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Kategorie: > Fernamtstechnik, Vermittlungstechnik
Vermittlungstechnik in der DDR
chris2015
(Mailadresse bestätigt)

  07.07.2016

Noch in den 80er Jahren stand in DDR-Telefonbüchern, dass bei Anrufen in bestimmte Bezirke es 20 Sekunden dauern kann, bis der Freiton zu hören ist. Woran lag das?



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 5
Detlef Genthe
posttelegenthe.de
(Mailadresse bestätigt)

  08.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Mike06502 vom 08.07.2016!  Zum Bezugstext

Der Rückwärtsaufbau von Ferngesprächen war tatsächlich eine ökonomische Überlegung. Es ging ja immer auch vorwärts, allerdings teurer.  Die Uberlegung war,  daß es bei knappen Leitungen ein ziemlicher Aufwand ist, ein Gespräch herzustellen, es mussten ja auf allen Leitungsabschnitten freie Kapazitäten sein, usw. Und das war im Vorwärtsaufbau eben oft vergeblich, weil der gerufene Teilnehmer gar nicht da war. Der Anrufer hingegen wartete ja sicher auf sein Gespräch.
Dagegen war der Aufwand, einen Gesprächswunsch per Dienstleitung zu übermitteln, gering.
Mike06502
(Mailadresse bestätigt)

  08.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Unbekannt! vom 07.07.2016!  Zum Bezugstext

Als ich Ende 1991 meinen Fernsprechanschluß endlich bekam, habe ich nach Österreich telefoniert und mußte noch das Gespräch beim Fernamt anmelden, also ohne Selbstwahl. Ich wurde aber ohne lage Wartezeit durchgestellt.
In den 80er Jahren mußte man Außlandsgespräche beim Fernamt anmelden. Es hieß dann das zurückgerufen wird wenn die Leitung bereit steht. Das konnte schon einige Stunden dauen, das kann aber auch an den ungebetenen Mithören und deren Kapazität an Aufzeichnungstechnik gelegen haben.
Detlef Genthe
posttelegenthe.de
(Mailadresse bestätigt)

  08.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Felix52 vom 07.07.2016!  Zum Bezugstext

in den DDR-Koordinatenschaltersystemen (S65) wurde eigentlich ziffernweise quasidirekt ausgewertet, für 20 Sekunden können die nicht verantwortlich sein. Es gab Registerdurchwahlen in Großanlagen. Und es gab in der Fernebene ARM20, die hatten wirklich eine Auswertung der ganzen (Rest)Nummer und Routingfunktionen. Da kann so etwas her kommen.
Gast (Unbekannt!)
(Gast - Daten unbestätigt)

  07.07.2016
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Felix52 vom 07.07.2016!  Zum Bezugstext

Hallo,
... waren denn da auch noch Handämter beteiligt, oder ging das alles schon in Selbstwahl?
Aber Handämter ins Ausland gab es ja, da auch in den Ostblock (sozusagen intern), also sozialistisches Ausland?, oder nur nicht-sozialistisches Ausland?

Reinwählen, von hier zu mindest nach Berlin + Leipzig (hatten wir Verwandtschaft mit Tel) ging, jedenfalls so in den 80-ziger Jahren, eher wusste ich das nicht.
Danke schonmal für eine Antwort.
wolfgang
Felix52
(Mailadresse bestätigt)

  07.07.2016

Das lag an den vielen unterschiedlichen Vermittlungssystemen in den Netzebenenen OVSt, KVSt und HVSt. Hier waren, bedingt durch den sehr langsamen Ausbau, direkt und indirekt gesteuerte Syteme lage gemeinsam im Einsatz. Das Netz war zwar grundsätzlich hierarchisch aufgebaut aber es gab auch viele Quermaschen. Das alles bedingte oft ein mehrmaliges Zwischenspeichern und evtl. auch Umsteuern der Wahl. Das alles brauchte Zeit.
Also im "Ernstfall" kam Teilnehmer A aus einem System 22, wählte die Ausscheidungskennziffer, landete in der KVSt mit Wählersystem, die erkannte eine freie Quermasche und setzte die Wahl zur Ziel KVSt um. Diese war aber ein Koordinatenschaltersystem, wartete also erst mal das Ende der Wahl vom Teilnehmer ab und klapperte diese in die historisch wertvolle OVSt von Teilnehmer B. Wenn eine HVSt beteiligt wurde war das auch nicht viel schneller.

mfg



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