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Kategorie: > Haustel., Wechselsprechgeräte, Torsprechstellen, ...
CITOPHONE - was hab ich da bloss gekauft?
BattleToad
supertoadweb.de
(Mailadresse bestätigt)

  22.04.2016

Hallo liebe Forumsmitglieder,

als ich meinen ZB/SA 24 erstanden habe wusste ich bereits, dass das Einsprachehörnchen fehlt. Zufälligerweise hatte der Verkäufer noch ein Dings *mit Hörnchen* (Bild 1) welches ich gleich mit gekauft habe in der Hoffnung, es für den ZB/SA 24 benutzen zu können. Kann ich nicht, die Endmanschette ist genau ein wenig zu groß (Bild 2) :-(.

Das Dings sieht aus wie ein loser Handapparat, der an einem Brettchen mit den elektrischen Anschlüssen aufgehängt werden kann. Auf Hör- und Sprechmuschel befinden sich die Aufschriften PATENT und CITOPHONE (Bild 3). Die Bauart ist ausgesprochen primitiv, der Griff ist ein einfacher Holzgriff dessen Lackierung erfreulicherweise noch recht gut erhalten ist. Sprech- und Hörmuschel lassen sich nicht öffnen, da die Blechkappen aufgestanzt sind und man sie ohne invasiven Eingriff nicht abkriegt. Im Griff ist ein simpler Kontaktschalter angebracht. Dieser lässt sich abschrauben (Bild 4) und man bekommt einen Einblick in die übersichtliche Elektrik (Bild 5): Ein Kabel verbindet Mikrofon und Lautsprecher, die elektrische Rückführung erfolgt über die beiden Metallröhren die im Holzgriff stecken. Der Schalter überbrückt einfach beide Teile und schließt so den Stromkreis.

Im Internet habe ich nur wenig in Erfahrung bringen können. "Citophone" scheint (schien?) ein Telekommunikationsunternehmen zu sein, Google - Treffer führen auf mediterrane Seiten in französischer und spanischer(?) Sprache. Gelegentlich wird so ein Gerät in einschlägigen Börsen angeboten, es scheint Teil einer Haustelefonanlage aus der Zeit nach 1910 zu sein. Ich selbst habe keine Hinweise auf das Baujahr gefunden, es sei denn, der nicht mehr vorhandene Stempel "Eg 11" der sich noch in der Struktur des Chroms auf der Sprechmuschel erahnen läßt wäre ein Hinweis auf 1911.

Haustelefonanlage, wie geht denn das? Vielleicht so (Bild 6)? Zunächst einmal habe ich meinen Funktionsgenerator an den Apparat angeschlossen, und nach Säubern des Schalterkontaktes mit Kontakt 60 konnte ich tatsächlich etwas hören und den Lautsprecher einmal durchstimmen. Anschließend habe ich eine Batterie an die Schraubkontakte angeschlossen und was soll ich sagen - der Blastest war positiv! Das Gerät ist tatsächlich noch funktionsfähig :-).

Ich habe das Teil unter Aussparung der "Eg 11" - Reste vorsichtig mit Chrompolitur behandelt (Bilder 7-8). Anschließend wollte ich dem Hörnchen (welches ich natürlich wie ein rohes Ei behandelt habe) etwas Bakelitpflege angedeihen lassen, wobei mir auffiel dass das Bakelit Eisenblech ist :-). Also habe ich stattdessen Flugrostenferner benutzt und erneute Korrosion mit etwas Feinöl erst einmal gestoppt.

Zum Schluss die Frage an Euch: Kennt jemand diese Art von Haustelefonen oder die Firma Citophone? Irgendwie muss man seinen Gesprächswunsch ja auch signalisieren können, gibt es irgendwo Infos?

Im Voraus vielen Dank,

Gruß Ralph






Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 12
BattleToad
supertoadweb.de
(Mailadresse bestätigt)

  28.04.2016

Hallo liebe Forumsmitglieder,

Nach dem Studium der Schaltpläne (verwirrend wegen der vielen eng parallelverlaufenden Verbindungen :-)) fasse ich mal zusammen:

- Schaltung:
==========
Mikrofon, Schalter und Lautsprecher sind offenbar doch nur in einer einfachen Schleife in Reihe geschaltet.

