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Kategorie: > Technische Fragen - Anschlußprobleme, TK-alagen etc.
Unterschiedliche Qualität von Transistorsprechkapseln?
Radiosammler
(Mailadresse bestätigt)

  21.09.2019

Hallo zusammen,

nach längerer technischer Telefon-Abstinenz hat sich bei mir wieder mal eine Frage ergeben...

Gibt es eigentlich qualitative Unterschiede bei Transistor-Sprechkapseln?

Habe bei mir im Haus ein Setup ausschließlich aus Fetap und FeWap 611-2. Alle mit grünen Nokia TS30 bestückt. Nun musste ich kurzfristig einen zusätzlichen Apparat in Betrieb nehmen. Dort ist eine grüne Siemens TS9 verbaut. Die Sprachqualität ist wesentlich besser als bei den Nokias.

Frage nun: Sind Unterschiede in der "Qualität" von Transistorsprechkapseln bekannt? Welche zählen zu den besten? Ist darum z.B. die AKG DKO 48D so teuer?

Danke für Beteiligung!

Jörg



Anzahl der unterhalb stehenden Antworten: 5
Rainer
(Mailadresse bestätigt)

  22.09.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Radiosammler vom 22.09.2019!  Zum Bezugstext

Hallo zusammen,
was nach meiner Erfahrung neben der Beschaffenheit des eigentlichen Mikrofons ein durchaus wesentlicher Faktor (und im Verhältis zum klassischen Analoganschluss heutzutage immer häufiger der Engpass) ist, ist der von der Telefonanlage ausgegebene Sprechstrom: Während der Analoganschluss eine satte Stromversorgung im Sprechbetrieb mitbrachte, sind die Sprechströme von Fritzboxen und Heimtelefonanlagen meist erheblich geringer und unterscheiden sich in diesem geringeren Bereich durchaus auch noch zwischen den Fabrikaten. Vor einigen Jahren habe ich dazu an meinen damaligen Geräten einige Messungen durchgeführt:
https://www.wasser.de/telefon-alt/forum/index.pl?job=thema&tnr=100000000004917&seite=1&begriff=Sprechspannung W28W48 an ISDN-Anlage&tin=&kategorie=

Der Strom, den eine Kapsel benötigt, um einen adäquaten Klang zu erzeugen, ist von der Kapsel abhängig. Fließt ein für die Kapsel zu geringer Strom, wird die Kommunikation teilweise erst 'dünner' (klingt manchmal wie aus einer Dose), bei noch weniger Strom dann auch brüchig - unabhängig davon, ob die Kapsel bei vollerem Saft nicht sogar sehr gute Sprachqualität hergibt.
Nach dem durch die Anlage/Box angegebenen Sprechstrom kommt noch wesentlich die Schaltung des Telefons zum Tragen: Der W28 hat eine Rückhördämpfung mit nur 200 Ohm, die relativ viel von diesem heute eh geringen Strom zu diesem Zweck verbrennt. Der W48 mit 400 Ohm überlasst der Kapsel in einer ansonsten identischen Konstellation deutlich mehr Saft - sinnvoll ist beim W28 ggfs. eine nachträgliche Erhöhung auf 400 Ohm (kann man mit einem zusätzlichen Widerstand relativ einfach so einlöten, dass es auch leicht wieder rückbaufähig ist). Die Schaltung eines FeTAp 7xx dürfte einer Sprechkapsel übrigens im Vergleich zum W48 deutlich mehr Strom zur Verfügung stellen, obschon die Schaltun in ihrem Grundsatz tatsächlich ähnlich ist.
Meinerseits bin ich durchaus Freund der Siemens TS9. Was den benötigten Mindeststrom und die Tonqualität angeht, habe ich übrigens sehr gute Erfahrungen mit der Siemens TS8 gemacht, von der ich in der roten Version (Gruppe III) einen Restbestand aufkaufen konnte. Diese Kapsel hat zwar (warum auch immer) keine richtige Funkentstörschaltung, die kann man jedoch relativ leicht ergänzen. Mit ein wenig Umbauaufwand habe ich damit bisher durchaus brauchbare Ergebnisse erzielt.
Viele Grüße, Rainer


Radiosammler
(Mailadresse bestätigt)

  22.09.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von Dietrich Arbenz vom 22.09.2019!  Zum Bezugstext

Hallo Dietrich,

danke für die Meldung. Wir kommen dem Problem wohl näher.

Vermutlich fehlt es bei meinem Setup an der Anpassung.
Ich betreibe die Telefone seit 2005 an einer Fritzbox 7050, welche als reine ISDN-Anlage dient. Ich weiß nicht, ob oder wie die fehlende Leitungslänge hier nachgebildet wird, oder ob es Sinn macht, eine individuelle Anpassung an den Endgeräten vorzunehmen.

