Betriebsart. Glühlampenschränke waren meist ZB-Vermittlungen im Ortsamts- oder Nebenstellenbereich. Für militärische Zwecke waren sie eher unüblich.
Eine Ausnahme bildeten Fernvermittlungen, da wurden auch OB-Apparate und Fernleitungen per Lampe signalisiert, typisches Beispiel ist das Fernamt 36 mit dem Fernschrank 36. Der fand sich auch im militärischen Bereich, aber eher an zentraler Stelle. Durch die dazugehörige Relaismimik war er nur schwer umzusetzen, obwohl es auch transportable Gestelle für die Umsetzer gab.
Gast (wolfgang z)
(Gast - Daten unbestätigt)

  14.01.2011

Hallo ernst,
also ob das hier das richtige Forum für solche Fragen ist, wage ich zu bezweifeln, doch wohl eher so die WK2 Nostalgie-foren. Habe aber auch schon einiges gelesen, also die übliche Technik waren ja Glühlampenschränke mit Handvermittlung, lebt denn Rochus Misch noch?, das war doch Adolf's letzter Telefonist, könnte man ja telefonieren, hab grad sein Buch gelesen. Gerätebezeichnungen weiß ich auch nicht, kann man aber bestimmt in den WK2-Foren was herausbekommen. Ein soldat mit Instandsetzungsaufgaben (+ Ausbildung) , meine ich, war bestimmt in der Lage im Feld auf Masten oder Bäume zu klettern + mit einem Feldtelefon mitzuhören, war wohl selten verschlüsselt. Verschlüsselungs-Fernschreiber (drahtgebunden) gab es nur für Stabsstellen, hat ein Herr Mache einen oder mehrere Artikel geschrieben, mal nach Sägefisch googeln oder forschen, das war der Deckname der Fernschreiberei. Drahtlos also Funk war extra, auch anders verschlüsselt, bes. in der Marine... U-Boote... Enigma.
Habe selber, so im alter von 6 Jahren in einer Nebelkompanie, die bei uns auf dem Dorfe war, solch Glühlampenschrank gesehen, in Betrieb, der Bediener war meiner erinnerung nach ein Hauptmann, aber die Instandsetzungsleute, jedenfalls im Heer, waren Soldaten unterer Dienstgrad, mit entsprechender Ausbildung zur Reparatur/Instandsetzung.
Soviel dazu, ansonsten Mail, s.o. links unter dem Namen
wolfgang



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