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Kategorie: > Kurbeltelefone
OB Telefone selber Klingeln beim Kurbeln?
Jens Müller
(Mailadresse bestätigt)

  03.05.2015

Hallo,

hatte mine Sammlung bsher vor allem ZB Telefone habe ich in letzter Zeit ein paar OB Telefone erstanden und möchte mich mehr mit dieser Variante beschäftigen und diese auch miteinander verbinden. Ich habe u.A. ein OB33 und ein schönes amerikanisches Stromberg Carlson Modell 896. Ich versuche Bilder anzuhängen.

Dazu zunächst einige Verständnisfragen:
Oft sehe ich bei älteren OB Telefonen, dass das eigene Telefon beim Kurbeln klingelt (ohne dass es angeschlossen ist). Ist das korrekt oder hat hier jemand zu Schauzwecken was verbastelt und sollte der Kurbelindultor, wenn man ihn aus der Ruhestellung herausbringt, die eigene Klingel abschalten?

Aus dem Schaltplan geht das nicht so klar hervor. Es gibt drei Kontakte beim Kurbelinduktor, einer normal geschlossen, einer normal geöffnet. Aber nur zwei der drei Kontakte scheinen im Schaltplan ein Kabel verbunden zu haben.

Warum hat das Telefon einen Kondensator, welchen Zweck erfüllt dieser bei OB? Laut Schaltplan kann man ihn kurzschließen ("Cut loop for receiver cond").

Zum Anschluss ansonsten, verstehe ich es richtig, dass theoretisch beliebig viele OB Telefone direkt miteinander verbunden werden können? Ich würde jeweilt Batterien in den Telefonen anschließen, welche Spannung ist passend?

Besten Dank!





Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 10
Detlef Genthe
posttelegenthe.de
(Mailadresse bestätigt)

  10.05.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Malte Cornelius vom 10.05.2015!  Zum Bezugstext

Mit "der Gesundheit zuträglich" bezog ich mich nicht auf modischen "Elektosmog", sondert tatsächlich auf Artilleriebeobachter u.ä.  Ein Funkgerät kann sehr schnell und sehr genau aufgeklärt werden, einfach durch Triangulation. Und ist damit ein prima Ziel, z.B. für Artillerie. Es ist in der Situation einfach ungesund, genau neben diesem Ziel zu sitzen. Da fliegt zu viel Stahl rum.
Malte Cornelius
malte.corneliusgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  10.05.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Detlef Genthe vom 09.05.2015!  Zum Bezugstext

Hallo Detlef,

ja, das stimmt, es gibt einige Feldfernsprecher (der FF 63 gehört dazu), die die Fernbedienung von Funkgeräten ermöglichen. Der Grund ist allerdings eher ein anderer:
Entweder das Funkgerät steht an für Funk geeigneter Stelle (z.B. Erhöhung), der Funker kann abgesetzt in einem Versteck, Gefechtsstand etc. sitzen.
Oder aber das Funkgerät ist in ein Fahrzeug eingebaut, das getarnt versteckt ist, während der Funker (z.B. Artilleriebeobachter) abgesessen an einer Beoachtungsstelle sitzt.
Der FF 54 OB/ZB der Bundeswehr kann das nicht, stattdessen gibt es spezielle Orts-/Fernbediengeräte für die Fahrzeugfunkgeräte. Diese können auch als Feldfernsprecher eingesetzt werden, die Bedienmöglichkeiten für das Funkgerät sind allerdungs umfangreicher: Nicht nur Senden/Empfangen, auch Ein-/Ausschalten des Funkgerätes, Auswahl von zwei verschiedenen Funkgeräten und Telefonie zur Fahrzeugbesatzung sind möglich.

Auch der Streckenfernsprecher SF 882 ermöglicht die Fernbedienung eines Funkgerätes - Hier muss ein Schraubenschalter "OB/ZB/Fu" auf "Fu" gestellt werden, dann lässt sich mit der Sprechtaste eine Gleichstromschleife schalten.