- Aufhängung:
===========
Leitung L2 ist mit dem Hörmuschelgehäuse und der Aufhängeöse verbunden (auf dem Schaltbild sieht es eher nach L1 aus aber Nachmessen bestätigt L2 :-)).

- Fazit:
======
Man kann den Apparat über L2 und W in den Weckerstromkreis einschleifen. Das Haustelefon wirkt dann wie ein zusätzlicher Schalter, wenn man abhebt hört das Läuten auf.

Danke noch einmal für die vielen Infos,

Gruß Ralph
BattleToad
supertoadweb.de
(Mailadresse bestätigt)

  26.04.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von www.erel.de vom 26.04.2016!  Zum Bezugstext

Hallo Ralf,

ach schade, die Idee von (Zwockl) Johann fand ich so gut, dass ich direkt angenommen habe, dass das "Läuten beim Abhängen" damals ein übliches Verfahren war.

Jetzt weiß ich es besser und bin wieder ein wenig schlauer, das ist ja auch was schönes :-).

Danke jedenfalls für die Info,

Gruß Ralph
www.erel.de
erelerel.de
(gute Seele des Forums)

  26.04.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von BattleToad vom 25.04.2016!  Zum Bezugstext

"Läuten durch Abnehmen" wäre vielleicht "cool", hier geht es aber um die Einschaltung eines eigenen Weckers, solange der Handapparat am Haken hängt!

Man spart Kontakte (ein "Haken-Aufhängeöse-Kontakt" ist ja schon mal einer) und der Kunde Geld. Außerdem waren damals (im Gegensatz zu "Siedle-Hoch-Zeiten") auch Drähte teuer und mit dieser Umschaltung kam man mit zwei bis drei Adern aus...
BattleToad
supertoadweb.de
(Mailadresse bestätigt)

  25.04.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Joachim Buthmann vom 25.04.2016!  Zum Bezugstext

Hallo liebe Forumsmitglieder,

egal wie schräg das Teil auch ist nach dem man fragt, Ihr wisst Bescheid :-).

Danke an alle und insbesondere an Johann und Joachim. Das ist ja richtig interessant, die Schaltung ist doch raffinierter als ich dachte. Insbesondere das Läuten durch Abnehmen des Apparates ist ja richtig cool und eine elegante Lösung, Hut ab vor den Konstrukteuren!

@Joachim:
Danke für Deines Scans, genau das was mir an Information gefehlt hat. Ich werde bei Gelegenheit etwas über die Schaltung nachdenken :-).

Gruß Ralph
Joachim Buthmann
joachim.buthmannarcor.de
(Mailadresse bestätigt)

  25.04.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Zwockl vom 25.04.2016!  Zum Bezugstext

Hallo Johann,

da hast Du wohl recht.
Ich habe mal zwei Seiten aus Lindner Schaltungsbuch gescannt.

Gruß

Joachim


Zwockl
(Mailadresse bestätigt)

  25.04.2016

Hallo Ralph,

Ich möchte mal auf deinen letzten Satz mit der Frage nach Signalisierung des Sprechwunsches eingehen. Als einzige Lösung kann ich mir nur vorstellen, dass der Haken, da nicht beweglich aber mit einer Anschlussschraube über den Blechstreifen elektrisch anschliessbar, für die Signalisierung zuständig ist. Vielleicht ist eine der Adern mit der "Masse" verbunden und trennt beim Abheben des Hörers einen Stromkreis auf, der dann das Klingeln o. ä. auslöst.

Gruss Johann
Steffen Froeschle kinobauer.ch
kinobauerkinobauer.ch
(Mailadresse bestätigt)

  25.04.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von BattleToad vom 24.04.2016!  Zum Bezugstext

Hallo,

wie solche «analogen» Haustelefonanlagen funktionieren kann man gut in den Handbüchern der Fa. Siedle für «6+n»-Anlagen nachvollziehen.
Es gab ganz unterschiedliche Schaltungen und Wirkungsweisen, der Sprech und Signalkreis ist oftmals völlig getrennt, also nicht wie beim klassischen analogen «Amts-»telefon. Da die Entfernungen der Apparate relativ gering ist, haben die Verbindungsleitungen auch mehr Adern, deswegen braucht man auch keine zentrale Vermittlungsstelle.
Aber siehe doch selbst hier:
http://www.siedle.de/App/WebObjects/XSeMIPS.woa/cms/documentdownload/locale.deDE/did.1440/Servicehandbuch.pdf