Aufgefallen ist mir, dass die Telefone mit Piezo-Kapseln beim Gegenüber eindeutig lauter erscheinen. Ebenso ist mir aufgefallen, dass alle neuen "alten" Telefone seit VoIP (z.B. der W48-Nachbau von Reiner) durchwegs mit roten Piezo-Kapseln bestückt sind. Sollte dies einen Grund haben? Die Grundschaltung des W48 wird wohl einem FeTAp 7xx entsprechen.

Bleibe d'ran!

Danke und Grüße,

Jörg


Dietrich Arbenz
dietargmx.net
(Mailadresse bestätigt)

  22.09.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von MaSe vom 21.09.2019!  Zum Bezugstext

Hallo,

sehr interessant, jetzt kommt hier die Aussage, dass die Siemens-Piezo-Kapseln lauter seien als die von Nokia. Wie ist das zu bewerten?

Ich kenne den sehr ausführlichen Artikel von Malte Cornelius, u.a. mit dem Satz
"Diese (gemeint sind die Piezo-Kapseln von Siemens) sind übrigens merklich leiser als dynamische Transistorkapseln - immer noch besser als die meisten Kohlekapseln, aber deutlich hinter dynamischen Transistorkapseln."

Damit wird impliziert, die Siemens-Kapseln seien schlechter als dynamische Kapseln wie die von AKG.. Weil diese Wertung sich durch viele spätere Berichte zieht, möchte ich sie so nicht stehen lassen.

Zum einen ist der Bericht von Malte nämlich in einem Punkt nicht sehr präzise, weil es von Siemens grüne und rote Piezokapseln gab und er nicht genau aussagte, welche Ausführung er mit welcher Ausführung der dynamischen AKG-Kapseln verglichen hat.

Zum anderen ist bei der Bewertung von Mikrofonkapseln  ganz generell zu berücksichtigen, dass es durchaus eine Rolle spielen kann, an welcher Leitung (lang oder kurz, also hoch- oder niederohmig) eine Kapsel betrieben wird. Anders ausgedrückt: wie verhält sich die Kapselempfindlichkeit in Abhängigkeit vom Kapselstrom. Auch wenn die Empfindlichgkeit von Transistor-Kapseln generell weit weniger vonm Kapselstrom abhängt als die von Kohlekapseln, so ist sie doch nicht völlig unabhängig.

Und schließlich geht in die Bewertung einer Kapsel auch die Sprachgüte ein, also der Grad der durch Nicht-Linearitäten bedingten Sprachverzerrungen.

Zu den Siemens-Piezokapseln ist ganz generell zu sagen, dass es den sehr ausführlichen Siemens-Labormessbericht  gibt, der auch zeigt, wie präzise die Siemens-Kapseln über den gesamten Sprachfrequenzbereich in dem von der DBP aus guten Gründen vorgeschriebenen "Empfindlichkeitskorridor" liegen und für welche Leitungslängen/-widerstände dies gilt; es entzieht es sich meiner Kenntnis, wie sich AKG- und Nokia-Kapsel in dieser Hinsicht verhalten.

Generell gilt: die beste Kapsel ist weder zu laut noch zu leise, sondern liefert die vorgeschriebene Lautstärke im vorgesehenen Sprach-Frequenzband über kleine wie große Leitungslängen. Insofern möchte ich hier doch eine Lanze für die Piezo-Kapseln von Siemens brechen und der pauschalen Meinung widersprechen, diese seien schlechter, weil leiser.

Gruß  Dietrich

Radiosammler
(Mailadresse bestätigt)

  22.09.2019
Dieser Text bezieht sich auf den Beitrag von MaSe vom 21.09.2019!  Zum Bezugstext

Hallo MaSe,

danke für den Link. Hatte diesen schonmal gefunden aber dann wieder aus den Augen verloren.
Das hilft mir aber definitiv weiter!

Werde mir erstmal die gängisten dynamischen Kapseln besorgen und testen.
Wenn ich's richtig sehe, gibt es dynamische Kapseln nur von AKG, Sennheiser und Nokia. Siemens, Lehner etc., also alle T9-Derivate, sind Piezo, oder?

Viele Grüße,

Jörg
MaSe
(Mailadresse bestätigt)

  21.09.2019

Hallo,

dazu gibt es wohl bereits einige Infos, z.B. hier

https://www.wasser.de/telefon-alt/forum/index.pl?job=thema&tnr=100000000008236&seite=1&begriff=ts9 piezo&tin=10002206-1569076725&kategorie=#31

Über die Piezo-Versionen (Siemenskapseln TS71 und TS9) steht dort: "Diese sind übrigens merklich leiser als dynamische Transistorkapseln - immer noch besser als die meisten Kohlekapseln, aber deutlich hinter dynamischen Transistorkapseln."



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