Gruß,
Malte
Detlef Genthe
posttelegenthe.de
(Mailadresse bestätigt)

  09.05.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von www.erel.de vom 04.05.2015!  Zum Bezugstext

es gibt auch noch eine weitere Anwendung für den Kondensator ähnlich der Post-OB mit automatischem Schlußzeichen. Beim FF63 (Feldfernsprecher hatten kein automatisches Schlußzeichen, soweit ich es überblicke) wurde die Gleichstromschleife geschlossen, wenn die Sprechtaste gedrückt wurde. Hab mal irgendwo gelesen, daß das der Sende/ Empfangsumschaltung eines angeschlossenen Funkgeräts diente.  War sicher der Gesundheit zuträglich, nicht direkt neben dem ja doch funktechnisch sehr schnell aufzuklärendem Funkgerät zu sitzen.
Malte Cornelius
malte.corneliusgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  09.05.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von www.erel.de vom 04.05.2015!  Zum Bezugstext

Hallo Ralf,

bei Bahn-Gesellschaftsleitungen mit einigen OB33 oder OB70 und Außenweckern dürfte in der Tat eher die Rufreichweite das begrenzende Element sein.

Bei OB-Apparaten ohne Gabel oder anderer Abtrennung der Hörkapsel (z.B. Feldfersprecher FF 33) sind allerdings in der Tat permanent alle Hörkapseln (jeweils über einen Kondensator und eine Wicklung des Übertragers) und alle Wecker (ohne Kondensator) parallel geschaltet - dadurch sollte die Laustärke durchaus leiden.

Die TDv 5805/006-14 "Feldfernsprecher OB/ZB" (Ausgabe März 1993) der Bundeswehr sagt zum Thema Reichweite:
"Sprechreichweite bei Feldkabel, 2adrig, verdrillt: ca. 25 km; bei Feldfernkabel: ca. 50 km
Rufreichweite bei 20 Hz: bei allen Kabelarten etwa 50 % größer als Sprechreichweite"

- Im Umkehrschluss beträgt die Sprechreichweite ca. 66 % der Rufzeichweite.
Beim FF 54 OB/ZB wird allerdings die Hörkapsel beim korrekte Auflegen des Handapparates abgetrennt.

Gruß,
Malte
www.erel.de
erelerel.de
(gute Seele des Forums)

  04.05.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Stefan Roth vom 04.05.2015!  Zum Bezugstext

Zum Thema "OB" und Kondensator darf ich wieder einmal zitieren:
http://erel.de/ALLG/GRUNDL/aidx_gob.htm

Klassisch würde das Gesprächsende einer OB-Verbindung, insbesondere, wenn sie handvermittelt würde, durch "Abläuten" (also manuelles nochmaliges kurzes Kurbeldrehen) signalisiert. Das erwies sich schnell als unpraktisch, weil gern vergessen. Darum wurden sog. "Selbsttätige Schlußzeichen" eingeführt, und da kamen dann Kondensatoren ins Spiel (s.o.).

Der hohe Weckerwiderstand, entspricht einer (hier wichtigeren) hohen Induktivität, ist besonders bei Gesellschaftsleitungen (mehrere parallel geschaltete Apparate und Zusatzwecker) notwendig, damit die ständig eingeschalteten Wecker der nicht aktiven Teilnehmer die Sprechwechselströme nicht zu stark dämpfen.

Da normalerweise beim OB-System keine Gleichspannung auf der Leitung liegt, ist deren Abtrennung an der Hörkapsel nicht notwendig, es sei denn, es wird mit selbsttätigem positiven Schlußzeichen (s.o.) gearbeitet.

Da allerdings nicht verhindert werden kann, daß während des Gespräches eine andere Sprechstelle Rufspannung entsendet oder ein Handapparat bei Gesprächsschluß nicht aufgelegt sein könnte, verhindert einerseits der Kondensator durch die Begrenzung niedriger Frequenzen laute Rufgeräusche im Fernhörer, anderseits eine zu starke Schwächung der Rufwechselspannung durch den niederohmigen Fernhörer.

@Malte
"'Unendlich' viele Apparate zusammenzuschalten klappt also nur in kleinem Rahmen" - ist natürlich ein Widerspruch in sich, da ja die Apparate nicht unendlich klein sind ;-)

"Bendenke aber, dass das Mikrofonsignal dann auch 10 Hörkapseln mit Energie versorgen muss" - hier schränkt mehr die Rufreichweite die Anzahl der zusammenschaltbaren Fernsprecher und Außenwecker(!) ein, da bei Bahn-Gesellschaftsleitungen, selbst bei Streckenfernsprechverbindungen, selten alle Sprechstellen gleichzeitig "online" sind.
Stefan Roth
(Mailadresse bestätigt)

  04.05.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Malte Cornelius vom 03.05.2015!  Zum Bezugstext

