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Kategorie: > Sonstiges > Historie
Bundespost-Feuerlöscher für die Fernmelde-Vermittlungsstelle
Achim Shaukat
(Mailadresse bestätigt)

  02.07.2017

Hallo zusammen,
per Zufall bekam ich neulich ein ziemlich kurioses Stück Bundespost-Geschichte zu Gesicht: Einen Feuerlöscher der Bundespost aus einer Fernmelde-Vermittlungsstelle.

Die Deutsche Bundespost beschaffte scheinbar einst eigene Feuerlöscher-Baureihen, die (wohl unter anderem) in den Fernmelde-Vermittlungsstellen zum Einsatz kamen.

Diese Löscher hatten nicht nur eigene Modellbezeichnungen (oranger Pfeil): KSP-2P
(Kohlendioxidlöscher-Schneebrause-Pistolengriff-2kg-Postmodell):
Alle Feuerlöscher trugen darüber hinaus auch den Schriftzug POST - siehe grüner Pfeil.

Hat jemand zufällig mehr Infos dazu?

Das abgebildete Modell stammt aus dem Jahr 1991. Aufgrund des Alters musste der Löscher ausgemustert werden und wird wohl demnächst entsorgt. Davor konnte ich noch dieses - leider schlechte - Handyfoto machen, welches ich euch nicht vorenthalten möchte.

Das Prüfdienst-Etikett wurde unkenntlich gemacht.

Viele Grüße
Achim





Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 8
Stefan163
(Mailadresse bestätigt)

  17.07.2017
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Achim Shaukat vom 07.07.2017!  Zum Bezugstext

Das sind Feuerlöscher, die mit DIN gekennzeichnet sind, also Normprodukte und deren Herstellung zwischen 1980 und etwa 1992 liegt. Mittlerweile sind die 25 Jahre herum, die als zulässige Gesamtdauer definiert sind, weshalb sie jetzt ausgesondert und nicht rezertifiziert werden.
Als Hersteller ist mir, neben der schon erwähnten Favorit Feuerschutz auch Minimax im Gedächnis bzw. auf eigenen Exemplaren in Erinnerung geblieben. Soo besonders sind die nicht, eine typische Bauform der angegebenen Baujahre.

die Bundespost betrieb, wie jedes Staatsunternehmen, eigene Feuerlöscherwerkstätten und hatte eigene Mitarbeiter. Während die zunächst der Posttechnik angegliedert waren, wurde nach der Zerschlagung auch bei den Fernmeldern ein Prüfwesen etabliert.
Irgendwann war man tatsächlich der Meinung, dass dieses besser durch externe Dienstleister durchgeführt werden könnte, was sich als sehr teures Experiment erwies. Denn urplötzlich waren ungeheure Mengen an Löschern und Brandschutzausstattung defekt und mußten ausgetauscht werden, woran ein Hersteller kräftig verdiente. Der Prüfdienst wurde dann wieder unter eigener Regie in der Immobilientochter weitergeführt. Auch in der heute privat aufgestellten Nachfolgetochter wird die Löscherwartung weiterhin mit eigenen Kräften durchgeführt. Und darin liegt auch der Grund, dass Du noch einen 1992er Kohlensäure Löscher zu Gesicht bekommen hast. Wirtschaftliches handeln bedeutet Resourcenschonung durch längstmögliche Verwendung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

-St
Achim Shaukat
(Mailadresse bestätigt)

  07.07.2017
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Robin vom 05.07.2017!  Zum Bezugstext

Hallo Robin,
ich kenne den Inhaber der Brandschutzfirma sehr gut und auch den Betreiber der Phoenix-Feuerschutz-Webseite. Ich habe ihm auch schon Feuerlöscher weitervermittelt, allerdings sammelt er speziell GLORIA-Feuerlöscher.

Den Löscher zu bekommen dürfte das geringste Problem sein - wenn er noch da ist, ich werde mich mal schlau machen und mich nochmal hier melden.

Der Hersteller ist übrigens Favorit Feuerschutz (dem fotografierten Etikett nach).

Viele Grüße
Achim
Robin
(gute Seele des Forums)

  05.07.2017

Sehr interessanter Fund! - Gibt es da wirklich keine Möglichkeit, das Teil einzusacken (ggf. gegen etwas Bakschisch)? An deiner Stelle würde ich den, sofern möglich, mitnehmen. Es ist zwar "nur 'n oller Feuerlöscher", aber gut erhalten und post- bzw. fernmeldetechnisch hat der schon einen gewissen historischen Wert. Sicher auch interessant für jemanden  der eine Vermittlungsstelle nachbaut oder museal erhält.
Falls mehr davon da sind, nimm mehrere/alle, denn für solche Spezialitäten finden sich eingentlich immer Abnehmer; es gibt ja tatsächlich auch Leute, die Feuerlöscher sammeln. Das hab ich mal zufällig entdeckt: http://www.phoenixfeuerschutz.de.