Heute werden diese Haustelefone auch digital miteinander verbunden, keine vieladrigen Leitungen mehr, sondern Bus-systeme 2-Draht, machmal mit zusätzlicher Versorgungsspannung (Türöffner, Beleuchtung etc.)(z.B. Siedle InHomeBus)

Der Trend geht aber auch hier immer mehr Richtung VoIP, wie es beim Siedle-Access schon gemacht wird.
BattleToad
supertoadweb.de
(Mailadresse bestätigt)

  24.04.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von www.erel.de vom 23.04.2016!  Zum Bezugstext

Hallo liebe Forumsmitglieder,

danke für Eure wie immer hilfreichen und kompetenten Antworten. Der Reihe nach:

@Jörg:
Ich denke Du hast recht, auch wenn es vielleicht nicht jedesmal eine Strippe - Glockenkonstruktion war :-). Auf einigen Bildern im Internet habe ich solche Apparate neben Klingelknöpfen gesehen, das war dann wohl eine extra installierte Klingel. Vielleicht bestand das ja wirklich alles aus Einzelsystemen, die dann nach Bedarf installiert wurden.

@Thomas:
Danke für den Hinweis auf Mix & Genest, das kann ich mir besser vorstellen als einen nichtdeutschen Hersteller. Ich glaube, das Citophone wurde bei einer Haushaltsauflösung in Berlin abgebaut, ich bin mir aber nicht sicher.

@Steffen:
Das ist ja interessant, Citophone *heißt* also einfach Haustelefon :-). Da würde mich noch interessieren wie "ein Haustelefon" normalerweise aufgebaut war, waren das einfach zwei solche Handapparate mit Batterie oder gab es da noch eine Vermittlungsstelle? Aber das findet sich sicher in...

@Ralf:
Danke für den Literaturhinweis! Hört sich interessant an, werde mich gelegentlich danach umschauen!

An alle noch einmal vielen Dank,

Gruß Ralph
www.erel.de
erelerel.de
(gute Seele des Forums)

  23.04.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Thomas Göbel vom 23.04.2016!  Zum Bezugstext

Empfehle folgende Literatur:

Anleitung zum Bau von Schwachstrom-Anlagen. Jubiläumsausgabe, hrg. von der Mix & Genest AG. Gebundene Ausgabe – 1928

Auch die Nicht-Jubiläumsausgaben sind sehr lesenswert!

Für den Interessierten ein Füllhorn technischer Informationen, ein wenig Mix-&-Genest-lastig aber durchaus allgemeingültig.

Oft aufgelegt handelt es sich um keine sehr rare Publikation!
Steffen Froeschle kinobauer.ch
kinobauerkinobauer.ch
(Mailadresse bestätigt)

  23.04.2016

Könnte es sich nicht einfach um ein Haustelefon handeln?
Das italienische Wort für «Haustelefon» heisst «Citofono», auch die recht einfache Schaltung und Ausführung deuten eher nicht auf «Amts-»Telefonie hin.
Wikipedia-Artikel zum «Citofono»:
https://it.wikipedia.org/wiki/Citofono
Thomas Göbel
thomas.goebelpriteg.de
(Mailadresse bestätigt)

  23.04.2016

"Cito..." in verschiedenen Ausprägungen (Citomat, Citophone, ...) war ein Markenzeichen von Mix&Genest.
Abgeleitet vom lateinischen "cito" = schnell, rasch.
JOSA
joergsannwaldt-online.de
(Mailadresse bestätigt)

  22.04.2016

Hallo Ralph ich hab die letzten Tage den ein oder anderen Blitzeinfall so auch eben könnte es sein das es eine externe mechanische Rufeinrichtung gab. So wie in alten englischen Filmen. Madam zieht am Kordel doch statt durch die Bude zu keifen nimmt sie den Hörer ab und faltet den Butler zusammen . Der weiß ja das er ran gehen soll weil s geläutet hat. Quasi eine Erweiterung zu dem Glockensystem.
Gruß Jörg



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