Zum Kondensator ist noch anzumerken: Im ZB-Betrieb für den Wecker zwingend nötig, sonst wäre durch die Weckerspule die Gleichstromschleife belegt; bei OB-Apparaten nimmt man es nicht so genau und schaltet den Wecker direkt in die Leitung. Damit der ohmsche Widerstand der Weckerspule die Leitung nicht zu stark bedämpft, wählt man Spulen mit hohen Werten (2 x 3000 Ohm beim OB70 z. B.). Ich persönlich würde den Wecker lieber über einen Kondensator in Reihe anschließen. Bei deutschen OB-Apparaten dient der Kondensator jedoch für das Abtrennen der Gleichspannung für Hörkapsel und Sekundärzweig des Übertragers, damit die Hörkapsel nicht durch Gleichstrom "geschwächt" wird, hat also mit dem Wecker nichts zu tun. Die "Ringer Condenser Loops" in Deinem amerikanischen Schaltbild verleiten mich zu der Vermutung, dass hier ein zusätzlicher Kondensator nachgerüstet werden kann. Der vorhandene Kondensator führt jedoch - wie oben beschrieben - zum Fernhörer.
Malte Cornelius
malte.corneliusgmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  03.05.2015

Die Spannungsversorgung der Apparate hängt von dem jeweils verwendeten Mikrofon ab. Üblich waren Spannungen im Bereich 1,5 bis 3,0 Volt, vereinzelt auch höher, insbesondere wenn es aktive Mikrofonverstärker gibt (z.B. FF 63: 6,0 V). Probiere es, wenn Du keine genaue Angabe hast, am besten einfach aus: Wenn 1,5 V (z.B. eine Monozelle) gut funktioniert, nimm 1,5 V, wenn es nicht klappt, weiter mit 3,0 V usw.

Normalerweise werden nur OB-Apparate zusammengeschaltet. Bei der Bahn wurden bis zu 10 OB-Streckenfernsprecher an eine Linie geschaltet, hierfür hatten diese zum Teil stärkere Induktoren. Bendenke aber, dass das Mikrofonsignal dann auch 10 Hörkapseln mit Energie versorgen muss - das Signal wird entsprechend leiser. "Unendlich" viele Apparate zusammenzuschalten klappt also nur in kleinem Rahmen.

Bezüglich des Mitklingelns: Das hängt vom Apparat ab, oft ist es umschaltbar. Militärische Geräte klingeln in der Regel wie bereits erwähnt nicht mit (natürlich aus taktischen, nicht strategischen Gründen ;-)). Bei diesen wird häufig der Wecker beim Ruf überbrückt. Teilweise ist jedoch eine "Prüftaste" vohanden, die diese Überbrückung wieder unterbricht, so dass der Apparat mitklingelt, sofern eine Verbindung zur Gegenstelle (oder ein Kurzschluss auf der Leitung) besteht.

Gruß,
Malte
Stefan Roth
(Mailadresse bestätigt)

  03.05.2015

Feldtelefone klingeln aus strategischen Gründen nicht selbst beim Kurbeln. Andere OB-Apparate lassen sich durch Umschrauben einer Brücke umschalten: Brücke W1-a auf W1-c umändern.
Mike06502
(Mailadresse bestätigt)

  03.05.2015
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Michael Weber vom 03.05.2015!  Zum Bezugstext

Soweit mir bekannt ist, arbeiten die Kohlemikrofonkapseln in den alten OB Apparaten mit 1,4 - 1,5 Volt. Oft funktionieren diese Mikrofonkapseln noch erstaunlich gut und eine höhere Spannung könnte die Kapseln eventuell beschädigen.
Das Mitklingeln des eigenen Apparates kann man z.B. beim OB 33 durch eine Brücke auf der Klemmleiste im Apparat ein bzw. ausschalten.
Michael Weber
(Mailadresse bestätigt)

  03.05.2015

Hallo, Jens, fast alle OB-Telefone, die ich hatte / habe, klingeln beim Kurbeln selbst; da weiß man, dass und wie es klingelt, interessant z. B. wenn man Klingelcodes verwendet. Drei Volt je Apparat reichen aus. Unbegrenzt viele Telefone gehen wahrscheinlich eher nicht, weil bei sehr langen Leitungen und vielen angeschlossenen Apparaten, die ja immer alle mitklingeln, die Leistung irgendwann einmal nicht mehr ausreicht.



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