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Kategorie: > Telefone 1930 bis 1967
Reparatur eines Hörerkabels Modell 36 - W28
Kevin Mast
mailkevinmast.de
(Mailadresse bestätigt)

  12.06.2018

Hallo zusammen,
ich habe heute einen kuriosen Apparat erhalten, über den ich noch separat schreiben möchte. Vorab habe ich aber ein großes Problem.
Kurz zum Apparat: Es ist ein Nachkriegssammelsurium auf Basis eines Modell 36, aber von Mix & Genest. Seltsames Ding mit sicherlich spannender Historie.
Daran montiert ist/war ein W28-Hörer mit gut erhaltener brauner Schnur. Leider haben sich genau an der Stelle mit der Tülle apparateseitig kleine Tierchen einen Weg durch den Stoff um das Kabel gesucht und wohl auch die Litzen angegriffen, so dass mir das Kabel dort beim Öffnen des Apparates unter leichtem Druck in zwei Hälften zerfallen ist. Um die Originalität zu erhalten würde ich aber das Kabel gerne weiterverwenden. Gibt es hier irgendwen, der sich im Stande sieht das wieder aufzuarbeiten, also das Kabel zu kürzen, neu mit Garn zu umwickeln, eine W48-Tülle anzubringen und neue Kabelschuhe anzucrimpen? Ist das überhaupt möglich?
Wäre schade, wenn ich hier ein "modernes" W48-Kabel anbringen müsste :(
Beste Grüße,
Kevin





Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 7
Kevin Mast
mailkevinmast.de
(Mailadresse bestätigt)

  15.06.2018
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Felix52 vom 15.06.2018!  Zum Bezugstext

Hallo Felix,
wäre es ein reiner W28 würde ich dir zustimmen. Hier ist es aber ein Apparat basierend auf dem Modell 36 mit W28-Handapparat. Hier brauche ich die fest anliegende Knickschutztülle alleine schon für die Zugentlastung, da ich im Gerät keine Möglichkeit habe das Kabel festzuschrauben wie beim W28. Außerdem hätte ich dann ein rechteckiges Loch an der Seite, aus dem ein Kabel hängt ;) Eine Möglichkeit wäre hier höchstens noch eine von diesen Siemens-Tüllen zu finden, die eigentlich keine Tüllen waren, sondern nur eine Möglichkeit auch abgebundene Kabel zu verwenden, da sie nur ein Durchgangsloch hatten. Habe hier auch einen W48, der diesen Durchlass für das Kabel hat.
Das Abbinden des Kabels hat heute schon mal recht gut funktioniert. Jetzt warte ich nur noch auf ein paar Teile und dann kann ich wieder zusammenbauen.
Gruß,
Kevin
Felix52
(Mailadresse bestätigt)

  15.06.2018
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Kevin Mast vom 13.06.2018!  Zum Bezugstext

"Richtig orginal Vorkrieg" währe du wickelst dir, wie schon geschrieben, eine Tülle zusammen mit dem Abbund selber !

mfg
Kevin Mast
mailkevinmast.de
(Mailadresse bestätigt)

  13.06.2018
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Kevin Mast vom 13.06.2018!  Zum Bezugstext

Noch zur Knickschutztülle: Offenbar hatte Mix&Genest in den Nachkriegsjahren auch keine passenden Knickschutztüllen mehr da. Denn das verbaute Exemplar sieht auch nicht ganz passend aus...
Man kann das gut daran sehen, dass beide Enden auf unterschiedlichen Höhen liegen und die Tülle allgemein sehr gequetscht aussieht. Wenn ich das selbst genauso hinbekomme ist's ja fast Original :D
Kevin Mast
mailkevinmast.de
(Mailadresse bestätigt)

  13.06.2018
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von JOSA vom 13.06.2018!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen,
durch die Antworten und etwas Einlesen bin ich nun durchaus motiviert das einmal selbst zu versuchen. Hatte auch mit einem Händler und Sammler telefoniert, der mir noch ein paar Tipps geben konnte, wie man das wieder hinbekommen könnte.
Werde mir mal ein paar neue Kabelschuhe bestellen, da ich keine mehr habe. Eigentlich ging das Crimpen immer recht gut mit einer günstigen Zange, die ich in bei den Sammlerkollegen aus den USA entdeckt habe, weil dort ähnliche Kabelschuhe in den 500er und 302er-Apparaten (sowie anderen Telefonen der Zeit) verwendet werden.