Daß die Deutsche (Bundes)Bahn eigens für sie bedruckte Feuerlöscher hatte, wußte ich. Daß die Post ebenfalls welche hatte, war mir bis dato unbekannt.
Wer die Dinger allerdings gemacht hat, weiß ich leider nicht, aber es dürfte einer der üblichen Verdächtigen gewesen sein (Minimax, Gloria, Jockel...); vermutlich ein eher größerer Hersteller.

Wenn Du den haben kannst, und ihn dir selber hinhängen willst, kannst Du ihn auch fix leer machen, falls Du Sorge hast, er könnte Dir um die Ohren fliegen (was er freiwillig nicht tun wird). Ein Bekannter hat mal so ein Gerät abends im Garten losgelassen. Es faucht laut und gibt eine Art Schneegestöber. CO2 hinterlässt auch - im Gegensatz zu Schaum- oder Pulverlöschern - keine bleibende Sauerei.
Endamt51
endamt51my-funhome.de
(Mailadresse bestätigt)

  05.07.2017
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Achim Shaukat vom 05.07.2017!  Zum Bezugstext

Was kann denn an so einen Feuerlöscher schon kaputt gehen? Ich habe dunkel in Erinnerung, dass die mal geschüttelt und evtl. mal gewogen wurden - fertig. Die gab es auch in großen Flaschen und sogar fahrbar. Auch wurde ab und zu mal etwas Schabernack damit getrieben...
Achim Shaukat
(Mailadresse bestätigt)

  05.07.2017
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Stefan163 vom 04.07.2017!  Zum Bezugstext

Hallo,
ich hätte nicht gedacht, dass die Bundespost einen eigenen Feuerlöscher-Prüfdienst unterhalten hat. Aber gut, bei so einem großen Unternehmen eigentlich naheliegend und das würde auch die eigene Baureihe erklären.

Ob die Telekom das auch noch genauso selber macht? Die lagern ja eigentlich immer mehr aus, sogar die Servicetechniker sind eine Fremdfirma.

Ich habe mich jetzt nochmals erkundigt, was dem Löscher denn fehlte bzw. warum man den ausgemustert hat.
Alexander liegt mit seinem Beitrag völlig richtig, denn der volle, unbenutzte und unbeschädigte Feuerlöscher wurde allein wegen der Altersgrenze von 25 Jahren aus dem Verkehr gezogen.

Viele Grüße
Achim
Alexander Schmitz
telefonmuseumhotmail.com
(Mailadresse bestätigt)

  04.07.2017
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von AltesTelefon vom 04.07.2017!  Zum Bezugstext

Nach der Prüfung muss der Löscher auch noch ceu befüllt werden. Soe viel ich weiß dürfen Feuerlöscher auch dann nicht älter ald 20 oder 25 Jahre sein.
AltesTelefon
(Mailadresse bestätigt)

  04.07.2017

Wenn man überlegt das eine Behälterprüfung mich 26 Euro kostet,
finde ich es genial das ein neuer Löscher billiger ist, als Privatmann definitiv nicht!

Aber als Großabnehmer hat man ja andere Konditionen
Stefan163
(Mailadresse bestätigt)

  04.07.2017

Hallo Achim.

Diese Feuerlöscher 2kg Kohlendioxid sind auch heute noch gebräuchlich und teilweise im Einsatz zu finden. Sofern noch die richtige Füllmenge enthalten ist, können sie geprüft und wieder dem Einsatz-Kreislauf zugeführt werden.
CO2 Löscher brauchen nur dann eine Behälterprüfung, wenn sie nach Ablauf der Prüffrist neu befüllt werden müßten, was dann aber günstiger durch Austausch machbar ist.
Die verwendete Bauart mit "Pistolengriff" und Stahlbombe war zum Beschaffungszeitpunkt (ca 1970 - 2000) eine durchaus übliche Normbauart des 2kg CO2 Löschers, die von verschiedenen Herstellern angeboten wurde. Genauso wurden aber auch Löscher mit Aluminiumbombe beschafft und eingesetzt.
In kleineren Verstärkerstellen wurden/ werden diese nicht vor Ort geprüft, sondern im Rahmen der Standortwartung fristgerecht vor Ablauf ausgetauscht und die eingesammelten Löscher einem sachkundigen Mitarbeiter zur Überprüfung zentral hingestellt. Nach Überprüfung und Wartung kommen die wieder in den Einsatz. Nicht mehr freigebbare Exemplare werden entsorgt, denn wie schon geschrieben, Behälterdruckprüfung kostet mehr, als ein neuer Löscher.



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