Zum Abbinden habe ich in einem Radioforum eine schöne Anleitung gefunden. Klick: https://dampfradioforum.de/viewtopic.php?f=5&t=11133

Nur was die Knickschutztülle angeht bin ich auch etwas ratlos. Eine originale Modell 36-Tülle zu bekommen dürfte mittlerweile schwierig sein. Oder hat jemand sowas noch da? Ich bestelle erstmal eine für den W48 mit und schaue mal, ob man die mit einem Skalpell vorsichtig zurechtschneiden kann. Bei Gummi sollte das ja im Rahmen möglich sein und ich könnte damit leben, wenns nicht zu 100% passgenau ist. Auch zum Anbringen dieser Tülle habe ich einen Tipp bekommen. In heißes Wasser legen, mit einer Spitzzange etwas weiten, aufziehen und abkühlen lassen soll gut funktionieren, wenn man keine Tüllen-Spreizzange hat.
Ich brauche jetzt etwas bis ich alles beisammen und Zeit habe, dann startet der Versuch. Defekt ist die Schnur ohnehin, also ein gutes Übungsobjekt...
Vielen Dank für die Infos bis hierher! Ich melde mich bei (Miss-)Erfolg nochmal =)
Natürlich nähme ich gerne auch eine Modell 36-Tülle, wenn jemand sowas noch da hat und sie Veräußern würde.
Beste Grüße,
Kevin
JOSA
joergsannwaldt-online.de
(Mailadresse bestätigt)

  13.06.2018

Moin
Zuerst einmal eine W48 Tülle passt nicht richtig in die Halterung des Modell 36. Die W48 Tülle ist breiter und auf der Außenseite länger,dadurch staucht sie sich beim Einbau der Bodenplatte zusammen. Hier währe ein gutes Original besser.
Der Rest ist zwar Gefrickel aber hinzubekommen.
Ich schneide die Isolierung mit einer kleinen Stoffschere zurück, bis ich die gewünschte Aderlänge erreicht habe. Dann wird mit Knopflochzwirn abgewickelt.
Dann die Tülle drauf und auch abgebunden.
Die Aderisolierung schneide ich etwa 0.5cm zurück und wickele den Draht um den Stoffmantel der Ader. Der Draht liegt dann Vollflächig am Kabelschuh an.
Die Kabelschuhe wie von meinem Vorschreiber aufbiegen und mit geeigneter Zange wieder aufpressen.
Gutes Gelingen  
Felix52
(Mailadresse bestätigt)

  13.06.2018

Also ich kann das sicher noch perfekt.
Aber Zange und Kabelschuhe habe ich nicht mehr.
Die alte Schnur kann man aber durchaus auch ohne Spezialwerkzeug und Material noch retten.
- neuen Abbund als "Tülle" 10cm tiefer erstellen
- Stoffhülle entfernen, Adern auf Länge schneiden
- Adern 1cm abisolieren, nach hinten biegen und das Lahnbündel an der Ader prov. festlegen
Die alten Kabelschuhe aufbiegen (Fingerstechgefahr), neue Ader mit Litze nach hinten einlegen und wieder zudrücken. Überstände der Litze abschneiden.

mfg
Thomas Göbel
thomas.goebelpriteg.de
(Mailadresse bestätigt)

  13.06.2018

Klar ist das möglich! Man benötigt: Garn/Zwirn in der korrekten Farbe, eine Presszange für Gabelösen und manuelles Geschick. Dazu noch "know-how", wie man Textilkabel absetzt. (Das habe ich beim Praktikum gelernt, als es in der Reparaturwerkstatt galt, Bügeleisenschnüre neu anzubringen.)



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